Herzogenaurach
Basketball

Aufholjagd wird nicht belohnt

Nach einem schwachen zweiten Viertel liegen die Longhorns deutlich zurück, bäumen sich dann aber auf und schaffen fast noch die Wende.
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Die Longhorns um Ben Gahlert, der in den Schlusssekunden zur tragischen Figur wurde, überzeugten nach der Pause auf ganzer Linie, standen hinterher aber wieder einmal mit leeren Händen da. Foto: Picturedreams
Die Longhorns um Ben Gahlert, der in den Schlusssekunden zur tragischen Figur wurde, überzeugten nach der Pause auf ganzer Linie, standen hinterher aber wieder einmal mit leeren Händen da. Foto: Picturedreams
Es ist wie verhext. Noch nie haben die Regionalliga-Basketballer der TS Herzogenaurach so viel Spiele so knapp verloren wie in dieser Saison. So wie am vergangenen Samstag, als sich die Longhorns in eigener Halle dem VfL Treuchtlingen mit drei Pünktchen Differenz geschlagen geben mussten. In einem ausgeglichene Derby, das seinen Namen verdient hatte, setzten sich die "abgezockten" Gäste gegen leidenschaftlich kämpfende Herzogenauracher durch, die weiter im Tabellenkeller festhängen.


TS Herzogenaurach - VfL Treuchtlingen 71:74

Zu Beginn wirkten die Kontrahenten träge. Denn irgendwie ging es zwar schon hin und her, richtig Fahrt wollte das Spiel aber nicht aufnehmen. Mike Kaiser bescherte der TSH mit einem Dreier eine 9:4-Führung (5.), danach kamen die Gäste besser ins Spiel. Der überragende Stefan Schmoll wurde nun immer wieder unter dem Korb gesucht führte die Seinigen zu einem 16:13-Vorsprung.
Im zweiten Viertel übernahm der Tabellenzweite das Kommando. Aufbauspieler Tim Eisenberger setzte seine Mitstreiter gekonnt ein oder punktete selbst. Und weil auch Florian Beierlein Verantwortung bei der Punkteproduktion übernahm, schlug das Pendel immer mehr zu Gunsten der Treuchtlinger aus. Die Aurachstädter verloren währenddessen total ihren Rhythmus, trafen häufig die falsche Entscheidung und nahmen etliche schwere Würfe, die sie dementsprechend nur selten trafen. So lagen sie zur Pause fast schon aussichtslos mit 25:43 im Hintertreffen.


Nicht mehr zu bremsen

Die Hoffnung, dass die TSH noch einmal würde zurückschlagen können, war nicht gerade ausgeprägt unter den rund 350 Zuschauern. Doch die Longhorns straften sie Lügen, denn sie kamen voller Energie und Enthusiasmus aus der Kabine, verteidigten mit Mann und Maus und rannten, was das Zeug hielt. Patrick Horstmann und Daniel Krause sorgten für Zählbares, während in der Verteidigung Tobias Übbing und Vedran Nakic die Zügel enger zogen und so etliche Ballgewinne generierten. Diese wurden dann flugs in Fast Breaks umgewandelt, und die Treuchtlinger wussten nicht mehr, was sie gegen diesen Herzogenauracher Angriffswirbel unternehmen sollten. Die Folge war, dass die TSH dieses Viertel mit 32:16 gewann und auf 59:57 verkürzte.
Im Schlussabschnitt schaukelten sich die Kontrahenten gegenseitig hoch, keiner wollte auch nur einen Zentimeter Raum herschenken, es wurde um jeden Ball gekämpft. Während die Treuchtlinger hauptsächlich in Stefan Schmoll ihren Punktegaranten fanden, verteilte die TSH die offensive Last auf mehrere Schultern. Als noch 20 Sekunden auf der Uhr waren, hatten die Herzogenauracher beim Stand von 71:72 den Ball und setzten zum letzten Angriff an. Sie spielten die Zeit herunter und suchten den bis dato starken Ben Gahlert, der sich unter dem Korb gegen zwei Spieler durchsetzte. Doch der Ball fiel nicht durchs Netz, sprang wieder heraus und wurde eine Beute der Treuchtlinger. Um noch einmal in Ballbesitz zu kommen, foulte die TSH und nahm sogar zwei Freiwürfe in Kauf, die der VfL prompt nutzte. Ein Abschluss wollte den Hausherren jedoch nicht mehr gelingen, und so stand eine weitere bittere Niederlage zu Buche.
"Wir haben heute ein richtig gutes Spiel abgeliefert. Alle acht Spieler haben alles, was sie haben, in die Waagschale geworfen. Es hätte keinen Verlierer geben dürfen", sagte TSH-Coach Benedikt Aumeier hinterher. Natürlich sei es psychisch hart, drei der vergangenen vier Spiele mit drei Punkten oder weniger zu verlieren. "Aber wir werden nicht aufgeben, sondern weiter hart arbeiten. Irgendwann wird sich das Blatt auch wieder wenden. Auf jeden Fall sind wir auf dem richtigen Weg, und den werden wir konsequent weitergehen."
TSH: Kaiser (16/1), Nakic (5/1), Gahlert 14, Krause (13/1), Horstmann 14, Eismann, Übbing 4, Dinkel (5/1)
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