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Herzogenauracher Kulturtage

Viva Voce in Herzogenaurach: Originell, witzig und hochmusikalisch

Die A-Capella-Band "Viva Voce" sorgte im Herzogenauracher Vereinshaus mit neuem Programm für einen Höhepunkt der Kulturtage.
Eine Pose extra für den FT inmitten des Konzertes in Herzogenaurach Fotos: Richard Sänger
 
von RICHARD SÄNGER
Der Auftritt der A-capella-Band "Viva Voce" sorgte für einen Sturm der Begeisterung und dürfte einer der Höhepunkte bei den diesjährigen Kulturtagen gewesen sein.

Das Vereinshaus war erwartungsgemäß ausverkauft, als die fünf Jungs aus Ansbach um 20 Uhr die Bühne betraten. Nicht mal zehn Minuten später hatte "Viva Voce" das Publikum für sich gewonnen und ein schallender Applaus hallte durch den Saal. Von Beginn an überzeugten die fünf Sänger mit Witz, Charme und ihren Sangeskünsten, denn wer sich unter A-capella altbackene und eintönige Musik vorstellt, wurde von den jungen Sängern eines Besseren belehrt.

Die Musiker waren nicht zum ersten Mal in Herzogenaurach. "Wer kennt uns und war schon mal in einem unserer Konzerte?", fragte Tenor Daniel Lugert und zahlreiche Hände gingen in die Höhe. Die A-cappella-Band eröffnete bereits 2010 mit einem mitreißenden Konzert im Vereinshaus die Kulturtage. Und die Sänger fanden die Location "supergeil", das Publikum sowieso und auch Herzi sei "supergeil" und sie selber natürlich auch und ihre Lieder samt Show sowieso.


Karten schnell vergriffen

Das fand auch Bürgermeister German Hacker, der sich ebenso köstlich amüsierte wie alle Konzertbesucher, die jedes Lied lautstark beklatschten. "Die sind schon einzigartig und humorvoll sowie witzig, aber sie haben auch nachdenkliche Lieder in ihrem Programm", beurteilte der Bürgermeister das Programm. Wie Andrea Pöltl und Helmut Biehler vom Kulturamt der Stadt erzählten, waren die Karten im Nu vergriffen und es mussten viele Absagen erteilt werden.

Daniel Lugert hatte nicht übertrieben. Neu war nicht nur das Programm unter dem Titel "Ego", sondern auch die Bühnen-Show mit einer ausgezeichneten Lichttechnik. Die Fans, die zum Teil eine weite Anreise auf sich genommen hatten, und Viva-Voce-Neulinge ließen sich gleichermaßen ab der ersten Minute von der mitreißenden Bühnenperformance in den Bann ziehen.

Die fantastischen Stimmen der fünf Ausnahmekünstler vereinen sich immer wieder zu einem kleinen Orchester, Bariton Jörg Schwartzmanns verblüfft dabei mit den "base drumbs", ohne allerdings ein Instrument auf der Bühne zu haben. Allein mit seiner Stimme kann er das Schlagzeug perfekt bedienen. Dazu steuert Heiko Benjes mit seinem samtig-schwarzen Bass die ganz tiefen Töne bei. Jörg Schwarztmanns, der einige Jahre das Herzogenauracher Gymnasium besucht hatte, musste allerdings den Spott seiner Kollegen über sich ergehen und fragen lassen, ob er da nicht mehr gelernt habe.


"Brenna tuats guat"

Originell, witzig, selbstironisch, charmant und hochmusikalisch - so präsentiert sich das Ensemble. Beim neuen Programm geht es um Selbstwertgefühl, Egoismus, Veränderung und Gemeinsamkeit. Da geht man jetzt zum Essen nicht mehr ins Restaurant, sondern aufs heimische Sofa, schaltet den Fernseher ein und genießt die Koch-Shows - natürlich mündet das in den Song "Mc Schubeck".

Doch nicht nur die musikalische Raffinesse begeisterte das Publikum im Vereinshaus. Besonders Charme und Witz der fünf Sänger trieben so manchem Besucher Lachtränen in die Augen. So zum Beispiel "Ich weiß von nichts" (Ich weiß, dass ich nichts weiß) und "Mein Hund" gehörten zu den ruhigeren, aber laut bejubelnden Liedbeiträgen. Bei "Brenna tuats guat" mit Jodeleinlage, einem Hit-Medley aus den 90er-Jahren, ging dann die Post ab. Stehende Ovationen belohnten am Ende die unglaubliche Leistung der fränkischen Vokalkünstler. Ohne drei Zugaben ließ das begeisterte Publikum die fünf Sänger nicht von der Bühne gehen.


Auch mal Boyband

"Viva Voce" kann auf eine über 15-jährige erfolgreiche Bandgeschichte zurückblicken. "Mit ein paar Geräuschen Geld verdienen" war die Intuition der jungen Sänger, die beim renommierten Windsbacher Knabenchor eine exzellente Ausbildung genossen haben und seither so ziemlich alles ausprobierten, was musikalisch ohne Instrumente möglich ist. Vor über zehn Jahren haben sie auf Boyband gemacht. "Wir waren die einzige A-Capella-Boyband in Deutschland - aber auch die dickste", erinnern sie sich selbstironisch, 2003 wechselte "Viva Voce" ins professionelle Musikgeschäft, 2013 feierte die Band ihr 15-jähriges Bestehen.

"Viva Voce", das sind Bastian Hupfer, David Lugert, Jörg Schwartzmanns, Heiko Benjes und Mateusz Phouthavong. Außer dem eloquenten Saarländer Bass Benjes stammen alle aus Franken und wurden im Windsbacher Knabenchor stimmlich geschult. Mit rund 120 Shows pro Jahr und dem Genre übergreifenden Repertoire sind die Träger des Bayerischen Kulturpreises eine der erfolgreichsten A-capella-Bands im gesamten deutschsprachigen Raum.
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