Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Machtdemonstration im Spitzenspiel

Ausgerechnet im Spitzenspiel der Bayernliga feiern die Höchstadt Alligators den bis dato höchsten Saisonsieg und demütigen Dorfen mit einem Dutzend Toren.
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Ales Kreuzer steuerte vier Treffer zum Kantersieg der Alligators in Dorfen bei, drei davon allein im ersten Drittel. Foto: Archiv
Ales Kreuzer steuerte vier Treffer zum Kantersieg der Alligators in Dorfen bei, drei davon allein im ersten Drittel. Foto: Archiv
Mit einem bärenstarken Auftritt hat der Höchstadter EC seinen ärgsten Verfolger am Freitagabend schmerzhaft in die Schranken gewiesen und den Vorsprung auf Platz 2 in der Eishockey-Bayernliga auf fünf Zähler ausgebaut. Der Auftritt beim ESC Dorfen glich einer Machtdemonstration. Gleich ein Dutzend Treffer schenkten die Aischgründer den Eispiraten ein, die nur im zweiten Drittel für ein paar Minuten den Eindruck erweckten, dass sie dem Spitzenreiter auch spielerisch das Wasser reichen können. Davor waren sie nur durch übertriebene Härte aufgefallen, ohne dass dies adäquat geahndet worden wäre. Danach wurden die Oberbayern vor 500 Zuschauern regelrecht zerlegt.


ESC Dorfen - Höchstadter EC 5:12

Was die Gäste vom Start weg aufs Eis brachten, war eines Spitzenreiters würdig und begeisterte die rund 150 mitgereisten Fans. Nach 35 Sekunden gab Vitalij Aab den ersten Schuss auf das Dorfener Gehäuse ab, das folgende Bully brachte gleich der Erfolg: Jiri Mikesz bugsierte den Puck zu Ales Kreuzer, der das 0:1 markierte. Ein Angriff der Eispiraten fand bei Goalie Philipp Schnierstein ein Ende, beim Überzahl-Konter im direkten Gegenzug bediente Daniel Jun abermals Kreuzer, der zum 0:2 ins rechte Eck vollendete. Und weil Dorfen wenig später noch eine Strafe zog, schlug der HEC im Powerplay gleich noch einmal zu. Jun und Kreuzer setzten Aab in Szene, der trocken zum 0:3 abschloss (5.). Der ESC war angeschlagen, brauchte eine Auszeit, um sich zu sammeln. Die Antwort lautete übertriebene Härte, die - zum Entsetzen der HEC-Anhänger - vom Schiedsrichter nicht unterbunden wurde. Markus Babinsky, Tomas Urban, Oleg Seibel oder Daniel Tratz wurden mit Stockstichen traktiert, lagen mitunter minutenlang auf dem Eis. Für Dorfen blieb das ohne Folgen, stattdessen bekam André Lenk eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen Reklamierens aufgebrummt. Wie aus dem Nichts gelang Kroner mit einem Schuss von der blauen Linie das 1:3 (9.), doch spielerische war Höchstadt auch danach klar tonangebend. Kreuzer - wer sonst - markierte den vierten Gästetreffer, auch wenn ihn die Unparteiischen erst nach längerer Diskussion gaben (13.). Kurz darauf hatte Kreuzer ein weiteres Tor auf dem Schläger, doch die Latte stand im Weg. Stattdessen bekam der ESC einen Penalty zugesprochen, den Florian Brenninger zum 2:4-Pausenstand nutzte (19.).

Nach dem Seitenwechsel schienen sich auch die Gastgeber wieder mehr auf Eishockey konzentrieren zu wollen. Miculka krönte einen Alleingang mit dem Anschlusstreffer (26.), doch im Gegenzug war Michal Petrak nach Vorarbeit von Tratz und Martin Vojcak erfolgreich. Daniel Jun, der im ersten Drittel mehr abbekommen hatte als zunächst vermutet, mischte nicht mehr mit, musste von draußen aber mit ansehen, wie Findeis (27.) und erneut Miculka (30.) die Höchstadter Führung wettmachten. Es ging jetzt hin und her, doch nach einer Auszeit rissen die Gäste das Ruder wieder an sich , Aab nutzte eine doppelte Überzahl zum 5:6 (34.). Vier Minuten später klappte das Powerplay erneut perfekt, Kreuzer erhöhte auf 5:7, Petrak legte den achten Treffer nach (40.) - ein verrücktes Spiel.

Und es wurde noch verrückter, denn Höchstadt hatte noch nicht genug und verpasste den Dorfenern eine richtig bittere Pille: Oleg Seibel legte auf Thilo Grau ab, der den neunten HEC-Treffer besteuerte (45.). Petrak machte es im Powerplay zweistellig (50.), ehe der gefrustete Miculka seinen Arbeitstag durch eine Zehn-Minuten-Strafe beendete. Und die Alligators machten gegen nun kraftlose Eispiraten munter weiter: Grau revanchierte sich mit der Vorlage zum 5:11 bei Seibel (52.), Urban machte das Dutzend voll (55.).


Die Statistik zum Spiel

ESC Dorfen - Höchstadter EC 5:12 (2:4, 3:4, 0:4)

ESC Dorfen: Tor: von Fraunberg, Yeingst; Verteidigung: Numberger, Waldhausen, Schurzmann, Fengler, Mayer, Kroner; Angriff: Göttlicher, T. Brenninger, F. Brenninger, Sorsak, Schroepfer, Mikulca, Selmair, Seidelmayer, Hummel, Hills, Findeis

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Metz; Verteidigung: Urban/A. Lenk, Babinsky/Vojcak, Roth/Ribarik; Angriff: Aab/Petrak/L. Lenk, Kreuzer/Jun/Mikesz, Seibel/Tratz/Grau, Seelmann

SR: Christoph Ober, Alexander Karl, Pacal Weiner
Zus.: 500

Tore: 0:1 Ales Kreuzer (1.), 0:2 Ales Kreuzer (3.), 0:3 Vitalij Aab (5.), 1:3 Johannes Kroner (9.), 1:4 Ales Kreuzer (13.), 2:4 Florian Brenninger (19., P), 3:4 Lukas Miculka (26.), 3:5 Michal Petrak (26.), 4:5 Ernst Findeis (27.), 5:5 Lukas Miculka (30.), 5:6 Vitalij Aab (34.), 5:7 Ales Kreuzer (38.), 5:8 Michal Petrak (40.), 5:9 Thilo Grau (45.), 5:10 Michal Petrak (50.), 5:11 Oleg Seibel (52.), 5:12 Tomas Urban (55.)
Strafminuten: 22 + 10 (Miculka) / 12 + 10 (A. Lenk) + 10 (L. Lenk)
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