Herzogenaurach
Basketball

Piranhas beißen in letzter Sekunde zu

Die TS Herzogenaurach führte gegen Ansbach bis wenige Augenblicke vor Schluss, ehe der TSV das Mittelfranken-Derby doch noch für sich entschied.
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Daniel Krause (am Ball) konnte mit 16 Zählern nicht verhindern, dass die Longhorns wieder als Verlierer vom Feld schlichen. Foto: Picturedreams
Daniel Krause (am Ball) konnte mit 16 Zählern nicht verhindern, dass die Longhorns wieder als Verlierer vom Feld schlichen. Foto: Picturedreams
Erst Himmel dann Hölle. So lässt sich die Gefühlslage bei den Regionalliga-Basketballern der TS Herzogenaurach nach der knappen Heimniederlage gegen Ansbach wohl zusammenfassen. Nach dem wohl besten ersten Viertel, dass die Longhorns jemals in der Regionalliga abgeliefert haben (40 Punkte, davon acht Dreier), gelangen dem Team nur noch 34 Zähler, und buchstäblich in der letzten Sekunde ging auch der Sieg flöten. Nach der sechsten Pleite im siebten Spiel befinden sich die Herzogenauracher mitten im Abstiegskampf.


TS Herzogenaurach - TSV Ansbach 74:75

Es sah am Anfang so gut aus für die Gastgeber, denen anzumerken war, dass sie sie die schwache Leistung aus dem Schwabing-Spiel (nur ein Punkt im ersten Viertel) vergessen machen wollten. Egal, wer den Ball in seinen Händen hielt: Sobald der Ball in Richtung Korb geworfen wurde, war er drin. Daniel Krause und Stefan Dinkel netzten je zwei Dreier ein, unter dem Korb dominierte Ben Gahlert und vernaschte seine Gegenspieler nach Belieben.

In der Defensive eroberten Tobias Übbing und Mike Kaiser etliche Ballgewinne. Ansbach wurde komplett überrumpelt, lag nach fünf Minuten mit 5:17 hinten und sah sich zu einer ersten Auszeit genötigt. Danach klappte es bei den Piranhas besser, da Nicholas Freer nun mehr Verantwortung in der Offensive übernahm. Doch auch er konnte nicht verhindern, dass die TSH nach zehn Minuten mit 40:20 führte.


TSH geht etwas die Luft aus

Im zweiten Viertel ging den Herzogenaurachern aber nach und nach die Energie aus, zudem taten sie sich gegen die Zonenverteidigung der Ansbacher immer schwerer. Die wiederum fanden nun ihren Rhythmus und forcierten das Spiel unter dem Korb, wo Walter Simon schalten und walten konnte. Mit seinen gut 205 Zentimetern Körpergröße und dem Tempo eines Aufbauspielers war er für die körperlich und athletisch unterlegenen Longhorns nicht zu stoppen, erzielte allein in diesem Viertel acht seiner 29 Punkte und führte die Gäste bis auf 49:40 heran.

Nach der Pause verloren beide Teams den Faden, es entwickelte sich eine Abwehrschlacht, die die 350 Zuschauer bestens unterhielt. So viel Abwechslung und spektakuläre Szenen gibt es nicht alle Tage. Die TSH kam durch Mike Kaiser zumindest gelegentlich zu Erfolgen, während die Ansbacher ihr Heil in Walter Simon fanden. So ging es wild und heftig hin und her, vor dem Schlussabschnitt lagen die Herzogenauracher nur noch noch mit 61:54 in Front.

Im vierten Viertel dominierten erstmals die Gäste. Nicholas Freer und Walter Simon harmonierten blind, zeigten all ihre Qualität. Stück für Stück verkürzten sie den Rückstand, und drei Minuten vor Spielende gingen die Bezirkshauptstädter erstmals in Führung (68:66). Fortan blieb das Spiel ausgeglichen, bis die TSH bei noch 18 Sekunden auf der Uhr und beim Stand von 71:73 Einwurf hatte. Trainer Benedikt Aumeier zeichnete das Einwurfsystem auf, welches perfekt ausgeführt wurde und zu einem erfolgreichen Dreier von Daniel Krause führte.


Simon macht den Unterschied

Damit lag die TSH mit 74:73 in Führung, den Ansbachern blieben nur noch zwölf Sekunden. Sie dribbelten nach vorn, die Herzogenauracher verteidigten gut und blockten den Ball. Diesen bekam aber niemand so recht zu fassen, bis er schließlich bei Walter Simon landete, der sofort abdrückte und in der letzten Sekunde des Spiels doch noch zum 75:74-Erfolg für die Piranhas traf.

Leichter wird es im oberfränkisch-mittelfränkischen Aufeinandertreffen beim TSV Breitengüßbach, aktuell Tabellenvierter, am kommenden Samstag sicher nicht.
TSH: Schlindwein, Gahlert (8), Krause (17), Nakic (6), Mike Kaiser (13), Dinkel (13), Bauer (6), Vedin Kaiser, Übbing (11), Veljkovic, Kwilu, Eismann
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