Herzogenaurach
Vernissage

Künstlergruppe zeigt in Herzogenaurach den Menschen in einer globalisierten Welt

Noch bis zum 28. November ist im Kunstraum an der Langenzenner Straße die Ausstellung "(R)Evolution" der Gruppe "AndersArtig" zu sehen.
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Hans-Peter Singer bindet auf seinen Bildern Fotos von Personen in Strukturen aus der Natur ein.Richard Sänger
Hans-Peter Singer bindet auf seinen Bildern Fotos von Personen in Strukturen aus der Natur ein.Richard Sänger
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Die Künstler Irene Hetzler (Malerei), Hans-Peter Singer (digitale Kunst und Mischtechnik), Roman Krelina aus Tschechien (Malerei, Plastik, Skulptur) und Carolin Gugel (Plastik, Skulptur) haben rund ein Jahr die Ausstellung vorbereitet. Zur Vernissage kam eine große Zahl von Kunstbegeisterten und zeigten sich als Teil des Netzwerkes, das auch Teil der Ausstellung ist.
Klimawandel sowie Globalisierung beschäftigen nicht nur die Künstlergruppe, sondern die Menschen weltweit. Wird die Zukunft freundlich, bedrohlich oder gar von Maschinen gesteuert? Fragen, die bei der Vernissage künstlerisch, bei den Begegnungen und musikalisch diskutiert wurden. Zum musikalischen, aber auch künstlerischen Gelingen der Vernissage trug auch der Komponist und Perkussionist Michael Ort bei. Der aus Herzogenaurach stammende Musiker ist Ensemblemitglied am Theater Regensburg.
Der Weisendorfer Grafik- und Fotodesigner Hans-Peter Singer nutzt für seine Werke digitale Mischtechniken und war ein Schüler des Kunsterziehers und freischaffenden Künstlers Dieter Kleppsch. Singer findet seine Modelle im Freundeskreis oder auch schon mal über Facebook. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich fast ausschließlich mit Themen, die auf die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Menschen - Isolation, Anonymität, Gewalt - in ihrer nächsten Umgebung und unserer Zeit Bezug nehmen. Diese Bilder kombiniert Singer in verblüffenden Übergängen mit den Strukturen verwitterter Mauern oder alter Bäume, bindet den Mensch dadurch überzeugend in die Natur ein: Nicht der Mensch beherrscht die Natur, sondern umgekehrt. Genauer: Der Mensch beherrscht nicht einmal sich selbst, geschweige denn seine eigenen Schöpfungen.
Die Arbeiten von Roman Krelina spiegeln ein tiefes Interesse an Jason Pollocks Handlungsmalerei und japanischer Kalligraphie. Krelina ist Maler, Bildhauer und Kurator der drei Stadtgalerien in Chomutov. In seinen Werken zeigen der präzise Strich und die außergewöhnliche Farbpalette Wirkung auf den Betrachter.


Stoff für Diskussionen

Carolin Gugel arbeitet ausschließlich mit Ton, weil er für sie eines der ursprünglichsten Materialien überhaupt ist und ein hohes Maß an Eigenleben besitzt. Dieses versucht sie weitestgehend zu erhalten. Bei den Werken für diese Ausstellung standen der Mensch im abstrakten Sinn und verschiedene Facetten des Lebens im Bezug zur Gesellschaft im Fokus.
Irene Hetzler zeigt in ihren Arbeiten die eigene, andere Wahrnehmung der Welt von heute, in der die aktuellen globalen (r)evolutionären Entwicklungen diese immer komplexer und unberechenbarer werden lassen. Ihre Werke spiegeln Aspekte der realen Welt im Wesen Mensch, der Natur und Umwelt "abstrakt, expressiv oder surreal-fantastisch". Nicht festgelegt auf eine Stilrichtung und Technik erzeugt sie in Bildern dynamische Spannungen durch thematischen Einsatz von Farbe, Farbexplosionen und durch Reduktion. So verschafft sie sich die für ihre Arbeit notwendige Freiheit, um dem Betrachter Konfrontation sowie Kommunikation zu ermöglichen.
Michael Ort spielte auf dem Vibraphon drei noch unbenannte Kompositionen, zog dabei auch einen Geigenbogen über das Vibraphon und erzeugte dabei ungewohnte und selten gehörte Töne. Die sehenswerte Ausstellung regt nicht nur zum Nachdenken an, sondern bietet auch Impulse und Stoff für Diskussionen.
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