Wiedersehen

Klassentreffen mit Elke Sommer

In Niederndorf kamen die früheren Schulkameraden der Jahrgänge 1939/40 und 1941 zusammen. Unter ihnen auch Hollywoodstar Elke Sommer.
Die Wiedersehensfreude war groß. Man hatte sich teils viele Jahrzehnte nicht gesehen. Fotos: Richard Sänger
 
von RICHARD SÄNGER
Es war ein Klassentreffen der besonderen Art: Die Niederndorfer Jahrgänge 1939/1940 und 1941 trafen sich im ASV-Heim und mittendrin ihre Schulkameradin und Hollywoodstar Elke Sommer mit ihrem Ehemann Wolf Walther und der Hündin Smiley. Von den heute noch 45 lebenden ehemaligen Schülerinnen und Schüler, feierten 34 ihre prominente Mitschülerin.

"Es freute uns sehr und wir sind stolz, dass Ihr mit uns kleinen Leuten heute in Niederndorf an einem Tisch sitzt", meinte Organisator Ernst Kreiner in seiner Begrüßungsansprache. "Das kann ich so nicht stehen lassen, es gibt keine großen und kleinen Leute, sondern nur gute und schlechte. Ich bin eine von euch und Niederndorferin", wurde Ernst Kreiner von der Schauspielerin, Sängerin, Regisseurin und Malerin unterbrochen.

"Die Elke ist noch wie damals und war ja schlimmer als ein Bub, der war kein Baum zu hoch und sie ließ sich nix gefallen", erzählten Mitschülerinnen. Der Weltstar ging in Niederndorf bis zur vierten Klasse in die Schule und spricht sieben Sprachen, aber am liebsten Fränkisch, wie sie über sich selbst sagt. "Du warst doch schon damals a klans Freggerla" und klopfte ihm auf die Schulter, meinte sie zu einem ehemaligen Klassenkameraden.

Sowohl Elke Sommer, als auch die Mitschüler schwelgten in Erinnerungen, und insbesondere die Schauspielerin erinnerte sich an manche Streiche und gab sie zum Besten. Einige unter den Anwesenden hatten sich seit 1954 nicht mehr gesehen und da gab es natürlich viel zu erzählen.

Elke Sommer begrüßte alle mit Handschlag, erkannte viele am Gesicht und schon bei der Begrüßung hieß es immer wieder: "Weißt Du noch ..." Der Hollywood-Star bedankte sich für die Einladung, mit: "Ich habe eine kleine Überraschung mitgebracht und in fünf Minuten geht es los", machte Elke Sommer neugierig. Und da Jazzpianist Thomas Fink in die Gaststätte kam, konnte es sich nur um ein musikalisches Dankeschön handeln. "Ich singe euch jetzt mein selbstverfasstes Lied von der Brunz-Rubn (weiße Rübe)", verkündete sie und gab dem Pianisten den Einsatz.

Wie sie im Nachhinein erzählte und wie es auch ihre Mitschüler noch kennen, waren die weißen Rüben in der damaligen Zeit begehrt und wurden natürlich von den Feldern stibitzt - vornedran die Elke, wie sich viele erinnerten. Aber auch für ihren Ehemann Wolf Walther, mit dem sie in zweiter Ehe verheiratet ist - "wir sind sehr glücklich miteinander" - sang sie mit "My Funny Valentine" ein Lied.

Eingangs wurde auch der Verstorbenen der Klassen gedacht und als Symbol eine Kerze für diejenigen angezündet, die beim Klassentreffen nicht mehr dabei sein konnten. "Schade, dass unsere Oberlehrerin Maria Singer den heutigen Tag nicht miterleben durfte. Wo doch Elke ihr ganzer Stolz war", erinnerte Ernst Kreiner an die Lehrkraft. "Ja und ich erinnere mich vor allem an die Kopfnüsse, ich war ja nicht gerade eine Heilige", kommentierte Elke Sommer das strenge Regiment der ehemaligen Oberlehrerin. Natürlich fühle ich mich auch alt, meinte die 76-jährige im Gespräch, so hat man schon das eine oder andere Zipperlein.


Aus Berlin evakuiert

Elke Sommer wurde 1942 im Alter von zwei Jahren mit ihrer Familie aus Berlin ins fränkische Niederndorf evakuiert, das umgeben war von Feldern, Wiesen und Wäldern, wo die Häuser rote Ziegeldächer hatten und auf den Schornsteinen die Störche nisteten - Motive, die sich später in vielen Gemälden von Elke Sommer wiederfinden sollten. Heute lebt die gebürtige Berlinerin im Winter in Los Angeles und im Sommer in Marloffstein, in ihrer fränkischen Heimat.

Elke Sommer hat sich in der Beletage von Hollywood bewegt und mit Stars wie Paul Newman, Kirk Douglas und Peter Sellers vor der Kamera gestanden. Und auch auf musikalische Pfade hat sie sich begeben, so mit Rex Gildo während der Sendung "Musik aus Studio B".

Der Backfisch der 1950er Jahre besuchte nach ihrer Schulzeit das Fridericianum in Erlangen. Nicht nur das Fränkische, überhaupt lernte sie Sprachen leicht und schnell, ging nach London als Au-pair-Mädchen und wurde als 17-jährige Italien-Urlauberin zur "Miss Viareggio" gewählt. Und dann ging alles ganz schnell: Filmangebote noch in Italien, dann in Deutschland, dann in den USA - aus Elke Schletz wurde Elke Sommer.
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