Gemeinderat

Weisendorf bekräftigt Nein zum Windpark

Der Bau- und Umweltausschuss von Weisendorf sollte Stellung nehmen zur Flächennutzungsplanänderung der Nachbargemeinde Dachsbach.
Weisendorf lehnt die geplanten Windräder nahe dem Ortsteil Rezelsdorf ab. Symbolfoto: Patrick Pleul, dpa
 
von RICHARD SÄNGER
Beifall von den Zuhörern gab es bei der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses für einen Mehrheitsbeschluss des Gremiums. Der Beifall kam von Bürgern des Ortsteiles Rezelsdorf und es ging wieder einmal um die Änderung des Flächennutzungsplanes "SO Windpark Dachsbach". Susanne Hausmann, Sprecherin der Bürgerinitiative gegen die Windräder, bedankte sich am Ende der Sitzung beim Bürgermeister und den Ausschussmitgliedern.

Der Markt Weisendorf war aufgefordert worden, zur Änderung des Flächennutzungsplans der Nachbargemeinde Dachsbach Stellung zu nehmen und hat bereits in der Sitzung am 20. Juni Einwände geltend gemacht. Auch bei der jetzigen Sitzung hielt der Ausschuss am Juni-Beschluss fest, denn es wird befürchtet, dass sich der Bau von Windanlagen negativ auf die künftige Entwicklung des Ortsteiles auswirken könnte.


Rücksicht auf Rezelsdorf

Zudem laufen in Weisendorf die Planungen zur Erstellung eines Vorentwurfes für die Gesamtüberarbeitung des Flächennutzungsplanes des Marktes Weisendorf (FnP Weisendorf 2030), bei dem auch Änderungen in Rezelsdorf vorgesehen sind. "Wir können und dürfen die künftige Entwicklung von Rezelsdorf nicht einschränken lassen", schickte Bürgermeister Heinrich Süß dem Beschluss voraus.

Christiane Kolbet von den Grünen lehnte den Beschlussvorschlag erwartungsgemäß ab. "Die Grünen haben keine Bedenken gegen die Windräder, und wir finden es schade, dass Belange einer Nachbargemeinde torpediert werden und das gute nachbarschaftliche Verhältnis nachhaltig gestört wird", erklärte die Gemeinderätin. Außerdem bezeichnete sie das Verhalten einiger Rezelsdorfer Bürger bei einer Veranstaltung zur Windkraft als beschämend.

Karl-Heinz Hertlein (CSU) antwortete der Kollegin, dass es nicht um die Verhinderung von Windanlagen gehen würde, sondern um die Entwicklung des Ortsteiles. "Es wäre fahrlässig, den Fuß nicht in die Tür zu stellen", erklärte Hertlein unter dem Beifall der Zuhörer aus Rezelsdorf. Mit acht gegen die Stimme von Christiane Kolbet wurden erneut Einwände gegen den Windpark Dachsbach erhoben.


Erschließung in Buch

Ohne Diskussion segnete der Bau- und Umweltausschuss die Vergabe der Ingenieurleistungen für den Wasserleitungsbau-, Kanal und Straßenbau zur Erschließung des Baugebietes "Buch - Im Grund" ab. Wie bereits mehrmals berichtet, entsteht in Buch, auf dem ehemaligen Gelände der alten Karpfenwirtschaft Süß und das über Jahre von der Lebenshilfe genutzt und abgerissen wurde, ein kleines Wohngebiet.

Der Gemeinderat behandelte in seiner Sitzung am 11. Juli die Einwände und Anregungen aus der Öffentlichkeit und von den Trägern öffentlicher Belange und fasste den Satzungsbeschluss.

Für die nun anstehenden Erschließungsarbeiten wurde jetzt das Herzogenauracher Büro GbI mit den Ingenieurleistungen beauftragt. Das Honorar für den Kanalleitungsbau wird auf rund 10 000 Euro und für den Wasserleitungsbau auf etwas über 4000 Euro geschätzt.


Sieben Bauanträge wurden durchgewunken

Der Bau- und Umweltausschuss hatte in seiner Sitzung über sieben Bauanträge zu beschließen, denen ohne Diskussion das gemeindliche Einvernehmen erteilt wurde. Darunter war auch ein Anbau an das bestehende Wohnhaus des Bürgermeisters, der vom Genehmigungsverfahren freigestellt wurde. Damit war auch kein Beschluss erforderlich.

Im Ortsteil Boxbrunn wollen Michaela und Stefan Gerner ein Einfamilienhaus errichten. Wie Bürgermeister Heinrich Süß erläuterte, war die Fläche am östlichen Ortsrand bereits im Flächennutzungsplan für die Ortsentwicklung vorgesehen.

Im Ortsteil Kairlindach beantragte Hartmut Hiller den Teilabbruch einer Scheune. Nach dem Änderungsantrag soll der Neubau ein Pultdach erhalten. Der Bauantrag zum Neubau eines Wohnhauses wurde bereits im Mai behandelt und genehmigt.

Im Ortsteil Buch wollen Katharina und Rainer Hase am Distelbock ein Einfamilienhaus errichten, die Befreiungen zur Dachneigung und Abweichung der Baulinie und Überschreitung der Baugrenze wurden erteilt. In Nähe des Gewerbegebietes Ost in Weisendorf wird Jessica Weiß eine Gewerbehalle mit Verkaufsfläche errichten. Für die vorgesehene Betriebsleiterwohnung muss die Antragstellerin noch eine Zulassung beantragen.


Hirtenhaus in die Denkmalliste

Wie Bürgermeister Süß dem Gremium erläuterte, soll das ehemalige Hirtenhaus in Rezelsdorf in die Denkmalliste aufgenommen werden. Bei dem Anwesen handelt es sich um einen eingeschossigen Satteldachbau als Wohnstallhaus, das zum Teil mit Sandsteinquader und zum Teil mit einem Ziegelsteinmauerwerk errichtet wurde. Im Laufe der Zeit wurde das Fachwerk auf der östlichen Traufseite verputzt. Der Markt Weisendorf wurde vom Landesamt für Denkmalpflege aufgefordert, mitzuteilen, ob zu der fachlichen Beschreibung Korrekturen oder Ergänzungen erforderlich sind. Nach Auffassung des Bau- und Umweltausschusses sind keine Ergänzungen oder Korrekturen nötig und so nahm man den Sachverhalt zur Kenntnis. Sae
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