Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Der HEC muss sich erst einmal sortieren

Den Alligators fehlen zunächst die zündenden Ideen, dann reichen acht überragende Minuten, um den 14. Saisonsieg in trockene Tücher zu bringen
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Die Alligators um Lukas Lenk (rechts), der sich hier im Laufduell gegen Simon Pfeiffer behauptete, brauchten 25 Minuten, um ihren Rhythmus zu finden. Fotos: Johannes Höllein (8), Jürgen Hauke (2)
Die Alligators um Lukas Lenk (rechts), der sich hier im Laufduell gegen Simon Pfeiffer behauptete, brauchten 25 Minuten, um ihren Rhythmus zu finden. Fotos: Johannes Höllein (8), Jürgen Hauke (2)
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Es bleibt dabei, der Höchstadter EC ist das Maß der Dinge in der Eishockey-Bayernliga. 25 Minuten lang roch es am Freitagabend im Hauptrunden-Rückspiel gegen den TSV Erding nach einer Überraschung, dann drehte der Spitzenreiter auf und sicherte sich trotz eines personellen Engpasses mit einem starken zweiten Drittel den 14. Sieg im 14. Saisonspiel.


Höchstadter EC - TSV Erding 5:2

Die personelle Situation machte bei den Alligators einige Umstellungen nötig. Die ungewohnte Zusammensetzung der Reihen schlug sich auf das Spiel der Hausherren nieder, wobei sie trotzdem überlegen waren und sich ein deutliches Chancenplus herausspielten. Doch es fehlte die letzte Konsequenz in den Abschlüssen, und auch im Powerplay - bisher eine absolute Waffe - fehlte gleich dreimal die Durchschlagskraft. Erding, das doch ohne Ex-Alligator Stephan Hiendlmeyer angereist war, trat nach zehn Minuten erstmals offensiv in Erscheinung, doch während Deubler noch scheiterte, stellte gleich die nächste Chance den Spielverlauf auf den Kopf. Bei einem Konter parierte HEC-Goalie Carsten Metz zwar noch gegen Schwarz, doch Zimmermann nutzte den Abpraller zum 0:1 (13.). Die Hausherren suchten vergeblich nach der richtigen Antwort. Stattdessen erwies Thilo Grau seinem sowieso nur knapp besetzten Team einen Bärendienst, als er für einen Stockstich und eine anschließende Keilerei mit einer Spieldauer-Strafe belegt wurde (20.).
Erste Unkenrufe in der Anhängerschaft machten sich breit, dass der Spitzenreiter seinen ganz persönlichen Black Friday erleben könnte, zumal es zu Beginn des zweiten Drittel knapp fünf Minuten Unterzahl zu überstehen galt.

Und als dann auch noch Michal Petrak in die Eisbox musste, hatte Erding 77 Sekunden Zeit, den Vorsprung mit zwei Mann mehr auszubauen. Doch die Alligators verteidigten geschickt, konnten sich auf Metz verlassen und hatten Glück, dass die Gäste mit Ablauf der Überzahl selbst eine Strafe zogen. Und diesmal machte der HEC im Powerplay kurzen Prozess: Oleg Seibel legte auf Petrak ab, der das 1:1 markierte (26.). Jetzt war endlich Leben in der Bude, auf dem Eis wurde es zunehmend giftig, wobei die Gastgeber jetzt wie aufgedreht agierten. Felix Ribarik zog aus zentraler Position von der blauen Linie ab, sein Schuss schlug knochentrocken zum 2:1 ein (27.). Damit nicht genug: Daniel Tratz stocherte die Scheibe in seinem 300. Spiel für Höchstadt zum 3:1 über die Linie (30.), und Erding wusste sich nur mit einem Torhüterwechsel zu helfen. Doch auch Jonas Steinmann, der für Gerlspeck kam, hatte kein Glück. Vitalij Aab sondierte - hinter dem TSV-Tor stehend - die Lage, passte zu Petrak, der nach zwei Körpertäuschungen freie Bahn hatte und das 4:1 erzielte (33.). Doch die tapferen Gladiators aus Oberbayern ließen die Köpfe nicht hängen und belohnten sich im Powerplay, als Krzizok zum 4:2-Pausenstand erfolgreich war (39.).

Im Schlussabschnitt wollten es die Gladiators noch einmal wissen, und es sah kurz danach aus, als könnte es für den HEC ein Kraftakt werden, den Sieg heimzuschaukeln. Doch nach einem kurzen Aufbäumen hatten die ebenfalls nicht mit einer langen Bank gesegneten Erdinger ihr Pulver verschossen. Höchstadt ließ in der Folge meist Puck und Gegner laufen. Torhüter Steinmann verhinderte bei Abschlüssen von Ales Kreuzer und Vitalij Aab Schlimmeres, war in der 59. Minute aber machtlos. Im Powerplay spielten Lukas Lenk und Petrak Altmeister Aab frei, der den 5:2-Endstand herstellte.


Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC - TSV Erding 5:2 (0:1, 4:1, 1:0)

Höchstadter EC: Tor: Metz, Schnierstein; Verteidigung; Roth/Urban, Vojcak/Ribarik; Angriff:
Aab/Petrak/L. Lenk, Tratz/Mikesz/Kreuzer, Seelmann/Grau/Seibel

TSV Erding: Tor: Gerlspeck (31. J. Steinmann); Verteidigung: Wagner, Lorenz, Mühlbauer, Schwarz, Bernhardt, Wallek; Angriff: Zimmermann, Pfeiffer, Dichtl, Krzizok, Deubler, Berndt, K. Steinmann

Schiedsrichter: Siegfried Gut, Petr Fiala, Jan Kaderabek
Zuschauer: 753

Tore: 0:1 Florian Zimmermann (13.), 1:1 Michal Petrak (26.), 2:1 Felix Ribarik (27.), 3:1 Daniel Tratz (30.), 4:1 Michal Petrak (33.), 4:2 Daniel Krzizok (37.), 5:2 Vitalij Aab (59.)
Strafminuten: 13 + 20 (Grau) / 16
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