Zehn Millionen Euro nehmen die Verantwortlichen der Erlanger Arcaden in die Hand, um das Erfolgsrezept des Shopping-Centers nicht nur fortzuführen, sondern damit die Zukunft zu gestalten. Und diese Zukunft heißt, die Kunden mehr in den Fokus zu nehmen, auf die Familie und auf den Einzelhandel zu setzen. Mit dem neuen Konzept, basierend auf drei Säulen, ist man sich sicher, auch weiterhin dem Onlinehandel die Stirn zu bieten.

Vladimir Tinchev heißt der neue Centermanager der Erlanger Arcaden, der diese Aufgabe umsetzen wird. Seit März 2017 ist er bei dem Verwalter des Shopping-Centers, der Unibail-Rodamco Germany, beschäftigt. Erfahrung bringt der 30-Jährige durchaus mit, hat er doch jahrelang eine Supermarktkette in Bulgarien geleitet und auch in Deutschland war er für das Unternehmen ECE im Centermanagement tätig.

"Was wollen wir mit zehn Millionen Euro umsetzen?", fragte Bastian Peters, Senior Operating Manager der Unibail-Rodamco. Auf einem ganzheitlichem Kundenerlebnis werde das Augenmerk liegen, beantwortete er seine Frage selbst. Ein neues Wegleitsystem und neue Sitzmöglichkeiten werden installiert. Warme Farben, die Einbindung und Verbindung zur Natur und optische Mittel wie LED-Lampen sollen dabei wegweisend sein."Licht ist ein erheblicher Faktor für die Wohlfühlatmosphäre", sagte Peters. Vor allem im Erd- und Untergeschoss würde mit der Simulierung von Tageslicht mehr Wohlbehagen einziehen. "Die Kunden sollen nicht das Gefühl haben, in einem Klotz zu sein", erklärte Peters. Sie sollen sich einfach beim Shoppen wohlfühlen.

Auf dem Vorplatz soll die Gastronomie ausgebaut werden. Mehr noch: "Mit der Stadt haben wir schon Gespräche geführt, um die Bushaltestelle vor den Arcaden aufzuwerten", sagte Peters. Das Aufwerten wird dann in dem Shopping-Center fortgeführt. Unter anderem soll es eine neue Sitzecke mit Strom- und WLAN-Anschluss geben und eine Ausweitung der Angebote für Kinder und Familien. "Kids Area" nennt sich das Angebot mit Sitzmöglichkeiten und Spielecken.

Nach den ersten zehn Jahren sind viele der Mietverträge ausgelaufen. Bastian Peters freute sich aber, dass sich 60 Prozent der Geschäfte der ersten Stunde erneut eingemietet haben. Hinzu kämen einige Neuzugänge, die große Kundenfrequenz versprechen. Zugleich sind auch regionale Einzelhändler im Haus.

Für die Mietpreise kann Bastian Peters keine konkrete Zahlen nennen. "Es gibt keine allgemeinen Ansätze, sie sind individuell an der Basis der Umsätze orientiert. Wir schauen, was für den Mieter verträglich ist", sagte er. Die Arcaden sollen nicht nur ein Anziehungspunkt für junge Menschen sein, sondern ein Shopping-Center für alle Gruppen.

54 Prozent der Kunden kommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder per Fahrrad zu den Arcaden. Jeder der 660 Stellplätze des Parkhauses wird täglich 4,8 Mal genutzt. Das zeigt laut Peters, dass die Arcaden nicht nur in Erlangen beliebt und geschätzt sind. Damit während der Umbauarbeiten, die im ersten Quartal 2018 beginnen, niemand durch Lärm und Schmutz belästigt wird, werden diese nachts durchgeführt. Vor dem Weihnachtsgeschäft 2018 soll das Projekt abgeschlossen sein.