Lonnerstadt
Heimatverein

"Hopfenblood'n" - grünes Gold aus Lonnerstadt

Eine alte bäuerliche Tradition wird seit ein paar Jahren in Lonnerstadt mit dem "Hopfenblood'n" gepflegt.
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Paul Bruckmann, Eigentümer der alten Mühle (Mitte), legt beim "Hopfenblood'n" mit Hand an. Fotos: Evi Seeger
Paul Bruckmann, Eigentümer der alten Mühle (Mitte), legt beim "Hopfenblood'n" mit Hand an. Fotos: Evi Seeger
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"Schon morgen wird daraus Bier gebraut", sagt Regina Bruckmann. Die Vorsitzende des Heimatvereins hatte am Sonntag zum "Hopfenblood'n" in den Hof der alten Lonnerstadter Mühle eingeladen.

Zusammen mit ihrem Ehemann Paul hat sie aus dem historischen Bau ein Schmuckstück werden lassen. Der Innenhof bot die genau richtige Kulisse für das traditionelle Hopfenzupfen.

Dass in Höchstadt Markttag war und die Geschäfte geöffnet hatten, war dazu keine Konkurrenz. Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, die beiden Veranstaltungsorte zu besuchen.

Gegen 15 Uhr wurde in Lonnerstadt der Holzbackofen angeschürt. Brot wurde in diesem Jahr zwar nicht gebacken, wohl aber köstlicher Zwiebelkuchen. Zudem konnten sich die Gäste den fränkischen Federweißer schmecken lassen.

"Und wenn's an schöna Summer gibt, dann gibt's a schönes Heu", sangen und spielten dazu Otto und Susanne Deppert, das Duo "Pommersfeldener Heimatmusik".

Der schöne Sommer hatte auch den Hopfen gut gedeihen lassen. Regina Bruckmann ist mit der Ernte 2017 sehr zufrieden. Ein ganzer Wagen voll der grünen Pracht wurde eingefahren.


Zur Kerwa gibt's das Bier davon

Gleich am Tag nach dem Zupfen wird davon in der Uehlfelder Brauerei Prechtel gebraut. Wie Regina Bruckmann erklärt, muss der Hopfen entweder sofort noch grün verarbeitet oder aber getrocknet werden. An der Kirchweih soll das "grüne" Bier aus dem eigenen Gewächs auf dem Lonnerstadter Marktplatz ausgeschenkt werden.


Tradition wurde wiederbelebt

Zur 1100-Jahrfeier im Jahr 2010 hatte alles begonnen: Lonnerstadt besann sich auf seine Geschichte, in der der Hopfen eine bedeutende Rolle spielt. Schließlich hat die Gemeinde die Hopfendolde sogar im Wappen.

Vor den Toren Lonnerstadts wurde ein Hopfengarten mit rund 40 Pflanzen angelegt. Mittlerweile ist das Hopfenzupfen - wie früher - eine gesellige Angelegenheit geworden. In den 1930er Jahren wurde den Bauern dann der Hopfenanbau untersagt. Sie mussten stattdessen Getreide anbauen.


Bilderschau in der Mühle

Mehr aus der Geschichte gab es im Mühlengebäude zu sehen. Günter Weinkauf hatte eine Bilderschau mit historischen Fotoaufnahmen aus Lonnerstadt und Umgebung zusammengestellt, die er den Besuchern präsentierte.
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