Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Grossprojekte

Rotstift zu stumpf: Bürgerzentrum liegt auf Eis

Trotz deutlicher Sparmaßnahmen sind die Kosten für die Bebauung des Hubmann-Areals zu hoch. Das Vorhaben soll zurückgestellt werden.
 
von BERNHARD PANZER
Jetzt sollen es doch zwei voneinander getrennte Bauvorhaben werden. Ursprünglich war vorgesehen, die anstehenden Mammutaufgaben in der Innenstadt zwar zeitlich hintereinander anzugehen, aber doch eben als Einheit gemeinsam. Daraus wird wohl nichts, denn Teil 2 des Großvorhabens wird erstmal auf unbestimmte Zeit zurückgestellt.

Im Klartext: Das Rathaus soll gebaut werden, das Bürgerzentrum nicht, jedenfalls noch nicht. Schuld sind die Kosten, wie Bürgermeister German Hacker (SPD) erläutert. Konnte man beim Rathausneubau einschließlich der Schlosssanierung sparen, ist das beim Bauvorhaben Hubmannareal, also Bürgerzentrum und Stadtbibliothek nebst Tiefgarage, nicht im geforderten Maße der Fall.

In konkreten Zahlen: Auf maximal 25 Millionen Euro waren die Kosten für die Hubmann-Bebauung geschätzt worden, als es in die genauere Planung ging. Jetzt aber hatten sich daraus 29,6 Millionen Euro ergeben, wie Hacker feststellte. Selbstredend viel zu teuer, so dass die Architekten ein weiteres Mal gefordert waren. Sie setzten den Rotstift an und kamen durch Einsparungen in allen möglichen Bereichen - unter anderem war es der Verzicht auf 13 Stellplätze in der Tiefgarage - auf 26,3 Millionen. Immer noch zu teuer, weshalb dieses Projekt nun auf Eis gelegt werden soll. Voraussetzung: Der Stadtrat stimmt in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag zu.

Ein erfreulicheres Ergebnis hingegen hat die Sparrunde beim Rathausneubau ergeben. Hier war man ursprünglich von 30 Millionen Euro Kosten ausgegangen, zuzüglich der zehn Millionen, die die Sanierung des historischen Schlosses verschlingt. Davon bleiben nun mehr noch 34,3 Millionen in der Summe: 25,9 fürs Rathaus und 8,4 fürs Schloss. Dafür musste man auch hier auf manch Wünschenswertes verzichten. Unter anderem fiel eine immerhin 150 000 Euro teure Gaslöschanlage im Archiv weg. Hacker fasst im Vorab-Pressegespräch zur Sitzung zusammen: "Wir bauen jetzt ein Rathaus." Der Beschlussvorschlag lautet: "Die Verwaltung wird beauftragt, den Bau des Rathauses und die Schlosssanierung in der aktuellen Variante, insbesondere mit dem erreichten Kostenstand, weiter zu verfolgen." Auch hier muss der Stadtrat am Donnerstag noch zustimmen.

Freilich bleibt trotz des Beschlussvorschlages, das Bürgerzentrum zurückzustellen, die Option weiterhin gegeben. Die Planungen für die Gebäude und die Tiefgarage bezeichnete Hacker als "sehr gut", aber man müsse "eine Entscheidung der finanziellen Vernunft" treffen. Für die Zukunft orakelt das Stadtoberhaupt: Wenn sich die finanzielle Situation der Stadt "bis dahin super weiter entwickelt", dann könne man es in Angriff nehmen.

Im Beschlussvorschlag wird der Blick in die Zukunft so formuliert: "Über eine Wiederaufnahme der Planungen ist vor dem Hintergrund der dann herrschenden Gesamtsituation neu zu entscheiden." Und im ersten Satz heißt es: "Die aktuellen Planungen zur Bebauung des Hubmannareals (Bibliothek/Bürgerzentrum und Tiefgarage) werden zumindest bis zur Inbetriebnahme des neuen Rathauses und des sanierten Schlossgebäudes zurückgestellt." Zeitlich betrachtet kann das laut Hacker also frühestens in dreieinhalb bis vier Jahren der Fall sein.

Für die Zukunft der Stadtbibliothek, die ja mit dem Rathaus während der Bauarbeiten in Interimsgebäude umziehen wird, werden zwei Varianten geprüft: Entweder die Bibliothek kehrt nach den Bauarbeiten an Rathaus und Schloss wieder zurück in das dann neue Rathaus, wo Platz genug vorhanden wäre. Oder sie bleibe in einem angemieteten Objekt, meinte Hacker.

Bis 2021 also geschieht auf dem Hubmann-Parkplatz nichts, möglicherweise auch noch darüber hinaus, und vielleicht kommt das Vorhaben in dieser Form ja auch gar nicht mehr. Was aber tut sich in der Zwischenzeit? Das Konsumgebäude, das im kommenden Jahr abgerissen werden sollte, darf zunächst stehen bleiben. Es kann laut Hacker als Bürogebäude für Mitarbeiter der beim Rathausabbruch und Neubau tätigen Firmen genutzt werden. Dann spart man sich Container. Ein benachbartes Wohnhaus hingegen soll bereits 2018 weichen. Nebenan soll ein Trafohaus gebaut werden, außerdem könnte der frei werdende Platz ja vielleicht für parkende Autos hergenommen werden, sagte Hacker. Denn die Tiefgarage kommt ja nun erstmal nicht. Der Bewohner Heiner Kaltenhäußer, der frühere Hausmeister des Rathauses, ist ja bereits ausgezogen.

Die Zustimmung für die Kubatur des Bürgerzentrums fiel am 19. Juli im Stadtrat übrigens relativ knapp mit 15 gegen zehn Stimmen. Damals wollte die CSU eine Vertagung, eben weil man noch genaue Kosten vermisst hatte. Befürchtet worden war damals allerdings, dass das Rathaus kostenmäßig aus dem Ruder laufen würde. Aber auch Bürgermeister Hacker hatte wiederholt festgestellt, dass Entscheidungen über eine Umsetzung erst erfolgen könnten, wenn die Kosten gegenüber den Schätzungen gesenkt würden. Beim Bürgerzentrum war das offenbar zu wenig.

Ein willkommener Nebeneffekt der jetzigen Entwicklung: "Das wird auch die öffentliche Diskussion entspannen", sagte Hacker.
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.