Strohbären und bunte Gestalten

Strohbären aus Effeltrich, begleitet von den Fasalecken, treiben alljährlich an Fasching ihr Unwesen in den Straßen von Baiersdorf. Danach werden die Strohgewänder auf dem Großparkplatz symbolisch verbrannt.
Die Fasalecken fungieren als Strohbärentreiber. Foto: Manfred Welker
 
Auch heuer kam eine Effeltricher Abordnung nach Baiersdorf und formierte sich bei der Jahnhalle. Dazu gehörten die Strohbären mit ihren Treibern und die eigentlichen Fasalecken, Burschen in weißer Kleidung mit bunten Rücken- und Schulterbändern, auf dem Kopf ein zylinderförmiger Hut, den ebenfalls bunte Bänder und grünender Buchs schmücken. Die Mädchen der Tanzpaare erschienen in Tracht, ebenso kleine Mädchen.

Beim Zug durch die Stadt mussten die Treiber, wie Schäfer mit einem Fell bekleidet und einem Stab in den Händen, immer wieder versuchen, ihre Strohbären mehr oder weniger gut zu bändigen, die sich über am Straßenrand befindliche Mädchen und Frauen hermachen wollten. Viele blieben nach diesen stürmischen Annäherungsversuchen zerzaust und mit viel Stroh im Haar wieder am Straßenrand zurück. An der Spitze des Zuges marschierte die Blaskapelle, nach den Strohbären folgten die Fasalecken mit Peitschengeknall.

Am Großparkplatz an der Linsengrabenstrasse erläuterte Monika Hofmayer, Vorsitzende des Heimatvereins Baiersdorf, die Herkunft und den speziellen Werdegang des Brauchtums um die Fasalecken. "Vermutlich entstand dieser ursprünglich aus dem Brauch des so genannten Todaustragens am Sonntag Laetare in der Fastenzeit. Mit dem Stroh wurde symbolisch der Tod verbrannt."


Stroh wird extra angebaut



Wie Bürgermeister Richard Schmidt aus Effeltrich weiß, muss das Wickenstroh extra angebaut werden. Die Gemeinde hat dafür extra ein Grundstück zur Verfügung gestellt. Das Wickenstroh darf allerdings nicht auf herkömmliche Weise gemäht werden. Es wurde extra ein Fahr-Mähbinder aus einem Ort bei Kronach gekauft, damit das Stroh in der ganzen Länge geerntet werden kann, ebenso ein alter Gabelwender. Das Stroh wird dann bei einer Baumschule gelagert und für die Strohbären vorgehalten. Allein das "Einkleiden" mit dem Stroh hatte fast drei Stunden gebraucht und auch das Gehen mit der steifen Montur war nicht gerade einfach.

Das Gewand der Fasalecken wird in der Familie zu Hause aufbewahrt. Die langen Bänder für das Gewand der Fasalecken können noch zum Teil in einem Geschäft in Forchheim gekauft werden oder müssen aus der Pfalz bezogen werden. Der Strohhut wird alle Jahre neu mit Buchs besteckt und mit Bändern eingefasst. Begleitet von der Musikkapelle führten die Burschen mit ihren Trachtenmädchen Volkstänze um das Feuer auf. Die sechs Paare wurden durch Nachwuchsfasalecken verstärkt.

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