Höchstadt a. d. Aisch
Rosenmontagsparty

Mit Humor und Herz für Höchstadt

Dekan Kilian Kemmer und Bürgermeister Gerald Brehm begeisterten in der Fortuna Kulturfabrik als "Don Camillo" und "Beppone".
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Dekan Kilian Kemmer sprang am Rosenmontag in die Bütt.  Foto: Andreas Dorsch
Dekan Kilian Kemmer sprang am Rosenmontag in die Bütt. Foto: Andreas Dorsch
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"Die Aisch is ka stürmisch' Wasser!" Die Höchstadter aber wohl. Jedenfalls wenn sie losgelassen sind wie bei der Faschingsparty des Automobilclubs am Rosenmontag. Der Song von der "Aasch", gesungen von Dekan Kilian Kemmer alias "Don Camillo", war eine einzige Liebeserklärung an die "Metropole" des Aischgrunds. Neben der Band "Jump 5" und den "Dorsch'n" mischten Kemmer und sein Gegenspieler Beppone (Bürgermeister Gerald Brehm) den Saal der Kulturfabrik auf. Und sie machten Hoffnung: "Wir haben noch lange nicht fertig!" Höchstadt kann sich somit auf das nächste Jahr freuen.

Jetzt kann der auch noch tanzen. Singen, das war klar, kann der "Don Camillo". Braucht er auch jeden Tag für seinen "Job". "Der mit dem Bürgermeister tanzt" war allerdings das absolut Höchste. Beine schwingend auf der Bühne, die Baseball Cap verwegen in die Stirn gerückt, zeigten die beiden, "was der Sport so alles bewegt".


Der "Wegzoll" schreckt ab

Ganz egal, ob sie in Richtung Lonnerstadt oder "den Treibweg joggen" - sie schafften es, den Saal zum Beben zu bringen. Nun, nach Lonnerstadt will das Duo wegen des "Wegzolls" ohnehin nicht, also geht es in Richtung Häckersteig, wo man Schramms Kino noch einen Besuch abstatten kann.

"Jump 5" mit Lokalmatador Michael Ulbrich in Lederhosen steuerte das Narrenschiff musikalisch durch die Wogen bis "über die Wolken" von Reinhard May. Mit dem "Bobfahrerlied" ging es "links in die Kurve, rechts in die Kurve". Damit waren Musik und Narren endgültig "in Bayern angekommen".


Der Tanzboden vibrierte

"Man denkt an Höchstadt, man denkt an Tirol" wurde von halsbrecherischen Höchstadt-Jodlern aus dem Saal begleitet. Als dann "der Maibaum wieder auf dem Dorfplatz stand" und sich alles um die Madl'n drehte war es "wieder so weit, dass der Tanzboden kracht". Gekracht hat er zwar nicht, aber ein Vibrieren war deutlich zu spüren.

Zurück zu "Don Camillo" und "Beppone": Ein bisschen Lokalkolorit musste sein. Dass der heilige Nepomuk früher auf der anderen Seite der Aischbrücke stand, zum Beispiel. "Weil er in Richtung Lonnerstadt blickte und das Elend nicht mehr mit ansehen konnte", habe der Brückenheilige den Standort gewechselt.

Wenn es nötig war, erhob auch Kemmers "oberster Chef" seine Stimme. Weshalb er das nicht tat, als die beiden eine Botschaft via WhatsApp an die CSU-Stadträte Schulz und Rabl sandten, wird für immer sein Geheimnis bleiben. "Ihr lebt im Paradies und wisst es bloß nicht", erklang die überirdische Stimme. "Do sin mir daham", sang Don Camillo und sagte damit eigentlich alles.


In St. Georg war der Teufel los

Die Dorsch'n (Sabine und Harald Dorsch) gingen "nach einem ganzen Jahr Brückentag" weitaus kritischer mit ihrem Heimatstädtchen um. Wenn Sabine beim Altstadtfest "Über sieben Brücken musst du gehn" hört, kann die Höchstadterin nur lachen: "Mir wär'n scho froh, wenn mir eine g'habt hätten." "Als der Kemmer gemerkt hat, dass alle Leut' auf die Baustell' kumma", habe er seine eigene gemacht. Bei der Kulturnacht sei in der Kirche "der Teufel los gewesen".

Eigentlich habe der Pfarrer mit den Gottesdiensten ja ins Gymnasium ausweichen wollen. "Aber das hat unser Landrat untersagt", wusste Harald Dorsch. Was ihn nicht weiter wundert: "Ich hab schon vor vierzig Johr ins Gymnasium gewollt und bin dann a bloß in die Hauptschul kumma."

Ja, Höchstadt und die Kirche: "Des Töpfla is so schö geworden", stellte Harald fest. "Es geht das Gerücht, dass der Dekan dort schon regelmäßig Beichtsitzen tut." Dass künftig auf dem Marktplatz "a großa Tiersegnung stattfinden soll", hat Sabine Dorsch gehört. Sie fragt sich, ob der Dekan auch die Tauben segnet, die ihm später "auf die Kergn scheißen". Ja, den Dorsch'n entgeht nichts.


Feine Unterschiede

Um die Kenntnis der deutschen Sprache ging es ihnen mit ihrer Nichte Xenia. Ist auch nicht ganz einfach, wie Harald Dorsch feststellt: Heißt es doch frühmorgens der Weizen und das Korn. Spät am Abend aber das Weizen und der Korn. "Ja, aufpassen musst scho", warnt Harald. "Wenn'st im Städtla fünf Seidla trinkst, bist gleich a Alkoholiker. In die Dörfer ringsum bist do der Fohrer." Auch sonst sind die Unterschiede zwischen der Stadt und den Dörfern gravierend. "Sägst in Höchstadt Samstag früh Holz, reißt bestimmt a Siemensianer des Fenster auf und schreit: Welcher Idiot sägt so früh Holz?" Ganz anders klinge das in Sterpersdorf. "Oha, da sägt doch einer mit einer neuen Stihl!"
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