Herzogenaurach
Handball

Ein kurzer Tritt aufs Gaspedal

Zehn starke Minuten reichen der TSH, um im Aufsteigerduell entscheidend davonzuziehen. So bleiben einige Nachlässigkeiten im Endeffekt ohne Konsequenzen.
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Lisa Neumann (rotes Trikot) ist immer wieder für überraschende Aktionen gut und stellt die gegnerische Abwehr mit ihrem Durchsetzungsvermögen vor eine große Herausforderung. Foto: Picturedreams
Lisa Neumann (rotes Trikot) ist immer wieder für überraschende Aktionen gut und stellt die gegnerische Abwehr mit ihrem Durchsetzungsvermögen vor eine große Herausforderung. Foto: Picturedreams
40 Minuten lang begeisterten die Handballerinnen der TS Herzogenaurach die 250 Zuschauer, eine regelrechte Leistungsexplosion sorgte dafür, dass das Heimspiel gegen die FSG Waiblingen-Korb II in der 3. Liga Süd deutlich gewonnen wurde. Die Gäste erwiesen sich als spielstarkes Team, das sich aber immer wieder aber technische Fehler leistete, welche die Gastgeberinnen vor allem in der ersten Halbzeit gnadenlos ausnutzen.


TS Herzogenaurach - FSG Waiblingen-Korb II 29:23

Nur bis zum 4:4 (10.) hielten die Württembergerinnen mit, dann setzte das Team von Trainer Klaus Watzinger zu einem fulminanten Zwischenspurt an und setzte sich bis auf 10:4 ab (20.). Die Startbesetzung mit Ebersberger im Tor sowie den Feldspielerinnen Neumann, Probst, Bestle, Lang, Lichtscheidel und Stephan hatte sich sowohl im Abwehrverband als auch offensiv regelrecht freigespielt. Und hätten sie bis zur Pause nicht sechs klarste Torchancen ausgelassen, wäre die Partie wohl schon nach 30 Minuten entschieden gewesen. Stattdessen schlichen sich einige Leichtsinnsfehler ein, weshalb die Gäste vor dem Seitenwechsel nicht komplett auf verlorenem Posten standen (15:8)

Watzinger und sein Co-Trainer Mirko Scholten veränderten die Formation auf drei Positionen, doch die Maßnahme fruchtete nicht: Der Spielfluss ging zunehmend verloren, die Abwehrarbeit wurde von Nachlässigkeiten überschattet. Es waren nun Einzelaktionen, mit denen es der TSH gelang, den Gegner auf Distanz zu halten. Bezeichnend: Waiblingen nahm Nina Bestle in Pressdeckung, doch ihre Nebenleute schafften es nicht, den nun breiteren Durchbruchsraum effektiv zu nutzen. Im Berstreben, individuelle Maßnahmen zu ergreifen, gab es im TSH-Verbund nun vermehrt Missverständnisse.
Als es in der 51. Minute nur noch 24:20 stand, schien es, als könnte die TSH den Sieg noch aus der Hand geben. Doch Kreisläuferin Kristin Lang und Linksaußen Tanja Küffner hielten ihr Team mit beherzten Aktionen auf Kurs, und letztendlich waren die Mittelfranken dem Mitaufsteiger doch in allen wichtigen Belangen überlegen.

Nina Bestle setzte auf der Spielmacherposition immer wieder Akzente und machte auch als Torschützin einen großen Schritt nach vorn. Saskia Probst fand rasch ins Spiel und verstand es, ihre Schnelligkeit auszuspielen. Kristin Lang überzeugt zum einen als Fels in der Innenverteidigung, zum anderen wurde ihr mutiges Wirken am Kreis zu einem mitentscheidenden Faktor.
Die explosive Jana Lichtscheidel muss noch etwas Raffinesse in ihre Würfe bringen, um den Gegner vor größere Probleme zu stellen. Die Beständigkeit in Person ist Linksaußen Sarah Stephan, die ein großartiges Timing für Gegenstöße besitzt und in ihren Würfen immer variabler wird. Meist unauffällig, aber enorm wichtig für das Durchsetzen in der gegnerischen Abwehr ist die schwer berechenbare Lisa Neumann. Insgesamt überzeugte die TSH mit mannschaftlicher Geschlossenheit, wobei der Erfolg den Möglichkeiten entsprechend durchaus höher hätte ausfallen können.

"Das wird uns auf auf dem Boden halten", sagte Watzinger, der die häufigen personellen Umstellungen in der zweiten Halbzeit so begründete: "In dieser schweren Liga brauchen wir jede Spielerin und müssen deshalb allen genug Spielpraxis geben." Gegen Waiblingen rächte sich das nicht.

TSH: Ebersberger, Gerling - Stephan (4), Egle, Wedrich (2/1), Bestle (3), Probst (6), Lichtscheidel (3), Zimmermann (1), Lang (4), Erdmann (1), Theobald, Küffner (2), Neumann (3)
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