Herzogenaurach
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Herzogenaurach: DLRG schleppt Puppen ab

Bei den deutschen Meisterschaften erwiesen sich die Mittelfranken als hervorragende "Superlifesaver". Alle Teammedaillen gingen in die Ex-DDR.
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Herzogenaurachs DLRG-Trainerin Sabine Nordhardt klatscht mit David Zai (Mitte) und Tobias Kreutz ab, bevor diese mit der Staffel der Altersklasse 13/14 an den Start gingen.  Fotos: privat
Herzogenaurachs DLRG-Trainerin Sabine Nordhardt klatscht mit David Zai (Mitte) und Tobias Kreutz ab, bevor diese mit der Staffel der Altersklasse 13/14 an den Start gingen. Fotos: privat
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Nasses Ferienprogramm für die Rettungsschwimmer der DLRG Herzogenaurach. In Hagen (Westfalen) fanden die deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen statt und die fünf Mannschaften der Mittelfranken, die sich für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert hatten, bereiteten sich in einem Trainingslager in Bayreuth darauf vor. Zu den Mädchen- und Jungen-Teams der Altersklasse 13/14, der männlichen Mannschaft der AK 17/18 sowie den Männern und Frauen in der offenen Klasse kamen drei Einzelschwimmer. Damit schickte die DLRG Herzogenaurach so viele Starter wie schon lange nicht mehr zu dem Wettbewerb.


Schaller ist "Superlifesaver"

Am ersten Tag standen im Westfalenbad die Einzelwettkämpfe an. Katharina Schaller schwamm in allen vier Disziplinen überragende Zeiten, stellte neue persönliche Bestzeiten auf und brillierte vor allem in der Kategorie "Superlifesaver". In ihrer Jahrgangsstufe (17/18) belegte sie einen vorher kaum für möglich gehaltenen fünften Platz, in der Mehrkampfwertung wurde sie 14. In der Wertung ihrer Lieblingsstrecke 200 Meter Hindernis erreichte sie Rang 10. und über 200 m "Superlifesaver" den 16. Platz von 53 Schwimmerinnen. Ihre Schwester Johanna (AK 13/14) legte über 50 m Retten mit Flossen eine neue Bestzeit vor und kam über 100 m Hindernis nahe an ihren bei den "Bayerischen" geschwommenen Rekord heran. Deutschlandweit kam sie damit auf den 16. Platz. Tim Dulitz (AK 15/16) war gesundheitlich angeschlagen und blieb deshalb unter seinen Möglichkeiten (Platz 25).

Der nächste Tag stand ganz unter dem Eindruck der Staffel- Wettkämpfe. Die einzelnen Altersklassen blieben wegen Raummangels unter sich, Zuschauen war nur durch die Glaswand des Bads sowie in einer Schule auf einer Leinwand mit Direktübertragung möglich. Die AK 13/14 weiblich mit Leonie Fischer, Kathrin Janes, Alissa Grothe und Anna Seefried musste vier Staffeln schwimmen: 4 x 50 m Retten, 4 x 25 m Puppeschleppen, 4 x 50 m mit dem Gurtretter und 4 x 50 m Hindernis. "Ich hatte die ganze Zeit die Schwimmerin auf der Nachbarbahn im Auge", kommentierte Grothe das Rennen. Janes bemerkte: "Es war ärgerlich, aber die nebenan war schneller als ich." Die Herzogenauracherinnen blieben im Rahmen ihrer Möglichkeiten und erreichten Platz 19.


Hoffnung ruht auf Jungenstaffel

Die größten Hoffnungen der DLRG lagen auf der Jungenstaffel der AK 13/14 mit Tobias Kreutz, Lisa Brieger, Marvin Metz, Johanna Schaller und David Zai. Die Puppendisziplin schwammen sie zwölf Sekunden schneller als bei der bayerischen Meisterschaft, bei der Rettungsstaffel waren es sogar 15 Sekunden weniger. In der Hindernis- und Gurtretterstaffel legten sie die viertbeste Zeit in Deutschland vor. Allerdings unterlief ihnen beim Gurtretten - genauso wie neun anderen Teams - ein Missgeschick, das die Mittelfranken auf Platz 24 zurückwarf. Das Quintett zeigte aber, dass es in der nationalen Spitze mithalten kann und war mit Abstand die beste Mannschaft aus Bayern.
Das Herzogenauracher AK-17/18-Team mit Tim Dulitz, Philipp Harig, Franz Heidingsfelder, Fabio Kaufmair und Sebastian Winkler schwamm alle Staffeln mit Ausnahme der Hindernisstrecke viel schneller als bei der "Bayerischen" und bewies mit Rang 17, dass sich gezieltes Training und gutes Material auszahlen. Im Herzogenauracher Damenteam maßen sich Katharina Schaller, Mona Heubeck, Theresa Neubig sowie die Trainerinnen Elisa Jahnke und Sabine Nordhardt mit der Konkurrenz auf deutscher Ebene. In der Rettungs- und Puppenstaffel waren sie jeweils vier Sekunden schneller als beim Wettkampf auf Landesebene. Letztlich sprang Platz 20 heraus.


Zwei neue bayerische Rekorde

Die Herzogenauracher Herren waren von ihren Wohnorten in ganz Deutschland angereist. Dominik Daub, Johannes Heinz, Andreas Kergaßner, Stefan Przibylla und Christian Ziebuhr schwammen ebenfalls deutlich schneller als bei der "Bayerischen" und unterboten die bayerischen Rekorde bei der Rettungs- und Puppenstaffel. Sie landeten auf Rang 17. Nordhardt war durchaus zufrieden mit dem Abschneiden der Herzogenauracher Rettungsschwimmer und nahm den Pokal für die "Beste Gliederung Bayerns" mit ins heimische Vereinsheim.

Die Medaillen gingen übrigens alle in den Osten: Deutscher Meister wurden die Schwimmer aus dem Landkreis Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt), vor Weimar (Thüringen) und Luckenwald in Brandenburg. GB
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