Zwischen Kuwe-Steg und der Brücke an der Bahnhofstraße soll die Aurach "erlebbar" werden. Das sieht die Planung zur Freiflächengestaltung entlang des nördlichen Aurachufers vor, die am Mittwochabend im Planungsausschuss beraten wurde. Voraus ging ein Ortstermin.

Stephanie Hackl vom Freiraumplanungsbüro Hackl-Hoffmann aus Eichstätt stellte die Planung vor. Entstehen wird zum Beispiel ein Stück Promenade und der Freiraum entlang des nördlichen Ufers soll zu einem attraktiven Grünzug mit hoher Aufenthaltsqualität entwickelt werden. Insbesondere soll die Aurach mit ihren Uferflächen aufgewertet und "in Szene gesetzt werden".

Beim Ortstermin erläuterte die Planerin die neue Linienführung des Weges. Dadurch sollen besser nutzbare Teilflächen entstehen, zum Teil soll das Ufer abgeflacht werden. Der Platz für einen Sandstrand sei leider nicht vorhanden, erklärte Bürgermeister German Hacker (SPD) schmunzelnd und erinnerte damit an einen früheren Antrag der Jungen Union.

Dafür entstehen entlang des Weges attraktive Sitzgelegenheiten und es können auch Sport- und Fitnessgeräte aufgestellt werden. Solche möchte Retta Müller-Schimmel (Grüne) aber nicht haben. "Wer will schon neben einem Parkplatz, dem Parkdeck und dem Busbahnhof schon Sport treiben, da ist die Luft doch viel zu schlecht", kritisierte sie den Vorschlag. "Wir haben in Herzogenaurach keinen Smog", konterte Konrad Körner von der CSU und äußerte den Wunsch nach einem Volleyballfeld. Dazu verwies der Bürgermeister aber noch einmal auf den begrenzten Platz. Schon deswegen könne man auch nicht alle Wünsche erfüllen.

Auch in die Topgraphie möchte die Planerin eingreifen und die Ausbildung des Flussufers überarbeiten. Sie möchte das Ufer leichter zugänglich machen, indem es zum Teil abgeflacht und der Höhenunterschied zum Wasser überwunden wird. Nach der Berechnung des Bürgermeisters steigt das Wasser um rund 60 Zentimeter im abgeflachten Bereich, wenn sich der Wasserstand der Aurach um zehn Zentimeter erhöht.

"Man kann aus der Aurach sicher keinen Gebirgsbach machen", meinte Siggi Sendner (SPD) und verwies auf den Bereich unterhalb der Brücke. Dort sei viel mehr Leben in der Aurach und Sendner würde sich das auch oberhalb der Brücke wünschen. Dass dort mehr Leben sei, führt Erich Petratschek, der den Abschnitt als Angler kennt, auf die Steine zurück. Die habe allerdings das Wasserwirtschaftsamt eingebracht. Die Stadt selbst dürfe nicht in das Gewässer eingreifen, aber die Planerin könne deswegen trotzdem auch mit dem Wasserwirtschaftsamt sprechen.

Stephanie Hackl verhehlte auch nicht, dass Bäume gefällt werden, allerdings nicht nur weil sie im Wege stehen, sondern weil auch viel Totholz vorhanden sei, das schon aus Sicherheitsgründen beseitigt werden müsse. Auch wird das Ufergehölz ausgelichtet, damit die Aurach sichtbar gemacht wird. Durch die Pflanzung von Solitärsträuchern werde die Wahrnehmbarkeit zugunsten des Wassers verschoben.
Die Hecke entlang des Parkplatzes soll bis auf maximal 80 Zentimeter wachsen dürfen, damit die geparkten Autos etwas weniger sichtbar sein werden. Eine Renaturierung der Aurach und damit auch einen Eingriff in das Südufer wird es nicht geben, wie von Renate Schroff (SPD) angefragt wurde. Denn dies wäre eine Angelegenheit des Wasserwirtschaftsamtes, mit dem die Planung ohnehin abgesprochen werden muss. Auf Nachfrage erklärte Bauamtschef Gerhard Merkel, dass das Wasserwirtschaftsamt für diesen Abschnitt der Aurach keine Maßnahmen vorsieht.

Peter Maier von den Grünen äußerte zu den Neupflanzungen den Wunsch nach einer optischen Aufwertung und mehr Farbe, also unterschiedliche und heimische Sträucher. Dem Wunsch nach einer "Blühwiese" mussten der Bürgermeister und die Planerin jedoch eine Absage erteilen, denn dazu sei der Streifen entlang des Weges einfach zu schmal.

Der Vortrag und die Präsentation wurden vom Planungsausschuss ohne Gegenstimmen positiv aufgenommen und das Büro Hackl-Hoffmann wird mit den zuständigen Ämtern und Behörden die Planung nun konkretisieren und abstimmen.