Forchheim
Absteiger-Check

Die TKV-Welle schwimmt

Die Fußballer des türkischen Kulturvereins aus Forchheim pendeln regelmäßig zwischen A-Klasse und Kreisliga. Jetzt gab es wieder einen Umbruch.
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Aus den vergangenen 20 Jahren ist der TKV Forchheim Auf- und Abstiege gewohnt. Zweimal ging es in dieser Zeit von der A-Klasse in die Kreisliga und zurück. Vor allem nach den Doppelabstiegen 2010 und 2011 sowie im vergangenen Jahr und heuer war der Umbruch besonders groß. Etliche Spieler, darunter die beiden Trainer, haben den Verein in diesem Sommer oder bereits während der Seuchen-Saison verlassen, elf Neue schließen sich dem Team um Spielleiter Samet Deniz an. Auch wenn die Größe des Kaders dadurch sinkt, hofft der 25-jährige Funktionär, dass er in der kommenden Spielzeit nicht mehr aushelfen muss.

182 Gegentore und nur vier Punkte in 30 Spielen. Sind Sie froh, dass die Saison 2016/2017 Geschichte ist?
Samet Deniz: Da wäre jede Mannschaft froh, wenn so eine Seuchensaison rum ist. Jetzt hat sich fast die komplette Mannschaft geändert. Es herrscht ein anderes Klima. Deswegen freuen sich jetzt alle auf die neue Saison und sind wieder motiviert.

Die Statistik verzeichnet 23 Abgänge. Ist die Abwanderungswelle wirklich so groß?
Einige davon haben angekündigt, kürzer zu treten. Wir planen zwar nicht fest mit ihnen, aber die meisten davon trainieren mit und stehen dem neuen Trainer wahrscheinlich zur Verfügung.

Der neue Trainer heißt Ali Sakli. Wie kam seine Rückkehr nach zwei Jahren zum TKV zustande?
Nach internen Ungereimtheiten hatte uns Sinan Tosun schon während der Saison verlassen. Kurz vor Rundenende hat auch sein Bruder Arif hingeschmissen. Zu den Trainerproblemen wurde schon genug geschrieben. In der Familie gibt es manchmal Unstimmigkeiten. Wir finden es nur schade, dass es an die Öffentlichkeit gelangt. Mit Ali haben wir einen guten Nachfolger gefunden. Er ist ein ehemaliger TKV-Spieler, er kennt den Verein in- und auswendig. Eigentlich sollte er das Amt mit Mustafa Özsoy übernehmen, doch Musti bliebt beim SC Oberreichenbach.

Welche Faktoren waren für den zweiten Abstieg in Folge ausschlaggebend?
In den letzten zwei Spielzeiten hatten wir viele hochwertige Abgänge, diese konnte der Verein leider nicht ersetzen. Dadurch kam die Mannschaft an einen Tiefpunkt, an dem die Trainer Schwierigkeiten hatten, sie zu motivieren. Dazu kam, dass sich unser Keeper Samet Özcavdar am 19. Spieltag das Kreuzband gerissen hat. So standen in der Schlussphase fünf verschiedene, vorwiegend ungelernte Torhüter zwischen den Pfosten. Auch ich habe mich dreimal in den Kasten gestellt.

Sie sind erst 25. Warum spielen Sie nur im Notfall?
Ich habe Frau und Kind und will mich lieber um das Organisatorische kümmern, damit es beim TKV wieder geordnet zugeht. Außerdem sind die meisten Spieler ja noch jünger als ich (lacht). Ich ziehe die Vorbereitung aber voll durch, um im Notfall bereitzustehen.

Was sind die wichtigsten Personalien?
Orcun Hantal vom SV Bammersdorf soll Tugay Aksan ersetzen, der mit fünf Treffern unser bester Torschütze war. Samet Özcavdar geht umgekehrt nach Bammersdorf, dafür kommt Keeper Murat Samar aus der Jugend des 1. FC Burk.

Ablauf: In den nächsten Wochen, bis die neue Saison beginnt, führen wir Gespräche mit verschiedenen Absteigern aus dem Fußballkreis Erlangen/Pegnitzgrund, die in der kommenden Spielzeit einen Neuanfang in einer tieferen Klasse machen müssen.
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