Herzogenaurach
Fragerunde

Seehofer bei Adidas zwischen Königspalast und Kellergymnastik

Zur Grundsteinlegung des Adidas-Campus gab es einen kleinen öffentlichen Plausch mit Horst Seehofer und Herbert Hainer.
Artikel einbetten
Da regnete es noch (von links): Oliver Brüggen, Horst Seehofer, Herbert Hainer  Foto: Michael Busch
Da regnete es noch (von links): Oliver Brüggen, Horst Seehofer, Herbert Hainer Foto: Michael Busch
Es war eine lockere kleine Plauderrunde, die Adidas zum Besuch von Horst Seehofer organisiert hatte. Klar, dass man die Grundsteinlegung (der FT berichtete ausführlich) für ein Projekt, das letztlich 350 Millionen Euro kosten soll, zu einem kleinen Event ausgestaltet hatte. Zumal der bayerische Ministerpräsident ja nicht ständiger Gast bei den Drei Streifen ist.

Pressesprecher Oliver Brüggen gab den sportlichen Interviewer und lockte den höchsten Politiker des Landes auch mal mit saloppen Sprüchen, auf die dieser gut gelaunt und schlagfertig konterte. Und dass Seehofer fit ist, das wusste Brüggen eh. Die sportlichen Betätigungen des Landesvaters als ehemaliger Handballer des ESV Ingolstadt oder beim Tennis und Nordic Walking kenne man ja. Aber wie halte er sich täglich fit?

Er sei schon zufrieden mit seiner Fitness, sagte Seehofer. Schließlich habe er einen "mörderischen Job" zu bewältigen, als Ministerpräsident und Parteivorsitzender, "das ist ein ständiger Hürdenlauf." Ein Gym wie Adidas könne sich der Freistaat aber unmöglich leisten. Das wäre schließlich mit Steuergeldern, "da zerreißt uns die Presse", sagte Seehofer schmunzelnd. Er mache schon auch Gymnastik, "aber das geschieht im Keller". Schnell hatte er eine Lösungsmöglichkeit parat: Adidas könnte ein Fitnesscenter für den Freistaat doch sponsern. Davon wollte Adidas-Chef Herbert Hainer freilich nichts wissen. "Wir laden Sie gern einmal im Jahr zu Adidas ein", sagte Hainer. "Da bleiben Sie auch fit." Und dann könnte sich der Ministerpräsident auch davon überzeugen, dass das Arbeitsumfeld der Mitarbeiter internationalen Standards entspreche. Dazu gehören auch der Fitnessbereich und die eigene Kindertagesstätte.

4552 Mitarbeiter aus 80 Nationen seien hier beschäftigt, und sie seien gerne hier, obwohl Herzogenaurach ja nicht gerade der Nabel der Welt sei, sagte Hainer. Und dann stellte der Manager fest, dass die Mitarbeiter bei der Namensgebung der beiden neuen großen Gebäude mitwirken durften und dabei die Bezeichnungen Arena und Halftime herausgekommen sind. Welchen Namen würde Seehofer denn für die bayerische Staatskanzlei wählen, wollte der Pressesprecher wissen. Worauf dieser erneut schlagfertig konterte. "Bayerischer Königspalast" würde sie heißen, sagte der Ministerpräsident und erinnerte daran, dass Bayern ja tatsächlich bis 1918 Königreich gewesen war. Und wie müsse man ihn, Seehofer, dann anreden? Auch diese Antwort war schnell gegeben: Natürlich mit "königliche Hoheit".


Ein Schönwettermacher

Aber auch als Schönwettermacher trat der CSU-Politiker an diesem mit Regenschauern durchsetzten Nachmittag auf. Talkmaster Brüggen stellte nach den positiven Aussagen seines Chefs Hainer über Adidas und Herzogenaurach noch fest, dass es jetzt natürlich kein Wunder sei, dass es aufhört zu regnen. Aber auch da hatte Seehofer seine eigene, schon fast himmlische Einschätzung parat: "Das war die Staatsregierung."
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren