Höchstadt a. d. Aisch
Leichtathletik

Grau verpasst Platz 1 um Haaresbreite

Ein kleiner Fehler kurz vor Schluss verhindert bei der DM einen erneuten Sieg des Höchstadters über 3000 Meter Hindernis. Marco Kürzdörfer belohnt sich.
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Martin Grau wählte eine Taktik der Zurückhaltung, um im richtigen Moment den Turbo zu zünden. Der Plan schien aufzugehen, doch am letzten Hindernis kam der 25-Jährige aus dem Rhythmus. Fotos: Theo Kiefner
Martin Grau wählte eine Taktik der Zurückhaltung, um im richtigen Moment den Turbo zu zünden. Der Plan schien aufzugehen, doch am letzten Hindernis kam der 25-Jährige aus dem Rhythmus. Fotos: Theo Kiefner
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Ein Wimpernschlag fehlte Martin Grau am Sonntag zu Gold. Das Rennen über 3000 Meter Hindernis bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Erfurt wurde - wie erwartet - zum Duell zwischen dem Sieger von 2015 und Lokalmatador Tim Stegemann. Beide holten alles aus sich heraus, am Ende triumphierte der Thüringer in 8:43,40 Minuten mit zwei Hundertstelsekunden Vorsprung auf den Biengartener im Trikot des LSC Höchstadt, dem auf den letzten Metern des Laufs ein kleiner Fehler unterlief.
In einem von Taktik geprägten Rennen hielten sich die Favoriten zunächst zurück, ließen andere das Tempo machen. Grau hatte sich vorgenommen, am vorletzten Hindernis einen Ausbruch zu wagen, was sich als richtig erwies. Auf dem flotten Schlusskilometer (2:44 Minuten) konnte nur Stegemann folgen. Der Höchstadter lag auf Goldkurs, sah sich aber zu oft um, was dazu führte, dass er den letzten Balken nicht optimal überquerte und leicht den Rhythmus verlor. Das nutzte Stegemann aus, luchste Grau im Schlussspurt Platz 1 noch ab.
Direkt nach dem Rennen war die Enttäuschung groß beim 25-Jährigen, doch nach dem Seuchenjahr 2016, als bei der DM zumindest noch Bronze herausgesprungen war, ließ sich in Erfurt deutlich erkennen, dass Grau nah dran ist, die alte Form wiederzuerlangen. Im nächsten Jahr - dann in Nürnberg - will sich der Sportfördersoldat wieder Gold umhängen.
"Ich bin mit der Leistung absolut zufrieden, das war ein sehr guter Auftritt", sagte LSC-Trainer Markus Mönius auch mit Blick auf Marco Kürzdörfer, dem über 800 Meter die schnellste Zeit seit sieben Jahren gelang. Als Vorletzter der Meldeliste qualifizierte sich der Adelsdorfer recht souverän für den Endlauf, die Zeit von unter 1:51 Minuten war die erste Überraschung. Im Finale ließ sich Kürzdörfer im Vertrauen auf seinen starken Endspurt auf den letzten Platz zurückfallen, kassierte auf den letzten Metern noch zwei Kontrahenten, verbesserte seine Zeit noch einmal und wurde Achter. "Das war beeindruckend", sagte Mönius. "Über Jahre blieb ihm der große Erfolg verwehrt. Jetzt zahlt sich die Beharrlichkeit aus, obwohl er nicht mehr so viel trainieren kann. Aber Marco hat unglaublich viel Erfahrung, weiß wie sein Körper tickt. Es freut mich einfach zu sehen, dass er auf dem Niveau mithalten kann."
Kürzdörfer und Grau bereiten sich jetzt noch auf die deutschen Staffelmeisterschaften vor. Außerdem wird sich in den nächsten Tagen entscheiden, ob Grau - wie erhofft - bei der Universiade in Taipeh starten darf.


Silber mit persönlicher Bestmarke

Auch für den Aschbacher Patrick Schneider, der im Trikot des LAC Quelle Fürth startet, war die DM ein Erfolg. Mit Platz 3 aus dem Vorjahr und aktuell guter Form ging er über 400 Meter auf Medaillenjagd. Schneider erwischte einen Sahnetag, qualifizierte sich in 47,25 Sekunden locker für den Endlauf. Dort warf er noch einmal alles in die Waagschale, verbuchte mit 46,02 Sekunden einen neuen persönlichen Rekord und musste sich nur dem favorisierten Johannes Trefz (LG Stadtwerke München) beugen.
Pechvogel des Wochenendes war Florian Lickteig von der TS Herzogenaurach, der im Vorlauf über 110 Meter Hürden den ersten Fehlstart seiner Karriere fabrizierte und ausschied. "Das ist eine harte Nummer. Florian war gut drauf, und mit Blick auf die Zeiten der anderen Vorläufe hätte er wohl das Finale erreichen können", berichtete Trainer Peter Müller. Doch ein Zucken verhagelte dem TSH-Neuzugang den Auftritt auf der großen Bühne.
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