Hemhofen
Karate

Janine Böhme schnappt sich den Titel

In der Kata ist die 27-Jährige in Dresden nicht zu schlagen, im Finalkampf muss sie sich einer alten Weggefährtin beugen.
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Janine Böhme siegte in der Kata und verteidigte im Kampf ihren Vizemeistertitel. Foto: privat
Janine Böhme siegte in der Kata und verteidigte im Kampf ihren Vizemeistertitel. Foto: privat
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Gespannte Stille in der Turnhalle des Hülße-Gymnasiums Dresden, alle Blicke sind auf die Wettkampffläche gerichtet. Es ist die Finalrunde des deutschen JKF-Goju-Kai-Karate-Cup in der Kategorie Kata (Leistungsklasse weiblich), es stehen sich die beiden aktuell besten Deutschen gegenüber.
Konzentriert betritt Janine Böhme die Matte. Sie hat sich für die "Suparinpai" entschieden - die fortgeschrittenste Form der Karate-Stilrichtung Goju-Ryu. Das Training und die mentale Vorbereitung haben sich gelohnt, lediglich eine nicht ganz exakt eingehaltene Linie kostet einige Zehntelpunkte. Da kann die Kontrahentin nicht mithalten - die 27-jährige Böhme holt sich den Titel.
Bei den Kämpfen der Leistungsklasse am Nachmittag wird es wieder spannend, obwohl Böhme in der All-Kategorie gleich die frisch gebackene deutsche Meisterin der Gewichtsklasse 60+ aussticht und sich mit einem weiteren souveränen Sieg den Finaleinzug sichert. Dort wartet ihre frühere Trainingspartnerin Mareen Stengl - ein enger Kampf ist programmiert: Tatsächlich versuchen beide, durch starke und technisch sauber ausgeführte Techniken zu punkten. Dabei müssen sie ihre Angriffe so kontrolliert ausführen, dass nur minimaler Kontakt entsteht, andernfalls gibt es Strafpunkte. Dazu kommt es jedoch nicht. Stengl geht mit einer schnellen Kombination in Führung und bringt diese ins Ziel. Für Böhme bleibt - wie im Vorjahr - die Vizemeisterschaft.
Trotz des sportlichen Erfolgs liegt der Fokus von Janine Böhme auf einem anderen Bereich des Karate. Sie ist ausgebildete Trainerin für Selbstverteidigung und Gewaltprävention und versteht Karate als Kampfkunst und Weg zur persönlichen Reife: "Wettkampfsport ist nur ein sehr kleiner Teil des Karate, das eine größere Tiefe hat. Im Sportkarate ist mit 35 Jahren Schluss. Karate-Do, also Karate als Weg, kann einen hingegen das ganze Leben lang begleiten, fordern und in der persönlichen Entwicklung fördern, vor allem wenn man gute Lehrer und Weggefährten hat."
Die hatte Böhme in ihrer alten Heimat in Sachsen, wo sie 2002 mit dem Karate-Training begann und die Prüfungen bis zum zweiten schwarzen Gürtel ablegte. Seit Anfang dieses Jahres lebt sie in Mittelfranken und trainiert beim FSV Erlangen-Bruck Bushin-Ryu Kempo Karate. "Für jemanden, der eine hohe Unterrichtsqualität gewohnt ist, ist es oft schwer, einen geeigneten Verein zu finden. Zum Glück hatte ich früh Kontakt zur hiesigen Karate-Gruppe und habe mit Sensei Michael Denk einen Lehrer gefunden, der mich über die technisch-kämpferischen Aspekte hinweg fördert."
Böhme ist für den Aufbau der Kinder- und -Jugendgruppen verantwortlich. Zur Zeit trainieren unter ihr bereits 36 Mädchen und Jungen beim FSV Erlangen-Bruck, der SpVgg Zeckern und der Grundschule Hemhofen - Tendenz steigend. "Der Schwerpunkt liegt ganz klar im Bereich Selbstbehauptung und Selbstschutz, wobei wir spielerisch an das Thema heranführen." Bei der SpVgg Zeckern leitet sie zudem eine Erwachsenengruppe, die sich immer donnerstags trifft. Weitere Infos dazu gibt es unter www.ffl-training.com im Internet.
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