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Region  // Erlangen-Höchstadt

Demografie

Wie wird die Region fit für den Wandel?

In der Kulturfabrik trugen die Kommunen Ideen zusammen, wie sie sich für die Anforderungen der Zukunft wappnen können.
Bürgermeister Helmut Lottes stellte sein Vestenbergsgreuther Maßnahmenkonzept vor. Foto: Evi Seeger
 
von EVI SEEGER
Neue Ideen braucht das Land! Der demografische Wandel ist prognostiziert und die Gemeinden tun gut daran, sich darauf einzustellen. Mit Fokus auf die immer ältere, aber durch Zuwanderung auch bunter werdende Bevölkerung trafen sich auf Einladung des Landratsamtes in der Kulturfabrik Gemeindevertreter aus dem "Verflechtungsraum Höchstadt". Begleitet von Professor Tobias Chilla und Studenten der Uni Erlangen wurden Strategien erarbeitet, wie dem Wandel zu begegnen sei.

"Den demokratischen Wandel aktiv gestalten" titelte diese vierte Regionalkonferenz ERH 2030, die letzte nach vorangegangenen für die Regionen Erlangen, Nürnberg und Herzogenaurach. Matthias Nicolai, Regionalmanager im Landratsamt, will den Bürgermeistern "auf die Finger schauen" und nachfragen, was aus den angepeilten Maßnahmen geworden ist. Nicht, dass sang- und klanglos verpuffe, was innerhalb erarbeitet wurde.

Für die Stadt Höchstadt wäre dies beispielsweise der kommunale Wohnungsbau. Selbst in einer so reichen Gegend sei es notwendig, dass die Stadt eingreift, sagte dazu Andreas Hänjes, der am Ende den Maßnahmenkatalog erläuterte.

Nur fünf Gemeinden vertreten

Von den neun geladenen - Röttenbach, Hemhofen, Adelsdorf, Gremsdorf, Lonnerstadt, Vestenbergsgreuth, Wachenroth, Mühlhausen und Stadt Höchstadt - hatten nur fünf Gemeinden Vertreter entsandt. Sie waren gefordert, ihre Kommune unter dem Aspekt der künftigen Veränderung unter die Lupe zu nehmen.

Die fortschreitende Alterung der Bevölkerung sei eine Herausforderung für die Infrastruktur, sagte Professor Chilla. Mit dem Erstellen eines seniorenpolitischen Gesamtkonzepts sei bereits unter Landrat Irlinger ein Schritt in die Zukunft getan worden, erklärte Peter Lederer vom Gesundheitsamt. Jutta Leidel (Landratsamt) stehe den Gemeinden beratend und unterstützend zur Seite, wenn es darum gehe, Projekte anzustoßen.

"Welche Perspektiven müssen wir berücksichtigen, welche Akteure einbeziehen, um diese Aufgabe gemeinsam sinnvoll zu meistern?", richtete sich Matthias Nicolai an die Versammlung. So wurden zu den Bereichen Wirtschaft und Finanzen, Infrastruktur, Familie, Integration und Ehrenamt, Bildung und Gesundheit, Bauen und Wohnen Ideen gesammelt.

Für ein "Café International"

Den dicken Sozialatlas des Landkreises auf die Stadt Höchstadt "herunterzubrechen", stand ebenso auf der Liste des Höchstadter Arbeitskreises wie ein "Café International". Einen solchen Treff, getragen von den Kirchen, habe es vor einiger Zeit schon einmal gegeben.

Jörg Bubel, einziger Vertreter aus Adelsdorf, forderte, Bebauungspläne müssten künftig anders aussehen. Mehrfamilienwohnhäuser, barrierefreier Wohnraum für alte Menschen, deren Kinder nicht mehr in der Gemeinde leben, würden benötigt. Adelsdorf rechne in den nächsten fünf Jahren mit einem Zuwachs von zwanzig Prozent. Daher wünscht sich Bubel ein Integrationskonzept für Neubürger ebenso wie ein Mehrgenerationenangebot für Sport und Freizeit. "Wenn wir so stark wachsen, müssen wir uns darum kümmern, dass die Infrastruktur zur Einwohnerzahl passt."

Für ein Mehrgenerationenhaus

Für bezahlbaren Wohnraum hatte Christoph Volkmar vom Arbeitskreis Hemhofen auch gleich einen konkreten Vorschlag parat: Ein gemeindliches Grundstück könnte mit einem Mehrgenerationenhaus bebaut werden. Eine "Willkommenskultur" für neu zugezogene junge Familien sei ebenso im Sinne der Hemhofener wie ein Stützpunkt für Demenzkranke und deren Familien. Auch im Röttenbacher Maßnahmenplan hatte bezahlbarer Wohnraum und die innerörtliche Nachverdichtung Priorität.

Vestenbergsgreuth, die kleinste der anwesenden Gemeinden, hat bereits einiges auf den Weg gebracht. "Weil uns das vorhandene Gebäude dazu zwingt", erklärte Bürgermeister Helmut Lottes. Die beiden ersten Grundschulklassen im Ort zu halten, liegt ihm am Herzen, denn andernfalls wäre das "Dorf ohne Kinder". Im Mehrzweckgebäude sei eine Veranstaltungs- und Turnhalle in Planung. Darüber hinaus will die Gemeinde Einrichtungen schaffen, damit Ärzte stundenweise in die Flächengemeinde an der Landkreisgrenze kommen. "Wir wollen die Kinder und Senioren in diesem Haus zusammenführen und erreichen, dass alte Menschen ihren Lebensabend auf dem Land verbringen können."

Eine Dokumentation der Veranstaltung soll den Gemeinden zugehen. Das Landratsamt werde die Gemeinden unterstützen und nach Fördermöglichkeiten Ausschau halten, so Nicolai.


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