Herzogenaurach
Hoffnung

Eine erste frohe Botschaft für die Familie

Dem elfjährigen Jakob aus Niederndorf geht es besser. Der Bub erholt sich nach der Knochenmark-Transplantation. Trotzdem ist noch nicht gewonnen.
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Das Nürnberger Christkind stattete Jakob einen Besuch in der Kinderklinik ab. privat
Das Nürnberger Christkind stattete Jakob einen Besuch in der Kinderklinik ab. privat
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Manchmal sind es die vermeintlich kleinen Dinge, die zu großen Gesten oder Geschenken werden können, gerade an Weihnachten. Es ist so ein großer kleiner Moment, wenn der elfjährige Leukämie-Patient Jakob Conrads jetzt nicht mehr den ganzen Tag müde und zerschlagen in seinem Krankenbett döst, sondern wieder Bewegung zeigt. Interesse hat, Fernsehen zu schauen, und Appetit bekommt, etwas zu essen. Dass sein Vater Daniel, mit Freude und Dankbarkeit, berichten kann "Jakob geht's besser", ist ein großes kleines Geschenk für die Familie jetzt zu Weihnachten, es ist ihre frohe Botschaft.
Freilich ist das nur eine Momentaufnahme. Denn es liegen noch mehrere solcher kleiner Schritte auf einem langen Weg vor dem Jungen, die Familie hat noch viele Aufgaben zu bestehen. Gerade für Jakobs Schwester Lena ist die Krankheit des Bruders eine schwierige Herausforderung. "Sie meistert das klasse", sagt der Papa. Denn für ein achtjähriges Kind ist es schwer zu begreifen, plötzlich in den Hintergrund zu rücken. "Wir feiern mit Lena zu Hause gemeinsam Weihnachten", sagt Daniel. Ganz normal, wie immer. Wenigstens für ein paar Stunden.


Blutwerte sind besser

Denn nach wie vor erfordert Jakob die große Aufmerksamkeit und Zuwendung der Eltern. Und besonders an Weihnachten möchten sie ihrem Kind tagsüber zur Seite stehen, wie die letzten Wochen auch schon. Es ist jetzt fast ein Monat her, dass er seine Stammzellen-Transplantation bekommen hat. Jetzt zeichnen sich erste Erfolge ab, die den Eltern Grund zur Hoffnung geben.
Die Blutwerte haben sich gut entwickelt, berichtet der Vater im FT-Gespräch. Die Anzahl der Leukozyten sei gestiegen, sagt er. Dieses schnelle Wachstum habe auch die Ärzte positiv überrascht. Conrads wertet das als ein gutes Zeichen dafür, dass der Körper arbeitet und das frische Knochenmark annimmt. Die Eltern reagieren darauf zwar erleichtert, aber vorsichtig. Es ist eine Mischung an Gefühlen, einerseits nehmen sie die Entwicklung positiv wahr, andererseits "trete ich auf die Euphoriebremse", sagt Daniel. Denn schon einmal, nach der Chemotherapie, standen die Zeichen gut, dann aber folgte ein Tiefschlag.
Freilich seien die jetzigen Werte besser als damals, also eher nicht vergleichbar, sagt Conrads. Jetzt ist die Hoffnung groß, dass es - im Gegensatz zu damals - die richtigen Zellen sind, die sich bilden.
Gleichzeitig sind die Nebenwirkungen weniger geworden. "Jakob hat versucht zu essen", sagt der Vater. Ein bisschen Weißbrot zwar nur, aber das aus eigenem Antrieb. Seit der Transplantation wird der Bub künstlich ernährt. Der Fernseher läuft auch. Galileo interessiert den Buben, und kürzlich gab's gemeinsam mit den Eltern sogar einen ganzen Spielfilm auf DVD. "Man spürt jetzt täglich Verbesserungen", sagt Daniel erleichtert und dankbar: "Man lernt, auf das Kleinste zu schauen und sich zu freuen." Er bleibt aber vorsichtig: "Riesensprünge dürfen wir nicht erwarten."
In der Woche nach Weihnachten sei eine erste Punktion vorgesehen, sagt er weiter. Dann werde die Qualität der frischen Zellen das erste Mal geprüft. Die magische Zahl indes lautet einhundert: Erst wenn so viele Tage nach der Transplantation vergangen sind, lassen sich belastbare Aussagen treffen.
Jakob wird auch noch einige Zeit auf der Isolierstation verbringen müssen. Die strengen Auflagen indes seien etwas gelockert worden, berichtet Vater Daniel. Weil der Bub schon wieder Abwehrkräfte aufgebaut hat. "Wir müssten keinen Mundschutz mehr tragen" , sagt der 38-Jährige. Schiebt aber hinterher: "Wir lassen ihn trotzdem dran." Man bleibt weiterhin "vorsichtig mit allem", gerade im Winter. "Irgendeine Nase läuft da immer."


Heiligabend in der Klinik

Dieser Tage hatte Jakob Besuch vom Nürnberger Christkind, das allerdings an der Schleusentüre verharren musste. Daniel Conrads berichtet. Ob er was sagen wolle, sei Jakob gefragt worden. Da habe er ruhig geantwortet, fügt sein Vater, mit einem gewissen Schmunzeln hinzu: "Was soll ich denn sagen? Danke!", habe der Sohn geantwortet. Ganz wie es ein Elfjähriger eben tut, er mag ja nicht uncool wirken. Schon gar nicht, wenn ein Mädchen im Kostüm steckt. Auch dieses Verhalten wertet der Papa als ein Zeichen, dass es wieder bergauf geht.
An Heiligabend wird die Familie ihren Jakob besuchen. Auch Schwester Lena, die aber nicht mit ins Zimmer darf. Dann bleibt Daniel zunächst beim Sohn, während Mutter und Tochter zu den Großeltern gehen, um dort Weihnachten zu feiern, wie in früheren Jahren auch. Jakobs größter Weihnachtswunsch ist es, wieder gesund zu werden und im Sommer gemeinsam mit der Familie in den Urlaub ans Meer zu fahren.
Jakobs Erholung, die weitere Betreuung und die umfassenden Aufgaben der Familie werden durch eine Spendenaktion unterstützt, die die Mediengruppe Oberfranken zurzeit für Jakob durchführt. "Franken helfen Franken", lautet die Aktion, die schon viele Spender gefunden hat. Bisher sind mehr als 4000 Euro zweckgebunden für Jakob eingegangen - ein erster wichtiger Beitrag für die hohen anstehenden Ausgaben. Das Spendenkonto bleibt auch nach den Feiertagen und im kommenden Jahr offen.


Spendenkonto Spenden kann man weiterhin per Überweisung auf das Konto 302194501 der Mediengruppe Oberfranken — Franken helfen Franken e.V. bei der Sparkasse Bamberg (IBAN: DE 62 7705 0000 0302 1945 01). Verwendungszweck "Jakob Conrads" bitte angeben.

Nachweis Ab 200 Euro werden Spendenquittungen versandt (bitte Adresse angeben). Sonst genügt der Kontoauszug als Nachweis.

Internetwww.franken-helfen-franken.de.
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