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Jugendparlament steht vor der Gründung

Spätestens zum neuen Schuljahr soll es in Höchstadt ein Jugendparlament geben.
Julia Weiland
 

Die Satzung für ein Jugendparlament in Höchstadt steht kurz vor dem Abschluss. Genauer: Sie muss nach mehreren Überarbeitungen nur noch den Stadtrat passieren. Dann kann gewählt werden.
Es war ein langer Weg, den Höchstadts an der Stadtentwicklung interessierte Jugendliche bislang zurückgelegt haben. Denn mit den ersten Schritten begonnen wurde schon im Januar 2010. Zwölf junge Leute aus dem Gymnasium trafen sich zu einem "Brainstorming" für eine Jugendvertretung. Um die Vernetzung der Schülermitverwaltungen und ein Sprachrohr der Jugend in der Öffentlichkeit ging es ihnen.
Auslöser für ihr Vorhaben war, so Alexander Barth, die Diskussion über die Ansiedlung eines ADAC-Fahrsicherheitszentrums. "Da sind die 16-, 17-Jährigen, die Führerschein machen wollen, nicht gehört worden." Alexander Barth war damals Schülersprecher des Gymnasiums, heute studiert er bereits. Wie er sind auch andere fast schon aus der Altersgruppe der Unter-21-Jährigen herausgewachsen.
Im Juli - da waren es nur mehr sieben - ging es schon an die Details wie Wahlen, Wahlvorschläge und Aufgaben. Eine Steuerungsgruppe kristallisierte sich um Jugendpflegerin Julia Weiland heraus.
Im November präsentierten sie dem Stadtrat einen ersten Satzungsentwurf. Die Räte beschlossen die Einrichtung eines Jugendparlaments, nur die Satzung sollte noch überarbeitet werden. Bei der fünften Fassung ist man inzwischen.
Fest steht aber schon, wer wählen und wer gewählt werden kann. Wahlberechtigt sind alle Höchstadter zwischen zwölf und 21 Jahren. Wählbar sind Personen zwischen 14 und 21, die ihren Lebensmittelpunkt in Höchstadt haben. "Wir haben diesen Personenkreis bewusst weiter gefasst, denn viele Auswärtige besuchen hier die Schule und sind zum Beispiel in einem Sportverein aktiv", erläuterte dazu Barth. Und: "Die Zwölf- bis 14-Jährigen wollen wir bewusst ansprechen, sie sensibilisieren und informieren, damit sie hineinwachsen." Die Resonanz war bislang nicht schlecht. "Sogar unter Elfjährigen", hat Nadine Göß, eine der Initiatorinnen, erfahren.

Neuauflage von "Young & Free"?


Das Jugendparlament soll die Jugendarbeit voranbringen. Barth denkt dabei an eine Neuauflage des Festivals "Young & Free", aber auch um weitergehende Mitsprache. "Zum Beispiel bei den Buskosten." Denn die einfache Fahrt nach Erlangen kostet für einen Jugendlichen über 14 Jahre vier Euro, da Erwachsenentarif gezahlt werden muss. "Ein ganz schöner Brocken bei 20 Euro Taschengeld", meint Barth.
Göß liegt das Außengelände an der Fortuna Kulturfabrik, besonders die öffentlichen Sporteinrichtungen am Herzen. "Wir wollen den Jugendlichen eine Stimme geben", sagt sie.
Hat die Satzung die Zustimmung des Stadtrats gefunden, beginnen die Wahlvorbereitungen, betonen alle drei. Alle Wahlberechtigten werden angeschrieben.
Mit ihrem Vorhaben bewarben sich die Initiatoren beim Jugend-Engagement-Preis der Rotarier. Walter Knorr, selber Jurist, nahm die Satzung entgegen.

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