Herzogenaurach
Handball

Aufsteiger schrammt an einer Sensation vorbei

Schade, beinahe hätten die Handballerinnen der TS Herzogenaurach in der 3. Liga Süd den favorisierten Tabellenzweiten aus Freiburg ein Bein gestellt.
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Die TSH um Kreisläuferin Kristin Lang verstand es, den Favoriten über weite Strecken zu ärgern, ging jedoch leer aus. Foto: Sportfoto Zink
Die TSH um Kreisläuferin Kristin Lang verstand es, den Favoriten über weite Strecken zu ärgern, ging jedoch leer aus. Foto: Sportfoto Zink
Über 300 Zuschauer erlebten eine technisch nur phasenweise anspruchsvolle Partie, welche jedoch von enormer Spannung und tollem Einsatz lebte und zu einem echten Krimi wurde. Da beide Seiten weitgehend fair zu Werke gingen, wurde das Spiel doch zu einem sportlichen Highlight.


TS Herzogenaurach - HSG Freiburg 22:25

Vom Anpfiff an kämpften alle Protagonisten um jeden Zentimeter Boden. Die TSH überzeugte dabei vor allem mit einer durchgängig aufopferungsvollen Abwehrarbeit, was den Gäste- Co-Trainer Ralf Sausmann später zu der Aussage veranlasste, dass "es uns bislang keine gegnerische Abwehr so schwer machte". Mehr noch, in den 30 Minuten war nicht zu erkennen, welches Team zu den Titelfavoriten zählt und welches Woche für Woche um jeden Punkt für den Klassenerhalt kämpfen muss.

Mit 2:0 und 11:9 (26.) war das Watzinger-Team mit jeweils zwei Toren in Front gegangen und lag vor der Pause nie im Rückstand. Andererseits hielten die Gäste durchgängig dagegen, was auch der Tatsache geschuldet war, dass jede Freiburgerin individuell enorme Gefahr ausstrahlte. Wird dann noch berücksichtigt, dass es TSH-Torfrau Martina Ebersberger erst in der 19. Minute gelang, einen Wurf zu parieren, ist das Lob für die Abwehr nachvollziehbar.

Die Gastgeberinnen verstanden es in dieser Begegnung erstmals, die übliche Schwächephase nach Wiederanpfiff mühsam zu vermeiden, auch weil das Trainer-Duo die Stammformation relativ lange zusammen ließ. Aber eine solch physische und zunehmend auch psychische Herausforderung lässt sich nicht mit sechs Akteurinnen durchstehen. Die mit Maß vollzogenen Wechsel waren aber nicht ursächlich dafür, dass die Breisgauerinnen langsam Oberwasser bekamen.

Nun musste die TSH ständig einem knappen Rückstand hinterherlaufen und schaffte dabei immerhin in der 49. Minute den 18:18 Ausgleich. Doch exakt jetzt bekam das TSH-Spiel einen Knacks: Bei Überzahl und Ballbesitz machten ein Stürmerfoul und ein Schrittfehler den Vorteil zunichte, die Gäste brachten wieder zwei Tore zwischen sich und den Gegner (18:20).
Dies ist deswegen schwer nachzuvollziehen, weil die TSH bis dahin zahlreiche Topaktionen auf das Spielfeld gezaubert hatte. Doch Herzogenaurach bewies Moral, glich in der 54. Minute zum 20:20 aus und schöpfte neue Hoffnung.

Letztendlich gaben aber zwei Freiburgerinnen den Ausschlag dafür, dass die Sensation ausblieb. Zunächst nutzte die bislang drittbeste Torschützin der Liga, Nadine Czok, zweimal hintereinander die erlahmenden Kräfte der TSH konsequent zu Toren, nachdem man sie zuvor an sich sehr gut neutralisiert hatte. Als Watzinger sie dann in Pressdeckung nahm, nutzten dies die ungemein beweglichen Nebenleute für unwiderstehliche Alleingänge. Über 21:21, (58.) bis zum Abpfiff gab sich die HSG keine Blöße mehr.

Letztendlich machten die wenigen leichtfertigen Fehler aufseiten des Aufsteigers den Unterschied, wenngleich sich die TSH Respekt für eine beherzte Vorstellung verdiente. "Wir wussten um die Schwere der Aufgabe und sind deswegen auch schon gestern nach Franken gereist. Unsere Torfrau hielt zum Glück die machbaren Bälle und letztlich waren es nur Nuancen, die entschieden", erklärte Sausmann. Sein Gegenüber, Klaus Watzinger, sagte: "Wir haben prima Abwehrarbeit geleistet, es aber leider versäumt, dies in Tore umzumünzen."

TSH : Ebersberger, Gerling - Stephan (4), Egle, Wedrich (5/3), Bestle (1), Probst (4), Lichtscheidel (2/1), Zimmermann , Lang (4), Erdmann, Theobald, Küffner, Neumann (2)
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