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Konjunktur

Arbeitslosenberatung war zuletzt fast arbeitslos

Die Herzogenauracher Beratungsstelle für Arbeitslose stellt ihren ständigen Betrieb ein, weil die Nachfrage immer mehr nachgelassen hat.
Bernd Schnackig hat die Herzogenauracher Beratungsstelle seit 2006 geleitet.Archiv/Och
 
Nach ziemlich genau 33 Jahren schließt eine Institution in Herzogenaurach ihre Pforten. Am 1. November 1984 hat Doris Welker als erste Beraterin die damals Arbeitsloseninitiative genannte Beratungsstelle eröffnet, am 20. Oktober 2017 wird der ständige Betrieb eingestellt und das Büro nach Erlangen verlagert. Mitbetroffen von der Büroverlagerung ist das zweite Standbein der Beratungsstelle: die Beratung bei Mobbing am Arbeitsplatz. Ab 7. November gibt es das Beratungsangebot in Herzogenaurach in reduzierter Form: jede Woche gibt es einen Beratungstag im Gemeindezentrum St. Otto in der Theodor-Heuss-Straße, regelmäßig dienstags ab 9 Uhr. Beratungstermine können unter Telefon 09131/206310 und Telefon 09131/206258 vereinbart werden, teilt die Beratungsstelle mit.
Der gute Arbeitsmarkt in der Region in und um Herzogenaurach hat zur Folge, dass die Zahl der Arbeitslosen seit geraumer Zeit beständig sinkt. Das hat laut der Pressemitteilung auch zur Folge, dass die Auslastung der Beratungsstelle am Marktplatz seit Jahren zurückgeht. Andererseits sind die Beratungszahlen in der Kontakt-Stelle für Arbeitslose in Erlangen ziemlich stabil, so dass sich die Zusammenlegung der beiden Stellen in Herzogenaurach und Erlangen geradezu aufgedrängt habe. Außerdem: Immer mehr ärmere Menschen haben kein Auto und nutzen den öffentlichen Personennahverkehr, weshalb die Beratungsstelle in Erlangen für sie leichter zu erreichen.
Anlass für die Errichtung der Beratungsstelle in Herzogenaurach war der Niedergang der Schuhindustrie in den 1970er und 1980er Jahren. Zunächst gab es seitens der katholischen Kirche Versuche, ihr Hilfsangebot mit ehrenamtlichen Mitteln zu bewerkstelligen, insbesondere die KAB und Teile des Pfarrgemeinderates St. Magdalena engagierten sich dabei. Doch der Bedarf war größer, als dass die ehrenamtlichen Möglichkeiten ausgereicht hätten.
Norbert Starost von der katholischen Betriebsseelsorge in Bamberg holte Stadtpfarrer Hans Sterzl und Bürgermeister Hans Lang mit ins Boot, und mit vereinten Kräften wurde die Stelle errichtet. Anfangs stellte die Stadt im Rathaus ein Besprechungszimmer als Arbeitsplatz für Doris Welker zur
Verfügung. Im Juli 1985 wurde das erste eigene Domizil, ein ehemaliger Lebensmittelladen in der Edergasse bezogen. 1988 folgte der Umzug in die Caritas-Sozialstation Hintere Gasse und seit 1997 lautet die Adresse Marktplatz 7a, damals wurde die Stelle auch umbenannt: aus Arbeitsloseninitiative wurde Arbeitslosenberatung.
Die Einzelberatung für Menschen auf der Suche nach einer bezahlten Beschäftigung steht seit jeher im Mittelpunkt der Arbeit. Von Mitte der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre gab es sogar eine Beschäftigungsinitiative, die bei verschiedenen Unternehmen und bei Kirchengemeinden zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten entwickelte und etlichen Menschen eine Arbeit verschaffte, die es ansonsten nicht gegeben hätte.
Daneben liegt ein Schwerpunkt auf der Beratung in Rechtsfragen: "Was steht denn da in meinem Arbeitslosengeldbescheid? Ich verstehe das gar nicht. Haben die richtig gerechnet? Das ist ja so wenig Geld! Die haben mir eine Sperrzeit verhängt - geht das so einfach und ist das denn überhaupt rechtens?" Solche und ähnliche Fragen werden fast täglich gestellt.
Ein dritter Schwerpunkt ist der Blick auf die Menschlichkeit. Viele Menschen erleben die bürokratische Maschinerie bei Arbeitsagentur und Jobcenter als äußerst belastend, manchmal gar entwürdigend. Außerdem gilt Arbeitslosigkeit noch immer als gesellschaftlicher Makel - Arbeitslose werden in Familie, Freundeskreis und Vereinen isoliert und ausgeschlossen. Arbeitslose können sich viele Dinge wie Kino, Vereinsbeiträge, Gaststättenbesuche und Ausflüge gar nicht mehr leisten - also gehören sie nicht mehr richtig dazu. Arbeitslosigkeit macht einsam. Deshalb gibt es ein Freizeitprogramm, das auch für Arbeitslose bezahlbar ist. Dort trifft man Menschen mit ähnlichen Problemen und man kann über Sachen sprechen, die in anderen Kreisen verpönt sind.
Bernd Schnackig kam 2006 als neuer Berater an die Beratungsstelle in Herzogenaurach und brachte aus seiner früheren Tätigkeit das Thema Mobbing am Arbeitsplatz mit. Dieses Beratungsthema bleibt ebenso wie alle Fragen rund um Arbeitslosigkeit weiterhin als Angebot für Ratsuchende erhalten. Auf
absehbare Zukunft gibt es in der Region drei Orte, an denen Sprechstunden gehalten werden: das Büro in Erlangen, die wöchentliche Sprechstunde in Herzogenaurach und einmal monatlich Sprechstunde in Höchstadt. Die Kontakt-Stelle für Arbeitslose und die Beratungsstelle gegen Mobbing findet man zukünftig in der Reinigerstraße 8, 91052 Erlangen, Telefon 09131/206258
und 9131/206310, E-Mail: info@kontaktstelle.de und mobbing@kontaktstelle.de, Internet: arbeitnehmerpastoral-bamberg.de.
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