Herzogenaurach
Energie

Windrad bei Zweifelsheim ist 190 Meter hoch

Teil drei der Mausdorfer Windkraftanlage steht auf Herzogenauracher Gebiet und trägt den Namen "Regenschwanz".
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Blick von Münchaurach auf die Windräder bei Mausdorf und Zweifelsheim  Fotos: Richard Sänger
Blick von Münchaurach auf die Windräder bei Mausdorf und Zweifelsheim Fotos: Richard Sänger
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Die Windanlage Mausdorf-Pirkach wurde um das dritte Rad WEA 3 "Regenschwanz" erweitert und in Betrieb genommen. Der Geschäftsführer der Bürgerwindanlage "Reuthwind", Johannes Maibom, erläuterte bei der Inbetriebnahme vor zahlreichen Gästen die technischen Details des dritten Windrades. Mit seiner Nabenhöhe von 190 Metern überragt die dritte Windanlage die bereits bestehenden Windräder um einiges. Wie Maibom erläuterte, handelt es sich beim Typ E92 mit einem getriebelosen Antrieb der Firma Enercon um eine Weiterentwicklung der Technik der beiden bestehenden E82-Anlagen.

Der Jahresertrag soll bei rund 4,5 Millionen Kilowattstunden liegen. Der Geschäftsführer verkündete stolz, dass die beiden Anlagen (WEA 1 und WEA 2) bereits über 31 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt hätten. "Mit der eingespeisten Leistung liegen wir im Soll, die Einspeisung ins Netz funktioniert hervorragend und die beiden Anlagen laufen problemlos", erläuterte der Geschäftsführer.

Mausdorf gilt, zusammen mit der 600-kW-Biogasanlage, dem 850-kW-Hackschnitzelkessel und den Windenergieanlagen, als "Bioenergiedorf" und wurde mit dem Energiepreis ausgezeichnet.

Aber in Richtung Politik fand Johannes Maibom deutliche Worte und im Festzelt wies ein großes Transparent auf das politische Hin und Her hin. "Wir lassen und von Seehofer nicht stoppen - In Franken weht der Wind" steht auf dem Transparent, das mit seiner Frankenfahne und Windrädern unübersehbar an der Stirnwand des Zeltes hing. Die Gesellschafter der Reuthwind möchten die Energiewende voranbringen. "Um dieses Ziel zu erreichen, ist es unerlässlich, kommerziell geprägte Projekte zu realisieren, Idealismus allein reicht da leider nicht aus", machte Maibom deutlich. Allerdings werde das jetzt vom Bundestag verabschiedete "Erneuerbare-Energien-Gesetz" den Ausbau der regenerativen Energien deutlich bremsen. "Da zieht jetzt die Bundesregierung die Bremse an, sehr zur Freude unseres Ministerpräsidenten", sagte der Unternehmer.

Die Bundesregierung habe ihre Hausaufgaben nicht gemacht, obwohl sie in den letzten Jahren genügend Zeit dazu gehabt hätte, Infrastrukturen zu schaffen, um den Ökostrom in ein Stromverbundnetz einzubinden, prangerte Maibom die politischen Ent- oder auch Nichtentscheidungen an. "Ich halte dies für ein völliges Versagen. Stattdessen setzt Sigmar Gabriel, entgegen aller Vernunft, auf Kohle", wetterte Maibom.

Niemand aus Herzogenaurach

Johannes Maibom bedauerte, dass zur Einweihung weder ein Vertreter der Stadt Herzogenaurach noch des Landkreises Erlangen-Höchstadt gekommen sei. Schließlich befindet sich das WEA 3 auf dem Gebiet der Stadt Herzogenaurach (Ortsteil Zweifelsheim) und des Landkreises ERH. Gleichwohl lobte Maibom die Verwaltung des Landkreises. "Trotz des zähen und formalistischen Genehmigungsprozesses fühlen wir und beim Landratsamt Erlangen-Höchstadt gut aufgehoben", erklärte der Geschäftsführer.


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