Uehlfeld
Pflege

Uehlfelder Kriegerdenkmäler: Wettlauf gegen den Zahn der Zeit

Kriegerdenkmäler stehen gegen das Vergessen. Doch manchmal werden sie selbst vergessen. Wie in Uehlfeld damit umgegangen wird.
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Das Kriegerdenkmal in Uehlfeld vor der Kirche. Foto: Yannick Hupfer
Das Kriegerdenkmal in Uehlfeld vor der Kirche. Foto: Yannick Hupfer
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Gleich vier Krieger- und Militärvereine hat die Gemeinde Uehlfeld. In Schornweisach, Peppenhöchstädt, Rohensaas und Tragelhöchstädt gibt es sie. Sie kümmern sich um die Kriegerdenkmäler der Gemeinde und versuchen, sie für den Volkstrauertag möglichst schön zu schmücken. Denn dann wird an eben jenen Denkmälern jedes Jahr an die Toten des Ersten und Zweiten Weltkrieges erinnert.

Robert Keil ist Zweiter Vorsitzender im Militärverein Uehlfeld-Tragelhöchstädt. Der Verein kümmert sich dabei um die Kriegerdenkmäler des Ortes Uehlfeld, aber auch um das in Tragelhöchstädt. So versuchen die Vereinsmitglieder, die Denkmäler sowohl zu pflegen als auch mit Blumen zu schmücken. Doch die Kriegerdenkmäler verkommen immer mehr. Da das Denkmal in Tragelhöchstädt aus Sandstein besteht, ist es sehr witterungsanfällig. Durch Frost im Winter platzt der Stein immer weiter auf. Keil ärgert dabei vor allem, dass das Denkmal an sich im Zuge der Dorferneuerung nicht restauriert wurde. "Es ist Sache der Gemeinde, die Denkmäler zu erhalten", erklärt er. Er kritisiert zudem, dass in anderen Gemeinden immer wieder in die Instandhaltung der Denkmäler investiert werde, das in Uehlfeld aber nicht der Fall sei.


Wer ist zuständig?

Laut Bürgermeister Werner Stöcker stehen viele Dörfer vor einer Dorferneuerung oder haben sie teilweise schon vollzogen. Man möchte dabei versuchen, den Denkmälern einen neuen Platz zu geben. Und auch sie zu sanieren. So in Rohensaas, wo man zuerst eine Notreparatur vollzogen habe, bevor man am neuen Standort komplett sanierte. Für das Dorf Tragelhöchstädt ging laut Stöcker "nie etwas ein". Er wünscht sich eine bessere Kommunikation. "Fordert das halt mal ein und macht Lösungsvorschläge", appelliert er an den zuständigen Verein. "Der Militärverein ist für uns erst mal der Zuständige", erklärt er weiter. Wenn dieser Bedarf zur Sanierung sieht, soll dann ein schriftlicher Antrag gestellt werden, der dann bearbeitet wird. "Wir suchen nicht die Probleme und auch nicht die Baustellen", sagt er dazu.

Trotzdem möchte man sich laut Werner Stöcker nicht der Verantwortung entziehen. Man suche nach Lösungen, wenn es der Gemeinde zugetragen wird. Stöcker hält die Aufrechterhaltung der Kriegerdenkmäler aber für äußerst wichtig. "Zur Friedenssicherung gehört ein stetiges Denken an vergangene Weltkriege", so Stöcker. Er sieht auf alle Gemeinden große Kosten zukommen. Denn die Denkmäler wurden alle recht zeitgleich errichtet und müssen nun wegen des Alters immer öfter saniert werden.

Stöcker erwartet vom Staat, dass dieser sich an den Kosten beteiligt: "Ich sehe den Staat mit in der Verantwortung, diese Denkmäler zu erhalten, um den nachfolgenden Generationen zu zeigen, was Krieg bedeutet", sagt Bürgermeister Stöcker. Denn laut ihm habe "kein Bürgermeister seine Bürger in den Krieg geschickt". Der Staat sei dafür zuständig gewesen, und so sei es auch legitim, dass er sich an den Kosten beteiligt.


Ein Ausblick

Schon länger setzt sich Werner Stöcker für ein offenes Uehlfeld ein. So gibt es seit Jahren eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Gemeinde Trabki-Wielkie. Im Juli dieses Jahres hat er dann auch eine Schulpartnerschaft geschlossen. Nun werden vorerst fünf Jahre lang Schüler aus Uehlfeld und Trabki-Wielkie sich kennenlernen. Es ist klar, wie er es meint, wenn er recht drastisch sagt: "Wenn man miteinander spricht, erschlägt man sich nicht", sagt Stöcker. Der Bürgermeister weiter: "Wir haben die Partnerschaft auch wegen der Friedenssicherung geschlossen."
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