Höchstadt a. d. Aisch
Eishockey

Alligators gewinnen Nervenkrieg

Torfestival im Aischgrund: Nach zwei munteren Dritteln wird es gegen Deggendorf richtig spannend, doch der HEC lässt sich nicht aus dem Konzept bringen.
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Weil HEC-Verteidiger Patrick Wiedl (links) den Puck nicht entscheidend klärte, traf der Deggendorfer Robin Deuschl zum zwischenzeitlichen 1:1. Foto: Picturedreams
Weil HEC-Verteidiger Patrick Wiedl (links) den Puck nicht entscheidend klärte, traf der Deggendorfer Robin Deuschl zum zwischenzeitlichen 1:1. Foto: Picturedreams
Revanche geglückt. Die Höchstadt Alligators stellten dem Tabellenzweiten aus Deggendorf am Freitagabend ein Bein und feierten den sechsten Saisonsieg in der Eishockey-Oberliga Süd. Im Hinspiel hatte sich der SC noch mit 6:5 behauptet, an der Aisch aber zu spät bemerkt, dass er kämpfen und spielerisch überzeugen muss, um beim HEC zu gewinnen.


Höchstadter EC - Deggendorfer SC 7:5

Nach Abwehrschlacht sah das Spiel von Beginn an nicht aus. Gäste-Goalie Filimonow hielt einen Schuss von Daniel Sikorski nicht fest, Michal Petrak staubte zum 1:0 ab (2.). Auf der anderen Seite schien ein Konter geklärt, doch irgendwie landete die Scheibe wieder bei Deuschl, der sie in den Winkel hob (5.). Keine Minute später noch so ein Ei - Beck vollendete zum 1:2. Dann war wieder Höchstadt dran: Petrak legte sich den Puck zurecht und platzierte ihn durch zwei Abwehrspieler hindurch zum 2:2 im langen Eck (7.). Wenig später prüfte der Tscheche erneut Filimonow, der den Puck wieder fallen ließ. Max Cejca sagte danke, passte zu Martin Vojcak und der traf zum 3:2 (11.). Das war zu viel für Gästetrainer John Sicinski, der den Torhüter tauschte. Doch auch Agricola hatte kein Glück: Ein abgeprallter Schuss von Patrik Dzemla landete bei Petrak, der von der blauen Linie zum 4:2 erfolgreich war (15.). Dabei blieb es bis zur Pause, weil Deggendorf die nötige Intensität vermissen ließ und Daniel Jun den Puck bei einem Unterzahl-Konter nicht im Tor unterbrachte.

Im zweiten Drittel wurde es ruppiger, Konstruktives seltener. Trotzdem ging das muntere Toreschießen weiter: Sergej Janzen vollendete einen Überzahl-Konter durch Philipp Schniersteins Beine zum 4:3 (28.). Höchstadt schlug in Person von Tomas Rousek zurück, der vom hinter dem Tor postierten Thilo Grau bedient wurde und aus spitzem Winkel erhöhte (34.). Wenig später legte Daniel Jun im Powerplay nach: Gerade als die Gäste wieder zu viert auf dem Eis waren, zog er aus halbrechter Position trocken ab (36.). Doch die Gäste ließen sich nicht abschütteln: Höchstadt konterte in Unterzahl, Richard Stütz scheiterte an Agricola. Im direkten Gegenzug zog Dmitrij Litesov gegen eine entblößte HEC-Abwehr in die Mitte und verkürzte (38.). Er läutete damit eine Aufholjagd ein, die noch vor der Pause fast von Erfolg gekrönt gewesen wäre. Doch Rousek erkannte den geplanten Bauerntrick und rettete für den bereits geschlagenen Schnierstein.

Im Schlussdrittel sah sich der HEC mit doppelter Unterzahl konfrontiert und fing sich prompt den Anschlusstreffer durch Kyle Gibbons ein (42.). Es war angerichtet für einen Nervenkrieg, bei dem Deggendorf zur Attacke blies. Doch die Alligators um den nun zu gewohnter Sicherheit zurückfindenden Schnierstein verteidigten geschickt und warteten auf den richtigen Moment. Der kam in der 53. Minute:Thilo Grau leitete einen Konter über Petrak ein. Der zog drei Mann auf sich und legte quer auf den überzeugenden Rousek, der direkt abzog und für die Entscheidung sorgte. Damit war der Drops gelutscht. Die Deggendorfer gaben zwar nicht auf, richtig gefährlich wurden sie in den letzten Minuten aber auch nicht mehr. Die Schiedsrichter lagen mit ihren Einschätzungen nicht immer richtig, beeinflussten damit den Spielverlauf aber nicht entscheidend.


Die Statistik zum Spiel

Höchstadter EC - Deggendorfer SC 7:5 (4:2, 2:2, 1:1)

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein/Metz; Verteidigung: Stütz/ Sikorski, Ryzuk/Wiedl, Vojcak/Babinsky;
Angriff: Cejka/A. Lenk/Petrak, Jun/Grau/ Dzemla, Kreuzer/Rousek/Heilman, Seelmann, Tratz, Szwajda, Felsöci

Deggendorfer SC: Tor: Filimonow (12. Agricola); Verteidigung: Wolfgramm, S. Janzen, Platonow, Wiederer, Stern, Stettmer, Monteith; Angriff: Litesov, Beck, A. Janzen, Deuschl, Gibbons, Leinweber, Ortolf, Radlsbeck, Schießl

SR: Robert Paule, Michael Sauer, Michael Zettl
Zuschauer: 727

Tore: 1:0 Petrak (2.), 1:1 Deuschl (5.), 1:2 Beck (6.), 2:2 Petrak (7.), 3:2 Vojcak (11.), 4:2 Petrak (15.), 4:3 Sergej Janzen (28.), 5:3 Tomas Rousek (34.), 6:3 Daniel Jun (36.), 6:4 Dmitrij Litesov (38.), 6:5 Kyle Gibbons (42.), 7:5 Tomas Rousek (53.)

Strafminuten: 16 / 12
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