Herzogenaurach
Jubiläum

Größter Herzogenauracher Erfolg zum Geburtstag

Die 50-jährige Geschichte der TSH-Handballabteilung beginnt mit Berufsanfängern bei Schaeffler. Das passt, denn die Jugendarbeit stand meist im Mittelpunkt.
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2008 war der vorherige tschechische Nationalspieler Csaba Szücs noch für die TSH-Männer am Ball, ehe er als Trainer zu den Damen des FCN wechselte. Heuer feiert die Handball-Abteilung 50. Geburtstag.  Foto: Archiv
2008 war der vorherige tschechische Nationalspieler Csaba Szücs noch für die TSH-Männer am Ball, ehe er als Trainer zu den Damen des FCN wechselte. Heuer feiert die Handball-Abteilung 50. Geburtstag. Foto: Archiv
Was hat die Lehrwerkstatt der Firma Scha effler mit dem aktuellen Höhenflug der Handballerinnen der TS Herzogenaurach zu tun? Offenbar entstand bei handballbegeisterten Berufsanfängern Mitte der 60er Jahre der Wunsch, ihr Hobby im Verein auszuüben. Angeführt von Ausbilder Roland Schwert und dessen Kollegen Gerhard Hofmann, die als Trainer und Abteilungsleiter agierten, gelang es, die Sportart unter dem Dach der TSH zu etablieren. Seitdem sind 50 bewegte Jahre vergangen.

In Ermangelung von Sporthallen wurde anfangs nur auf dem Großfeld gespielt, was die Protagonisten, unter anderem die Brüder Bernhard und Georg Koschella, die heute noch bei den "Alten Herren" sowie als Schiedsrichter für die Abteilung tätig sind, nicht entmutigte. Selbst der damals übermächtige Fußball und der Schatten, den die einst aufstrebende Handball-Hochburg Erlangen warf, konnten die Entwicklung nicht stoppen.

1968 wurde mit Karl Schulz ein legendärer Betreuer, Trainer und Ansprechpartner für den Nachwuchs gewonnen, der diese Funktion noch mit über 80 Jahren gewissenhaft ausübte. Damals gab es kaum einen Top- Spieler in der TSH, der nicht von Schulz an den Handball herangeführt worden war. Am wohlsten fühlte er sich immer bei den Jüngsten - 1983 rief Schulz die erste Mini-Gruppe ins Leben - und letztlich profitierten die späteren Verantwortlichen von seinem Engagement.


B-Jugend sorgt für Höhepunkt

Auch das sportliche Niveau der Aktiven stieg mit dem ersten Highlight 1984, als nämlich die B-Jugend sensationell bayerischer Meister wurde und sich im Duell um die "Süddeutsche" dem damaligen deutschen Meister TV Käfertal erst im Rückspiel beugen musste. In der Folge stand bei den TSH-Handballern der Leistungsgedanke im Fokus, vor allem, als Wolfgang Hentschke 1995 Abteilungsleiter wurde.

Fortan kam es zu einer positiven Mischung aus Übungsleitern aus den eigenen Reihen, wie Ingo Kundmüller und Christian Hentschke, und externer Kompetenz, bestehend aus früheren Bundestrainern, deutschen Meistermachern, einem ehemaligen Weltmeister, Ex-Bundesligaspielern und einem tschechoslowakischen Nationalspieler (s. Infokasten). Es stellten sich beachtliche sportliche Erfolge ein. Die Männer schafften den Aufstieg bis in die Landesliga, die Frauen folgten rasch, nicht zuletzt dank der Jugendarbeit.

Allerdings wurde der Schatten der Erlanger Bundesligaklubs CSG und HG größer, die TSH-Eigengewächse Ende, Haberzettl, Schwantner und Manz erlagen der Verlockung, in der 2. Liga zu spielen. Bei allem Zuspruch, den sich die Herzogenauracher Handballer erwarben, gelang es kaum, Sponsoren im großen Stil zu gewinnen, folglich fehlte es durchgängig an dem auch im Handball erforderlichen "Kleingeld", um sich personell angemessen zu verstärken.


Odemer strebt nach Höherem

Als Christine Odemer 2008 die Abteilung übernahm, war sie nicht nur bestrebt, das Machbare weiter seriös anzupacken, sondern verantwortete auch das weitere Aufstreben des Frauenhandballs. Das Damenteam von Trainer Udo Hermannstädter sorgte nach dem Aufstieg in die Bayernliga 2010 für positive Schlagzeilen, die sich fortsetzten, als Hans-Jürgen Kästl 2015 als Coach ans Ruder kam. Er ergänzte ein gutes Team geschickt mir höherklassig erfahrenen Rückkehrerinnen sowie hoffnungsvollen Talenten vom HC Erlangen und führte es vor wenigen Montan in die 3. Liga. Eine demnächst sowohl sportlich als auch wirtschaftlich enorme Herausforderung für alle Protagonisten in der Abteilung.

Dass dieser Aufstieg just mit dem 50. Abteilungsjubiläum zusammenfällt, ist ein zusätzlicher Grund, am morgigen Samstag kräftig zu feiern. Los geht es um 14 Uhr auf dem Gelände der Musikinitiative Herzogenaurach (MIH), Auf der Nutzung 4. Bei Speis, Trank und Livemusik haben nicht nur die aktuell 286 Mitglieder in 13 aktiven Mannschaften nebst 20 Übungsleitern die Gelegenheit, sich außerhalb der strammen Saisonvorbereitung etwas zu entspannen. Auch interessierte Bürger sind bei freiem Eintritt eingeladen, um unter anderem frühere Spieltrikots für eine Spende zu erwerben. Und bestimmt ist der eine oder andere Ideengeber aus der damaligen Schaeffler-Lehrwerkstatt auch vor Ort.


Externe Kompetenz

Volker Schneller wurde 1966 selbst Weltmeister. Danach führte er die Frauen des FC Nürnberg (zweimal) und die von Bayern Leverkusen (dreimal) sowie die A-Jugend von TuSpo Nürnberg zur Deutschen Meisterschaft. Außerdem war er Bundestrainer, genau wie Bernhard Müller.

Manfred Hofmann wurde als Trainer zweimal Deutscher Meister mit der A- bzw. B- Jugend der CSG Erlangen. Mit Csaba Szücs war ein ehemaliger tschechischer Nationalspieler aktiv, mit Norbert Münch und Ben Ljewar zwei frühere Bundesligaspieler.


TSH-Saisonauftakt:

Frauen, 3. Liga Süd: Sonntag, 17. September, 14.30 Uhr: TS Herzogenaurach  - TuS Metzingen II
Männer, Bezirksoberliga Ostbayern: Sonntag, 17. September, 16.30 Uhr: TS Herzogenaurach  - SV Buckenhofen
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