Adelsdorf
Verkehrssicherheit

Bürgermeister Fischkal drängt auf Kreisverkehr

Der Preis für eine Ampelanlage ist zu hoch: Die Entschärfung des Unfallschwerpunkts auf der B 470 bei Adelsdorf lässt weiter auf sich warten.
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Der Kreuzungsbereich der B 470 mit den beiden ERH 16-Abzweigungen nach Adelsdorf (vorne) und Neuhaus (im Hintergrund) sollte schnell eine Ampelanlage bekommen.  Das verschiebt sich jetzt erneuet.  Foto: Andreas Dorsch
Der Kreuzungsbereich der B 470 mit den beiden ERH 16-Abzweigungen nach Adelsdorf (vorne) und Neuhaus (im Hintergrund) sollte schnell eine Ampelanlage bekommen. Das verschiebt sich jetzt erneuet. Foto: Andreas Dorsch
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Nicht länger auf eine Ampel warten, sondern "zügig einen Kreisverkehr umsetzen" will Adelsdorfs Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) im Kreuzungsbereich der B 470 mit den beiden Kreisstraßen-Abzweigungen nach Adelsdorf und Neuhaus. Eigentlich sollte dieser Unfallschwerpunkt schon längst mit einer Ampelanlage entschärft sein, doch wird die Ampel nun ein weiteres Mal verschoben.

Die Gemeinde Adelsdorf und der Kreistag Erlangen-Höchstadt hätten an dieser Stelle der B 470 gerne einen Kreisverkehr. Das für die Bundesstraße zuständige Staatliche Bauamt in Nürnberg möchte aber als schnelle Lösung eine Ampelanlage installieren.

Ursprünglich war deren Bau in den vergangenen Sommerferien geplant. Weil die Resonanz auf die Ausschreibung aber zu gering war, wurde das Vorhaben in die Herbstferien verschoben. Diese sind inzwischen auch vorbei. Am Dienstag teilte das Staatliche Bauamt mit, dass eine Vergabe der Bauleistungen noch nicht möglich war. Es findet sich offensichtlich keine Firma, die für einen akzeptablen Preis den Kreuzungsbereich mit einer Ampelanlage ausrüstet.


Doppelt so teuer wie kalkuliert

Auf die erneute Ausschreibung habe sich nur ein Bieter gemeldet und dessen Angebot sei doppelt so hoch gewesen wie veranschlagt, sagte auf Nachfrage Norbert Grüner, der zuständige Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt. Und das, obwohl man bei der Kalkulation mit einer "internen Erhöhung" auf die aktuelle Situation in der Baubranche eingegangen sei.

Jetzt plane man für die Baumaßnahme ein "neues Gesamtpaket", um im Sommer 2018 den Bau am Knotenpunkt und eine Deckensanierung der B 470 von der Anschlussstelle Höchstadt-Ost bis zur Staatsstraße 2264 östlich von Adelsdorf durchzuführen. Die Arbeiten sind in den kommenden Sommerferien vorgesehen, wofür die B 470 für mehrere Wochen komplett gesperrt werden soll.

Für Adelsdorfs Bürgermeister Fischkal ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um die Ampel-Lösung aufzugeben und gleich mit Nachdruck in die Planung eines Kreisverkehrs einzusteigen: "Wenn es sich eh hinzieht, sollten wir jetzt auf die Ampel verzichten." Warum können auf der B 470 überall Kreisverkehre gebaut werden, nur bei uns nicht, fragt sich der Bürgermeister mit Blick auf die Nürnberger Behörde. Fischkal sei mit verschiedenen Verkehrsexperten vor Ort gewesen, die einen Kreisel für eine gute Lösung halten.


Kein Hexenwerk

"Ein solcher Kreisverkehr ist auch in der Planung kein Hexenwerk", sagt Fischkal, zumal die Grundstücksfrage kein Thema sei. Die benötigten Flächen gehören dem Landkreis, der Gemeinde Adelsdorf und der Firma Aldi. Und die wäre froh, wenn in dem Kreuzungsbereich eine Lösung gefunden würde, von dem auch ihr Lkw-Verkehr profitiert, berichtet der Bürgermeister.

Ein Kreisverkehr müsse erst fundiert geprüft werden, dämpft Abteilungsleiter Grüner die Erwartungen. Man brauche Baurecht, die nötigen Grundstücke, naturschutz- und wasserrechtliche Belange gelte es abzuklären. Viel Planungsleistung sei notwendig und ein Kreisverkehr wäre auch nicht immer besser und leistungsfähiger als eine Ampelanlage. Inzwischen sei aber ein Ingenieurbüro mit einer Untersuchung beauftragt, das Ergebnis müsse man abwarten.

Unabhängig davon soll im Frühjahr die östliche Abfahrt der nahen Autobahnausfahrt ebenfalls durch eine Ampelanlage sicherer werden. Wie das Bauamt mitteilt, wird dafür auch eine zusätzliche Abbiegespur angebaut. Die ursprünglich noch für heuer geplanten Bauarbeiten werden aus Witterungsgründen in die Zeit nach den Osterferien 2018 verschoben.
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