Herzogenaurach
Vorstellung

Rennwagen-Präsentation in Herzogenaurach

Im Auditorium der Firma Schaeffler wurde er feierlich enthüllt: der "FAUmax kappa". Mit ihrem Rennwagen gehen Erlanger Studenten demnächst auf Preisjagd.
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Der Höhepunkt des "Rollouts": Der "FAUmax kappa" wurde enthüllt. Foto: Jann Weckel
Der Höhepunkt des "Rollouts": Der "FAUmax kappa" wurde enthüllt. Foto: Jann Weckel
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Der lange Gang im Konferenzzentrum der Firma Schaeffler steht an diesem Abend unverkennbar im Zeichen des Motorsports. Alle paar Meter sind bis hin zur Eingangstür zum Auditorium kleine Rennwagen geparkt. Gebaut hat sie ein Team aus Studenten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: High Octane Motorsports.

Das Team, das sich jährlich neu zusammensetzt und als Verein eingetragen ist, hat nun schon zum zehnten Mal einen Wagen gebaut, um an der "Formula Student" teilzunehmen.


Weltweiter Wettbewerb

Der Konstruktionswettbewerb ist ein weltweites Projekt. Auf zahlreichen Rennstrecken finden jährlich Events statt, bei denen Studententeams ihre Wagen antreten lassen. Dabei geht es aber nicht nur um Geschwindigkeit, sondern das gesamte Konzept wird auf Herz und Nieren geprüft. Aus den USA war der Wettbewerb nach Europa geschwappt und in Erlangen sofort auf Begeisterung gestoßen.

Im Rahmen der Vorstellung des zehnten Modells berichtet Moritz Schumacher, von 2008 bis 2012 Teil des Teams, von den Anfangstagen: eine viel zu kleine Werkstatt in einer ausrangierten Lkw-Waschanlage, ein überdimensionierter Materialtruck und ein nicht funktionierendes Auto. Zehn Jahre und viele Erfahrungen später steht das Projekt auf deutlich professionelleren Beinen, wie das gesamte Präsentations-Event zeigt.

62 Teammitglieder haben stundenlang in ihrer Freizeit am Auto getüftelt. Der Hauptaspekt: Gewichtsreduzierung. "Zuerst muss man sich ein Grundkonzept überlegen", erklärt Markus Rübner, Teamleiter im Bereich Organisation extern. "Unseres war in diesem Jahr das Leichtbaukonzept. Wir haben uns entschlossen, statt einem Zweizylindermotor einen Einzylindermotor zu verwenden." Das bedeute zwar weniger Leistung, durch das geringere Gewicht aber am Ende womöglich insgesamt ein besseres Auto. Die Waage zeigte letztendlich weniger Gewicht als im Vorjahr. 140 Kilogramm wiegt der "FAUmax kappa".


Ungarn, Österreich, Deutschland

Nun tritt das Team bei insgesamt drei Rennen an. Erst in Ungarn, dann in Österreich und zum Abschluss am Hockenheimring.

Das Team setzt sich aus Studenten verschiedener Bereiche zusammen. Wer mitmachen will, muss sich zuerst beim Verein bewerben. "Die meisten kommen aus dem Bereich Maschinenbau. Aber auch Materialwissenschaften, BWL oder Physik", erklärt Markus Rübner. Er und sein Teamleiterkollege Simon Dentler studieren Wirtschaftsingenieurwesen. "Unsere Frauenquote ist mit acht Frauen für ein Formula- Student-Team auch recht hoch", sagt Dentler.

Er und Markus Rübner wollen auch in Zukunft Teil des Teams sein, vielleicht aber in anderer Funktion. Diese Motivation und Vielseitigkeit ist es auch, warum die Studenten für Sponsoren wie Schaeffler so attraktiv sind: "Sie bringen quasi schon ein oder zwei Jahre Berufserfahrung mit", betont Karin Görl, die bei Schaeffler im Bereich Employer Branding tätig ist. "Deswegen wollen wir die Ausbildung unterstützen." Sei es nun finanziell, mit Produkten, oder durch Beratung.

Doch eine letzte Frage bleibt: Wer darf fahren? Markus Hübner erklärt: "Wir gehen vor der Saison Kart fahren, und wer da gut ist, der fährt zum Test das Vorjahresauto." Am Ende der Saison darf dann aber jeder aus dem Team mal hinters Steuer.
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