Herzogenaurach
Projekttage

Projekttage an der Mittelschule: Buntes Graffiti an der Container-Wand

Eine Wandmalerei, ein Backofen, Schildkröten aus Ton und vieles mehr entstanden in drei Tagen an der Mittelschule.
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Ewelyn Hribal aus der achten Klasse hat gemeinsam mit zwei Freundinnen das Motiv für das große Graffiti entworfen.  Fotos: Bernhard Panzer
Ewelyn Hribal aus der achten Klasse hat gemeinsam mit zwei Freundinnen das Motiv für das große Graffiti entworfen. Fotos: Bernhard Panzer
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Ewelyn Hribal ist begeistert. "Das ist ja tausendmal besser als auf dem Bild", sagt die Schülerin. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Elissa Bogdan und Julia Grämmel hat die Achtklässlerin den Entwurf für das große Graffiti gemalt, das in den vergangenen drei Tagen von 17 eifrigen jungen Künstlern aufgesprüht und gepinselt wurde. Und das Ergebnis gefällt den drei richtig gut, wie sie kurz vor der Vollendung feststellten. Die Verschönerung der kahlen Containerwand ist eine von mehreren Aktionen, die bei den dritten Projekttagen der Mittelschule durchgeführt wurden.

Manch bleibende Erinnerung kam bei den den gut zwanzig Projekten zustande, die rund 200 Schüler der fünften bis achten Klassen, meist bunt gemischt, in bester Zusammenarbeit vereinten. Mit ausgedacht hatten die Themen die etwa 30 Lehrer, die die Arbeit dann auch betreuten und aktiv begleiteten. Auch das Töpfern von großen Schildkröten oder der Bau eines Backofens, in dem bei Schulfesten künftig Pizza gemacht werden soll, gehörten dazu. "Die Schüler sollten kreativ, sportlich und handwerklich gefordert werden", sagte Koordinatorin Katrin Marienfeld.


Wer ist Taki 183?

Als Leuchtturmprojekt dieser drei Tage betrachtete Schulleiter Heinz Pröll das Graffiti. "Wir sind ja eine schöne Schule", sagte er. Aber die Rückwand des Containergebäudes, in das in den 90-er Jahren fünf Klassen einzogen, war kein Schmuckstück mehr. Was gab es also Besseres als die Fassade zu verzieren. Und womit? Mit Graffiti natürlich.

Die Schüler waren begeistert. 17 junge Menschen griffen zu Sprühdose und Farbwalze und machten sich an die Arbeit, die vorab aufgetragene Skizze mit Farbe zu erfüllen. Im Mittelpunkt des Gemäldes steht der Schriftzug "Mittelschule Herzogenaurach", und lauter lustige Gestalten sind drum herum platziert. Außerdem findet sich auf dem Kunstwerk auch der Begriff "Taki 183", eine Botschaft für Insider also. Denn mit diesem Tag hatte ein junger Sprayer aus der Bronx einst sein Revier markiert. "Taki" - das sind die Anfachbuchstaben des Vor- und Nachnamens des jungen Amerikaners, der als einer der Graffiti-Pioniere aus New York gilt, der Geburtsstätte dieser Kunstform. Das berichtet Lehrerin Manuela Janisch, die sich diese Aktion ausgesucht hatte.

Fachlich begleitet wurden die Jugendlichen von Sonja Panzer. Die 33-Jährige macht seit 15 Jahren Graffiti, ist selbstständig und hat sich auf Workshops spezialisiert. Im Jugendhaus rabatz hat die junge Frau jüngst den Chillraum mit gestaltet. "Da hat die Tochter von Frau Janisch mitgemacht", sagt sie. Und so kam der Kontakt zur Schule zustande.


150 Dosen Molotow

Und was braucht so ein großflächiges Graffiti? 150 Dosen habe man locker versprüht, sagt Sonja. Die seien vom Hersteller "Molotow", der als einer der großen Spezialisten in Deutschland gilt. Die Firma mit dem explosiven Namen habe die Aktion durch einen Preisnachlass auch noch gefördert, freut sie sich.

Gefördert wurde der Projekttag der Mittelschule auch durch die Stadt. Rektor Pröll freut sich darüber, dass die Wand des Klassenzimmer-Containers noch saniert und gestrichen wurde, damit das Graffiti samt Putz nicht bald wieder abfällt. Und Rainer Aumeier, der "Backofen-Lehrer", teilte mit, dass der Bauhof das Fundament gesetzt habe. Der Backofen soll übrigens im Herbst beendet werden. Dann folgt der feuerfeste Aufbau, in dem die Pizzen oder auch Brot gebacken werden können. In den drei Tagen des Schulprojekts wurde der untere Teil fertig gestellt. Der Zement müsse nun erst aushärten, sagt der Lehrer.


Zweimal gebrannt

Schildkröten aus Ton haben es einer anderen Arbeitsgemeinschaft angetan. Sieben Schüler aus den fünften bis achten Klassen formten sich so ein nettes Tier für den heimischen Garten. Die Objekte werden zweimal gebrannt: einmal mit 900 Grad, und beim zweiten Mal nach dem Farbauftrag mit 1200 Grad, wie Lehrerin Margit Betz sagte. Damit sind die von der Größe und Gestaltung her eigentlich eher exotischen Tiere auch winterfest und gehen als heimische Art in die Geschichte ein - zumindest in die Geschichte der Schulprojekte.
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