Erlangen
Radsport

Erlanger bezwingen den Berg

Der vorletzte Lauf eines deutschen Downhill-Wettbewerbs fand in Tschechien statt. Timo Pries und Kim Schwemmer vom RC Erlangen meisterten die Strecke gut.
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Timo Pries vom RC Erlangen belegte Platz 6. privat
Timo Pries vom RC Erlangen belegte Platz 6. privat
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Der vorletzte Lauf des iXS-German-Downhill-Cups führte die deutsche Downhill-Gemeinschaft ins tschechische Klinovec direkt am Grenzübergang Oberwiesental und forderte die Teilnehmer mit dem wohl technisch anspruchsvollsten Kurs der Saison. Der RC 50 Erlangen war mit Kim Schwemmer und Timo Pries vertreten.

Der Trailpark Klinovec hat sich in den vergangenen Jahren zu einem absoluten Hotspot im Bereich Mountainbike entwickelt. Somit war es nur noch eine Frage der Zeit, bis auf der langen und technischen Downhill-Strecke ein internationales Rennen ausgetragen würde.

Der iXS-German-Downhill-Cup erschien als perfekter Partner für den Schritt auf die internationale Bühne, schließlich ist die Grenznähe und die Beliebtheit bei vielen Deutschen, die den Ort als die perfekte Trainingslocation entdeckt haben, ein Argument, das einen erneuten Auslandsstopp der Serie rechtfertigte. Da die deutschen Strecken hinsichtlich ihrer Länge und an der einen oder anderen Stelle auch wegen zu geringer Steilheit immer etwas kritisiert werden, sind die Rennen im benachbarten Ausland eine willkommene Abwechslung.

Zugegebenermaßen stellt Klinovec den Höhepunkt im technischen Anspruch dar und hat wohl einige Teilnehmer an die physische Grenze gebracht, aber damit hat die deutsche Serie eine große Variation der Strecken und Vielfalt in der Charakteristik. Die Strecke vom Keilberg besitzt 3300 Meter Länge und 450 Höhenmeter. Der Untergrund ist eine Mischung aus festem Lehmboden und Steinen in allen Größen, mal fest und mal lose. Kurz mal ausruhen gibt es auf dem Kurs nicht.

Anliegerkurven, offene Kehren, Sprünge und absolute Highspeed-Abschnitte reihen sich aneinander, wobei man auf keinen Fall das berüchtigte Steinfeld unerwähnt lassen sollte. Und als wenn das noch nicht gereicht hätte, wurden die Anforderungen an Mensch und Maschine zusätzlich durch eher suboptimales Wetter erhöht. Schon bei der Anreise am Donnerstagabend oder Freitagmorgen präsentierte sich der Schauplatz nasskalt mit Nebel.

Glücklicherweise, und ein Lichtblick für alle Beteiligten, besserten sich die Prognosen von Tag zu Tag, denn am Mittwoch vor dem Rennen waren noch 100 km/h Wind und Dauerregen bei einstelligen Temperaturen vorausgesagt. Am Ende war es nur halb so schlimm, auch wenn es keine sommerlichen Bedingungen waren. Der Samstag fing an, wie der Freitag aufgehört hatte, nämlich mit dem Training bei nassen Verhältnissen.

Im Laufe des Vormittags besserten sich die Bedingungen, es wurde heller und glücklicherweise auch trockener. So langsam hatten sich alle mit dem Kurs arrangiert und somit war es langsam Zeit für ein erstes Leistungsbarometer. Beim vorletzten Rennen der Saison ist der Seeding-Run gefühlt etwas mehr wert, als man ihm zu Beginn beimisst, denn es wird immer deutlicher, dass auch dieser wichtige Punkte für die Gesamtwertung liefert und schon bald wird abgerechnet.

Klar war auf jeden Fall: Wer sich hier die letzten Startplätze fürs Finale sichert, der ist in einer Topform. Am Ende waren es Erik Irmisch und Nina Hoffmann, die die Tagesbestzeiten runterbrachten und somit die Elite-Klassen anführten. Ebenfalls in der Königsklasse sind die Erlanger Downhiller unterwegs. Kim Schwemmer erreichte mit einer Zeit von 5:03,120 Minuten im Seeding-Run Rang 2, Timo Pries sicherte sich mit einem nahezu perfekten Lauf Platz 8 (4:22,555). Die extrem lange Strecke verlangte von den Fahrern höchste Konzentration und keine Sekunde Verschnaufpause.

Am Sonntag waren alle auf das Rennen gespannt, da nicht klar war, ob die Fahrer ihre Läufe bei den schwierigen Bedingungen auf den knapp 3,5 Kilometern fehlerfrei und ohne Sturz bis in Ziel bringen. Bei den Männern gab es einen Wechsel an der Spitze, so dass Rick Balbierer den Sieg einfuhr und Irmisch auf Rang 2 verwies. Pries unterbot seine Zeit vom Vortag um gute zwei Sekunden und freute sich mit einer Zeit von 4:20,293 Minuten und nur sechs Sekunden Rückstand auf den Sieger über Platz 6.

Bei den Frauen war auch am Renntag die überragend fahrende Fahrerin Nina Hoffmann nicht zu schlagen. Schwemmer gelang erneut ein super Run - mit einem Rückstand von gut 15 Sekunden fuhr sie zu Silber. Auch Schwemmer verbesserte ihre Leistung vom Vortag um eine Sekunde. Schon in zwei Wochen werden beide Erlanger in Leogang beim European Downhill-Cup an den Start gehen.
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