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Durchsuchung

"Reichsbürger"-Razzia in Franken: Schreckschusswaffen sichergestellt

Die Polizei hat in Franken mehrere Wohnungen von "Reichsbürgern" durchsucht und dabei Waffen gefunden. Die Aktion verlief weitgehend reibungslos ab.
Polizisten stehen am 07.02.2017 vor einem Wohnhaus in Pliening (Bayern). In dem Haus hat zuvor ein SEK-Einsatz gegen einen Reichsbürger stattgefunden. Foto: Matthias Balk/dpa
 
Am Dienstagvormittag hatten rund 300 Einsatzkräfte der Polizei in drei Bundesländern 15 Wohn- und Geschäftsadressen von insgesamt 16 Tatverdächtigen durchsucht.

Die Durchsuchungen, die gegen 17 Uhr abgeschlossen wurden, verliefen größtenteils ohne Vorkommnisse. Dies teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Die von der Durchsuchung und Sicherstellung Betroffenen verhielten sich kooperativ.


Schreckschusswaffe im Kreis Haßberge

An einer Wohnung in Ebelsbach (Landkreis Haßberge) leistete der 51-jährige Bewohner vorübergehenden Widerstand, als die Beamten die Wohnung betraten. Bei der Durchsuchung fanden sie schließlich eine Schreckschusswaffe, die offensichtlich manipuliert war. Der Revolver und 44 Patronen zugehöriger Munition wurden sichergestellt.

An einem Objekt in Nürnberg stießen die Kriminalbeamten auf mehrere Lang- und Kurzwaffen, für die der 56-jährige Besitzer über waffenrechtliche Erlaubnisse verfügte. Nach einer Überprüfung stellten die Beamten aber fest, dass zwei Schusswaffen und ein erlaubnispflichtiges Waffenteil fehlten. Weitere Abklärungen dauern hier noch an.

In Franken wurden außerdem noch Objekte im Landkreis Erlangen-Höchstadt, sowie in Schwabach und Ansbach in Unterfranken.

In Rheinland-Pfalz durchsuchten örtliche Kriminalbeamte die Wohnräume eines 58-jährigen Tatverdächtigen.
Sie fanden eine "Reichsbürgerfahne", die zusammen mit einem PC, mehreren Mobiltelefonen und diversen Speichermedien zur Auswertung sichergestellt wurden. Der Beschuldigte besaß zwei PTB-Schreckschusswaffen, die zur waffenrechtlichen Prüfung eingezogen wurden.


Reichsbürger trieben wohl Steuern ein

Im Hauptdurchsuchungsobjekt der Kripo Erding stießen die Beamten nicht nur auf die erwarteten zwei Beschuldigten, sondern auch auf einen 50-jährigen Mann, der offensichtlich ohne Anmeldung in dem Anwesen wohnte.
Im ersten Stock des Anwesens stellten die Einsatzkräfte zahlreiche Dokumente, Urkunden-Formulare und Speichermedien sicher. Zudem wurden mehrere tausend Euro Bargeld aufgefunden, die mutmaßlich aus Gebühren und Steuereinnahmen stammen.

Der überwiegende Teil der Beschuldigten wurde zur Sache vernommen und erkennungsdienstlich behandelt. Haftgründe für eine andauernde Freiheitsentziehung ergaben sich nicht.

Die Durchsuchungen fanden wegen des dringenden Verdachtes der banden- und gewerbsmäßig begangenen Urkundenfälschung und Amtsanmaßung statt. Die Federführung lag bei der Staatsanwaltschaft München II und der beauftragten Kripo Erding (Ermittlungsgruppe Wappen).

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