Adelsdorf
Leichtathletik

Jeder Kilometer bringt bare Münze

Um den eigenen Körper in Form zu bringen, fingen Christian und Peter Weiß an zu laufen. Doch schnell reifte der Gedanke, für einen höheren Zweck zu schwitzen.
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Christian (links) und Peter Weiß laufen für den guten Zweck. Foto: Johanna Blum
Christian (links) und Peter Weiß laufen für den guten Zweck. Foto: Johanna Blum
Christian Weiß aus Adelsdorf und sein Onkel Peter aus Höchstadt haben nicht nur den Zugspitz-Supertrail in Greinau über 60,7 Kilometer erfolgreich geschafft. Seit mehr als fünf Monten laufen sie auch stets für einen guten Zweck. Die U4 Fighters sind eine kleine, privat organisierte Sportgruppe, die sich im Jahr 2011 zusammen fand.

"Der Fränkische Schweiz Marathon 2012 hatte uns damals gereizt und mein Onkel und ich nahmen auch wirklich neun Monate später als Team teil", erklärt Christian Weiß. "Unseren Namen hatten wir schnell gefunden: U4 Fighters. Er bedeutet, dass wir diesen Marathon unter vier Stunden laufen wollten - da mussten wir schon kämpfen und wöchentlich absolvierten wir 30 bis 40 Trainingskilometer", fährt er fort.

So kann es nicht weitergehen

Tatsächlich hatten es die beiden dann auch geschafft. In 3:56 Stunden gingen sie durchs Ziel. Aber wie kommt man - als ehemaliger "Couch-Potato" mit etwas Übergewicht - auf die Idee, einen Marathonlauf mitzumachen? "Ich habe erst im Alter von 36 Jahren mit dem Laufen angefangen", verrät Christian Weiß, der kurz vor seinem 40. Geburtstag steht. "Ich wollte etwas unternehmen, denn ich merkte, dass es so nicht weiter geht." Er begann mit dem Walken und als er dann vom Fränkischen Schweiz Marathon hörte, und erfuhr, dass man auch Team-Marathon machen könne, fragte er seinen Onkel, ob der mit einsteige.

Peter Weiß, bis dahin auch nicht besonders sportlich aktiv - außer als Fußballer im Altherrenteam in Gremsdorf - ließ sich mutig auf das Wagnis ein. Christian selbst war am Ende mit 26 Kilometern und Peter mit den restlichen 16 Kilometern dabei - mit Erfolg.

Dafür hatten die beiden ihre Ernährung umgestellt und immer häufiger an normalen Laufveranstaltungen teilgenommen. Bereits beim Abspulen der vielen, dem Marathonlauf vorangegangenen Trainingskilometer entstand irgendwann der Gedanke, dass das Ganze neben dem Spaß am Sport noch einen weiteren Sinn haben sollte. Man könnte ja für einen guten Zweck laufen.

Die Summe wird nicht zu hoch

Im Februar 2014 war dann der Sponsoringlauf geboren. Das heißt, dass nun jeder gelaufene Kilometer in klingende Münze umgewandelt werden, also helfen kann. "Es gibt so viele Menschen um uns herum , denen es nicht so gut geht und denen wollen wir auf diese Weise helfen", sind sich Christian und Peter Weiß einig. Sie suchten Sponsoren, die dann die Möglichkeit haben, über einzelne Läufer, die bei ihnen registriert sind, ein so genanntes Kilometergeld zu spenden. "Bei uns ist man in der Regel mit 50 Cent pro Kilometer dabei.", erklärt Christian Weiß.

"Jeder Sponsor kann natürlich trotzdem individuell festlegen, wie viel Geld er pro Kilometer spenden will und auch ein Jahreslimit kann er bestimmen - so ist das Risiko, dass die Summe plötzlich zu hoch wird, gering."
Schon im Vorfeld gibt der Sponsor an, wer mit dem Geld unterstützt wird und er überweist seinen Betrag direkt an den Adressaten wie die Erlanger Kinder- und Jugendklinik, den Hospizverein Erlangen, die Ochsenfurter Tafel, Elterninitiative krebskranker Kinder und andere Einrichtungen. Das Team hat seit Februar schon 780 Euro für gute Zwecke erlaufen.

Von Muskelkrämpfen geplagt

Zuletzt waren Christian und Peter Weiß beim Zugspitz-Supertrail in Greinau mit insgesamt 690 Teilnehmern dabei. Pflicht war es, den Lauf in mindestens 17 Stunden zu schaffen. Das Zweierteam überquerte bereits nach 13 Stunden und 58 Minuten erschöpft, zwischendurch von heftigen Muskelkrämpfen geplagt, aber glücklich die Ziellinie. Es waren immerhin 65 Kilometer zu laufen oder manchmal auch zu erkämpfen, wenn man die Höhenmeter dazu rechnet. Bei diesem Trail kamen stolze 303,50 Euro an Spenden zusammen.

Nach dem Deichselbachlauf und dem VR-Bank-Lauf "Rund um die Veste Coburg", beide zehn Kilometer lang, nahmen die beiden Sportler nun auch am "Lauferlebnis Fränkische Schweiz Tour" mit einer Gesamtdistanz von 52 Kilometern teil. Es folgen der Karwendelmarsch Ende August und der Maintal Ultratrail am 27. September.
Christian und Peter Weiß würden sich über weitere Sponsoren aber auch über weitere engagierte Mitläufer freuen. "Unser Ziel ist es, bis zum Jahresende eine Summe von mindestens 2000 Euro eingelaufen zu haben." Weitere Informationen zu den beiden Läufern und ihrer Idee gibt es unter www.u4fighters.de .
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