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Essen

Uni-Mensa ist Top-Adresse für Veganer

Die Tierrechtsoranisation PETA zeichnete vegan-freundlichste Mensen 2017 aus. Für Erlangen und Nürnberg gab es das Prädikat "Herausragend".
Fredrik von Erichsen/dpa
 
Maultaschen mit Spinat-Lauchzwiebel-Füllung auf Zwiebel-Champignon-Schmelze, Pastinaken-Steckrüben-Rösti auf Gemüse-Kartoffel-Cassoulet, Lasagne von Berglinsen mit Tomatensoße: Studierende können in deutschen Hochschulmensen immer besser vegan schlemmen. Das hat eine Umfrage von PETA in Kooperation mit dem Deutschen Studentenwerk unter allen 58 Studierendenwerken ergeben. 43 von ihnen nahmen schlussendlich an der Befragung teil.

Die vierte Auflage des Vegan-Rankings der Universitätsgastronomie hielt einige Überraschungen bereit, so dass die Tierrechtsorganisation das Bewertungsspektrum erweitert hat: In den Mensen von sechs Studierendenwerken, darunter auch die Mensen Regensburgstraße, St. Paul, Langemarckplatz und die Südmensa des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg, können sich Studierende derart gut tierleidfrei ernähren, dass dafür vier Sterne verliehen wurden. Daneben schafften es 24 Mensen mit drei "Vegan-Sternen" in die Topriege. Acht Hochschulkantinen erhielten zwei Sterne, Nachholbedarf besteht bei fünf Verpflegungseinrichtungen, die jeweils noch einen Stern bekamen.


Meist zwei bis drei Gerichte

Mindestens ein veganes Gericht ist in den Mensen des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg täglich verfügbar, oft sind es aber zwei bis drei. Bohnen-Burritos, diverse Pfannengerichte und vegane Pizza warten auf hungrige Studierende. Zudem werden im kostenlosen Faltflyer "WERKsBlitz" regelmäßig vegane Rezepte veröffentlicht und Kochkurse angeboten, die zum Nachkochen anregen. Für dieses umfangreiche Angebot gab es vier Sterne und Plätze ganz oben in PETA's Mensa-Ranking 2017.

Besonders intensiv beschäftigen sich neben Erlangen/Nürnberg die Mensen in Augsburg, Berlin (Mensa FU Veggie N°1), Essen/Duisburg, Heidelberg und Koblenz mit veganer Ernährung. Dort gibt es täglich mehrere pflanzliche Gerichte zur Auswahl, Themenkochkurse, kostenfreie Ernährungsseminare, vegane Kochbücher zum Ausleihen, Vorträge und Aktionswochen. Auch hier gab es vier Sterne im Ranking.

Insgesamt ist die Palette an veganen Gerichten kreativ und ausgewogen. Viele Studierendenwerke setzen auf spezielle Schulungen und bilden ihre Mensamitarbeiter fort. Mancherorts können Veganer sogar Milchalternativen am Kaffeeautomaten bekommen. An einer Hochschule lassen sich online vegane Burger zusammenstellen, die wenige Minuten später frisch zubereitet abgeholt werden können.

"Ethik und Umweltbewusstsein haben sich einen festen Platz in den deutschen Hochschulmensen erobert", so René Schärling, Fachreferent für Ernährung bei PETA. "Studierende wählen gezielt gesunde, klima- und tierfreundliche pflanzliche Gerichte und die Studierendenwerke nehmen diese Wünsche ernst. Wir freuen uns über diese Entwicklung!"

"Vegane Gerichte auch unter Großküchen-Bedingungen zuzubereiten, ist eine Stärke der Studentenwerke", erklärt Achim Meyer auf der Heyde, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks (DSW), in welchem die 58 Studenten- und Studierendenwerke zusammengeschlossen sind. "Die Hochschulgastronomie der Studentenwerke, zu der mehr als 400 Mensen bundesweit gehören, ist hervorragend eingestellt auf die unterschiedlichen Ernährungsweisen und Erwartungen der Studierenden. In der Mensa werden alle glücklich, auch Veganerinnen und Veganer."

Mit drei Sternen im Mensa-Ranking 2017 wurden ausgezeichnet: Bochum, Bonn, Bremen, Chemnitz, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Freiburg, Hamburg, Karlsruhe, Kassel, Köln, Leipzig, Magdeburg, Mainz, München, Oldenburg, Osnabrück, Ost-Niedersachen/Braunschweig, Schleswig-Holstein/Kiel, Trier, Tübingen, Würzburg. Zwei Sterne erhielten Frankfurt am Main, Göttingen, Halle, Hannover, Paderborn, Potsdam, Saarbrücken und Ulm. Auf den letzten Plätzen wurden die Mensen der Studierendenwerke Aachen, Bielefeld, Niederbayern/Oberpfalz, Siegen und Stuttgart mit je einem Stern bedacht.

Die Mensen wurden nach verschiedenen Aspekten bewertet. Berücksichtigt wurden neben dem Umfang des veganen Angebots auch Details wie die Bereitstellung von Pflanzendrinks für den Kaffee oder spezielle Mitarbeiterschulungen. Das Augenmerk lag zudem auf Aktionstagen, regelmäßiger Werbung für vegane Gerichte und weiterführendem Engagement für eine vegane Ernährung, da dies die Nachfrage nach veganen Gerichten erfahrungsgemäß steigert. PETA möchte alle Mensen und Kantinen dazu anregen, ihr Angebot an veganen Speisen weiter auszubauen und dies gegenüber den Studierenden und Gästen auf vielfältigen Wegen kreativ zu kommunizieren.

Die Tierrechtsorganisation vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, gegessen zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten.
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