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Region  // Erlangen-Höchstadt

Pilotprojekt

Wie lange dauert es, bis ein Schuh fertig ist?

Stadtgeschichtlicher Workshop begeisterte die Kinder. Sie richteten den Blick auf das traditionelle Schuhmacherhandwerk.
Erst ließen sich die Kinder genau erklären, wie ein Schuh gemacht wird. Dann zeigten sie selbst, was für Talente in ihnen schlummer und stellten fantasievoll geschmückte Espadrilles her. Foto: privat
 
Erstmals fand im Stadtmuseum Herzogenaurach ein Schlappenschuster-Workshop statt. Dem erfolgreich durchgeführten Pilotprojekt sollen regelmäßig Kurse folgen, die dank der Kooperation zwischen dem Generationen-Zentrum und Stadtmuseum möglich werden.

Zwölf Kinder zwischen sieben und elf Jahren nutzten die Osterferien, um spielerisch mehr über die Schlappenschuster-Tradition ihrer Stadt zu erfahren. Am Ende des Kurses, der aus einem museumspädagogischen und einem praktischen Teil bestand, konnten die Kinder ihre selbst gefertigten und individuell gestalteten Schuhe mit nach Hause nehmen.

Zunächst ging es in der wirtschaftsgeschichtlichen Abteilung des Stadtmuseums um die Geschichte der Schuhherstellung. Eingerahmt vom Ambiente einer Schusterwerkstatt und einer inszenierten Stepperei zeigten zwei ehemalige Schuhfabrikarbeiter den Kindern, wie Schuhe früher in Herzogenaurach gemacht wurden. Georg Seeberger, der bei Orth & Kalte nhäuser gelernt und später "bei der Puma" gearbeitet hatte, und Robert Keller, jahrzehntelang Mitarbeiter der Oberfränkischen Schuhfabrik, erklärten anschaulich den Werdegang von Schlappen, Dappen und anderem Schuhwerk aus der Schuhstadt Herzogenaurach. Einige Arbeitsgänge führten sie sogar mit Schusterhammer und Zwickzange vor.


Ein Loch in den Bauch gefragt

Die Kinder nutzten die Gelegenheit und orientierten sich bei den Experten über verschiedene Schuhmodelle, Obermaterialien und Verleimungsmethoden. Die Kinder fragten die beiden "Schlappenschuster" regelrecht aus: Welche Firmen gab es früher in Herzogenaurach, welches Leder von welchen Tieren fand Verwendung und vor allem: Wie langte dauert es, bis ein Schuh fertig ist?

Die Antworten darauf waren für die Kinder sehr wichtig, denn im Anschluss ging es im praktischen Teil ja um die Gestaltung, Entwicklung und Anfertigung des eigenen Paars Schuhe. Im Nu war die Zeit verflogen, und es ging ans Schuhe-Selber-Machen: Bea Wirth vom Generationen-Zentrum und Tochter Svea gaben die Materialien aus und übernahmen die Durchführung des Kurses. Für den einen oder anderen hilfreichen Tipp waren auch Keller und Seeberger noch da und schauten den angehenden Schlappenschustern interessiert und überrascht über die Schulter: "Des sinn obber schöne Motive."


Obermaterial aufgehübscht

Denn neben den Espadrilles-Sohlen und dem Oberstoff in verschiedenen Farben, die am Ende zusammengenäht wurden, hatten die Kinder die Möglichkeit, ihre Schuhe mit Schmucksteinen und Stofffarben individuell zu gestalten. Unter den Motiven dominierte der eigene Namen als Schriftzug - individueller geht es natürlich nicht: So prangt auf dem Oberstoff nun ein Emilia, ein Priyanka, ein Silas, ein Jim oder ein Vincent, verbunden mit sehr verschnörkeltem Schmuckbeiwerk bis hin zu surrealistisch anmutender Farbgestaltung.

Aber auch der Herzogenauracher Stadtlöwe schaffte es auf eine Schuhoberseite genauso wie der Slogan "Herzogenaurach - wir lieben dich".

Die Schuhe nahmen die Kinder zunächst mit nach Hause, denn fürs Gleichanziehen, war es noch zu kalt.
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