Röttenbach

Göhrs Binde ist nicht ausgeleiert

Seit sieben Jahren ist Benjamin Göhr beim TSV Röttenbach Kapitän. Weder ein Abstieg noch zwei knapp verpasste Aufstiege oder ein Umbruch änderten das.
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Als Benjamin Göhr dem Fränkischen Tag sein erstes Steilpass-Interview gab, war er nach nur sechs Einsätzen in der Landesliga von der SpVgg Jahn Forchheim zum TSV Röttenbach gewechselt. Grund war der Schichtdienst, den der damals 19-Jährige gerade angetreten hatte. Daran hat sich sieben Jahre später nichts geändert. Auch das Amt des Spielführers, das ihm der damalige Trainer Enzo Penna anvertraute, hat Göhr immer noch inne.

Wer hat Sie angespielt?
Benjamin Göhr: Christian Bauer vom FC Schlaifhausen. Ich war ziemlich überrascht, als ich davon gehört habe, weil wir seit fast 20 Jahren keinen Kontakt mehr hatten. Er war damals immer klein und wuselig und hatte einen ausgeprägten Offensivdrang.

Zuvor spielte Christian eine gefühlte Ewigkeit in Pinzberg. Auch Sie sind dabei, eine Ära zu prägen.
Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich sieben Jahre später immer noch in Röttenbach spiele, hätte ich das kaum geglaubt. Ich wollte eigentlich wieder höherklassig spielen, aber an meiner Schichtarbeit hat sich nichts geändert. Außerdem passt beim TSV einfach alles. Selbst nach dem Abstieg aus der Bezirksliga hatte ich keinen Grund zu gehen, weil die Kreisliga 1 sehr attraktiv ist und viele Derbys bietet.

Ihre Mannschaft ist in den vergangenen Jahren zwei Mal erst in der Relegation am Aufstieg gescheitert und wird von der Konkurrenz regelmäßig als Favorit genannt. Warum läuft es heuer nicht rund?
Wir hatten einen großen Umbruch. Nach fünfeinhalb Jahren hat uns Coach Joachim Müller verlassen und den erfahrenen Torwart Hakan Doganer nach Neunkirchen mitgenommen. Für unseren neuen Spielertrainer Christoph Zeller ist es die erste Station. Dazu sind weitere Leistungsträger gegangen. Im Gegenzug haben wir viele Junge und vermehrt Spieler aus der Gegend integriert. Aus diesem Grund hat mich der Verein gebeten, weiter die Kapitänsbinde zu tragen. Eigentlich wollte ich etwas kürzer treten.

Am Sonntag treten Sie - sofern die Partie nicht abgesagt wird - beim ASV Niederndorf an, der gerade bei Tabellenführer Buckenhofen 0:8 verloren hat. Ist der Gegner verunsichert oder angestachelt?
Ich glaube, dass das Ergebnis gegen Buckenhofen keine allzu große Rolle spielt. Wir haben beim Spitzenreiter eine Woche zuvor mit 0:6 verloren. Beide Mannschaften brauchen die Punkte, wir etwas nötiger als Niederndorf. Der ASV ist eine spielstarke Mannschaft, was uns eher liegt. Von daher hoffe bin ich optimistisch.

An wen spielen Sie weiter?
An Julian Albrecht vom SC Hertha Aisch, mit dem ich in der Höchstadter Realschule war. Er ist mit seinem Team gerade in der untersten Liga, könnte meiner Meinung nach aber viel höher spielen. Er unterschätzt sich selbst, allerdings fehlt ihm auch ein wenig der Ehrgeiz.
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Steilpass-Regeln: Das Spielfeld bilden die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Verboten sind Kurzpässe, also Zuspiele innerhalb des eigenen Vereins, und Rückpässe zu bereits angespielten Aktiven.
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