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Rothenburg feiert beim Taubertal-Festival
Das Taubertal-Festival in Rothenburg ob der Tauber ist mit 10.500 Zuhörern pro Tag relativ klein. Doch die Stimmung ist riesig. Am Wochenende steht das beschauliche Tal kopf.
Als am Freitag um 14.30 Uhr die Lichter der an der Hauptbühne angehen und die Erlanger Jungs von "Fiddler's Green" johlend ihr Publikum begrüßen, hat Florian Zoll bereits zwei Wochen Arbeit hinter sich. Zwei Wochen, in denen er und seine bis zu 80 Helfer das beschauliche Taubertal in ein Festivalgelände verwandelt haben. Sie haben in dem sonst äußerst idyllischen Tal, das über genau einen Stromanschluss verfügt, acht Kilometer Bauzaun aufgestellt, unzählige Kilometer Kabel verlegt und aus rund 12.000 Einzelteilen die Hauptbühne zusammengebaut.
"Unser Hauptproblem beim Aufbau ist die Logistik", erklärt der Marketingchef der Konzert-Agentur Rothenburg, die das mittlerweile 17. Taubertal-Festival organisiert. "Es führt genau ein Weg ins Tal, über den folglich alles aufs Gelände und auch wieder hinaus muss. Damit wir da keine Schwierigkeiten bekommen, lassen wir uns beim Aufbau zwei Wochen Zeit."
In einer Woche ließe sich das Musik-Spektakel für die 10.500 Gäste täglich wohl auch vorbereiten, vermutet Zoll. Aber: Wenn dann etwas schief geht, wird es eng. "Und so ist alles eben viel entspannter." Entspannt - dieses Wort zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Festival. Auf dem Campingplatz haben sich ein paar junge Männer ihr eigenes Planschbecken mitgebracht und fläzen sich gemütlich im Wasser - komplett angezogen, wohlgemerkt. Die Bierdosen schwimmen ebenfalls in Reichweite, so fungiert der Pool nebenbei auch noch als Kühlschrank.
Total entspannt sind auch Netti, Cello, Sebbi und Timme (alle 18 bis 20) aus Rothenburg, die sich auf Campingstühlen direkt in der Tauber niedergelassen haben und dort jetzt im Sonnenschein fröhlich ein Bier nach dem anderen trinken.
Weite Anreise
Mit einem Anreiseweg von rund 200 Kilometern hat Julian aus Frickenhausen bei Stuttgart da schon eine deutlich weitere Strecke zurückgelegt, um im Taubertal dabei sein zu können. Jetzt steht der 20-Jährige mit einem Kuh-Kostüm bekleidet vor der Hauptbühne und freut sich über das perfekte Festival-Wetter. Den Schwaben hat es jetzt schon zum zweiten Mal nach Rothenburg verschlagen, vergangenes Jahr haben ihn Freunde mitgenommen, heuer ist er von sich aus nach Franken zurückgekehrt. "Die Stimmung hier ist super, und die Umgebung ist einfach der Hammer!"
Mit dieser Meinung steht Julian nicht alleine da. Während das erste Taubertal-Festival noch gerade mal 1800 Zuschauer zählte, waren es bei der dritten Auflage bereits 8000 Besucher. "Das hat uns dann auch vor massive Probleme gestellt, weil wir darauf einfach nicht eingestellt waren", betont Volker Hirsch, Chef-Organisator des Festivals. "Wir haben aber daraus gelernt - und es in den folgenden Jahren langsamer angehen lassen."
Inzwischen genießt das kleine, aber feine Rothenburger Musikfest einen zunehmend guten Ruf. Zu erkennen ist das auch am Spielplan, der zwar immer noch viele unbekannte, aber auch immer mehr bekannte Bands aufweist. Besonders stolz ist Hirsch darauf, dass in diesem Jahr die englische Alternative-Rockband "Placebo" als Hauptact verpflichtet werden konnte.
Samstagabend werden "The Boss Hoss" als Headliner auftreten, am Sonntag sind die "Beatsteaks" dran. Kurzentschlossene können noch Restkarten an der Tageskarte ergattern.




















