Herzogenaurach
Handball

TS Herzogenaurach stand unter Beobachtung

Der Coach des Sonntags-Gegners der TSH reiste am Feiertag aus Freiburg nach Franken, um das Spiel des Aufsteigers zu sehen. Der zog seinen Einspruch zurück.
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Herzogenaurachs Jana Lichtscheidel wehrt sich gegen zwei Waiblingerinnen. Foto: Picturedreams
Herzogenaurachs Jana Lichtscheidel wehrt sich gegen zwei Waiblingerinnen. Foto: Picturedreams
Kontrastprogramm bei den Handballerinnen der TS Herzogenaurach in der 3. Bundesliga: Nachdem am Mittwoch mit der Zweitvertretung von Waiblingen-Korb der Tabellenvorletzte zu Gast war (29:23), erwartet die TS am Sonntag um 14.30 Uhr in der Sporthalle des Gymnasiums den Zweitplatzierten.


TS Herzogenaurach - HSG Freiburg

Für Insider zählt das Team aus dem Südschwarzwald zu den Topfavoriten, die HSG überzeugt vor allem mit einem technisch anspruchsvollen Tempospiel. Speziell die zweite Welle und die "schnelle Mitte" funktionieren nahezu blind. Freiburg überrollt die Konkurrenz immer wieder mit unbändigem Offensivdrang unter Wahrung der Ballkontrolle. Nicht umsonst haben die Gäste die meisten Tore der Liga erzielt. Das Positionsspiel der HSG ist dafür etwas besser auszurechnen.

Die Baden-Württemberger suchen meist die Nähe zum Wurfkreis, wo Makelko, Hartl oder Dürr lauern. Andererseits hat die HSG mit Nadine Czok laut TS-Coach Klaus Watzinger eine der komplettesten Rückraumakteurinnen der Liga. Vor allem ihre Variabilität imponiert: Mal steigt sie fast aus dem Stand zum Sprungwurf hoch, auf schnellen Beinen ist sie in der Lage, sich zu beiden Seiten durchzusetzen und mit ansatzlosen Schlagwürfen sorgt sie für Unheil. Auch ihre bestens durchdachten Zuspiele auf die Nebenleute haben es in sich.


Pressdeckung nutzte nichts

Der ESV Regensburg zog gegen Freiburg jüngst mit 24:29 den Kürzeren, obwohl die Oberpfälzer Czok mit einer Pressdeckung gut neutralisierten. Wie ausgeglichen die HSG ist, zeigte sich gerade in dieser Begegnung, in der sie zeitweise mit zehn Toren führte. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die 34-jährige Torfrau Katharina Heilmann, die sechs Jahre nach dem "Karriereende" wegen Verletzungsproblemen aushilft. Schon mit ihrer Größe von 1,85 Meter beeindruckt sie die Gegnerinnen. "Wenn sie aus dem Tor heraustritt, wird es für die Werferinnen dunkel", sagt ihr Trainer Ralf Wiggenhauser. Zudem verunsichert sie mit ihrer stoischen Ruhe und sachlichen Körpersprache die Gegner und stabilisiert ihre eigenen Vorderleute.

Wiggenhauser war am Mittwoch Zeuge des TSH-Siegs gegen Waiblingen, angesichts von 400 Kilometern mit dem Auto sicher eine Wertschätzung der Herzogenauracherinnen, die durchaus noch Steigerungspotenzial besitzen. Die Rückraumspielerinnen Jana Lichtscheidel, Nina Bestle, Laura Wedrich, Vicky Egle und Lisa Neumann finden sich zunehmend besser zurecht. Mit den Flügelflitzern Sarah Stephan und Saskia Probst sowie Kristin Lang, die am Kreis den Durchbruch geschafft hat, sollten die Gastgeberinnen am Sonntag dagegenhalten können. Vielleicht verleiht die Stimmung in der immer besser besetzten Gymnasiumhalle der TSH zusätzlich Flügel.


TSH zieht Protest zurück

Die TS Herzogenaurach hat den am Samstag in Regensburg wegen eines später auch von den Schiedsrichtern zugegebenen Regelverstoßes eingelegten Protest zurückgezogen. Der Trainer der Gastgeberinnen war wegen wiederholter Proteste disqualifiziert worden. Dadurch hätte automatisch eine Regensburger Akteurin für zwei Minuten auf die Bank gemusst, was die Unparteiischen übersahen.

Die TSH-Verantwortlichen haben bei ihrer Recherche festgestellt, dass die formale Auslegung durch die unterschiedlichen Instanzen eine enorme Bandbreite beinhaltet. Angesichts der Tatsache, dass Regensburg deutlich in Front lag, wäre es vermutlich maximal zu einem Wiederholungsspiel gekommen - verbunden mit Verfahrenskosten in vierstelliger Höhe. Ein Risiko, das der Verein nicht eingehen wollte.
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