Höchstadt bereitet sich auf den Faschingszug vor

Die Stadtverwaltung organisiert heuer zum ersten Mal den Höchstadter Faschingsumzug. Größere Neuerungen soll es nicht geben, erst einmal wollen die Verantwortlichen eigene Erfahrungen sammeln.
Susanne Gabler zeigt den Plakatentwurf, den die Anwesenden ausgewählt haben. Die Schrift soll jedoch dunkel werden und das Plakat größer. Foto: Evi Seeger
 
Ein Prinzenpaar für Höchstadt - das wär's doch! Erst gegen Ende des Vorbereitungstreffens für den Höchstadter Faschingszug am Fastnachtsdienstag kam die Anregung. Doch Zweiter Bürgermeister Günter Schulz (SPD) und Bernd Riehlein, Hausherr der Kulturfabrik, konnten sich so schnell mit dem Gedanken nicht anfreunden. Nicht schon in der ersten Saison, in der die Stadt selbst den Umzug in die Hand nimmt. "Das muss wachsen", fand Riehlein, und wenn es heuer klappe mit dem Zug, könne man ja im nächsten Jahr mal darüber nachdenken.
Bislang hatten die Höchstadter Fosänachter für die Ausrichtung des Gaudiwurms gesorgt. Für Ehrenamtliche keine leichte Aufgabe, die Stadt sei dafür besser ausgestattet, meinte Schulz. Hätte nicht die Stadt die Initiative ergriffen, wäre die Veranstaltung, die Schulz in die Rubrik "Kulturprogramm" einordnet, wohl zum Sterben verurteilt gewesen. Die große Resonanz und das Interesse am Faschingsumzug erfreuten Höchstadts Vize dann aber. Bereits 30 Vereine und Gruppen haben ihre Teilnahme bei Susanne Gabler von der Stadtverwaltung angemeldet. "Wir sind noch offen, falls weitere Gruppen mitmachen möchten."
Eines allerdings kam bei dem gut besuchten Treffen im Fortuna-Saal nicht zustande: ein griffiges und pfiffiges Motto. Die Vorschläge, die gemacht wurden, klangen allesamt lauwarm und abgedroschen. "Höchstadt feiert" oder "Höchstadt wie es singt und lacht" haut halt wirklich niemanden vom Hocker. Deshalb verzichtete man gänzlich auf ein Motto. Vielleicht ganz gut so, denn der Zug soll möglichst bunt und vielfältig werden. Jede Gruppe kann ihren Auftritt so gestalten, wie sie gerade Lust hat. Und noch etwas soll es nicht geben - ein Preisgericht. "Gut so", findet Günter Schulz. Denn Konkurrenzgedanken, vielleicht sogar Neid, könnten so gar nicht erst aufkommen.

Infoblatt für die Teilnehmer

Vorschriften gibt es dennoch: Die Sicherheit müsse gewährleistet sein, erklärte Schulz, der nicht nur als aktiver Fosänachter, sondern auch als ehemaliger Polizist viel Erfahrung mitbringt. Für die teilnehmenden Gruppen gibt es daher ein Infoblatt mit allem, was in Bezug auf Traktoren und andere Fahrzeuge zu beachten ist. Dass deren Lenker dem Alkohol nicht zusprechen, sollte selbstverständlich sein. Aber auch die auf den Wagen mitfahrenden "Narren" sollen ihren Alkoholpegel möglichst niedrig halten.
Zur Sicherheit der Zuschauer, insbesondere der Kinder, die beim Auswerfen von Süßigkeiten gern mal auf die Straße rennen, sollen an jedem Wagen sechs Begleitpersonen neben dem Fahrzeug herlaufen. Für die Naschsachen hat die Stadt bereits einen Sponsor gefunden, weitere werden gesucht. Was noch fehlt, werde aus dem städtischen Budget bestritten. Die Stadt kaufe ein und verteile die Süßigkeiten an die Vereine. "Sie brauchen dafür keinen Cent auszugeben", richtete sich Schulz an die teilnehmenden Gruppen. Sofern Vereine selbst auswerfen wollen, werde das dankbar angenommen.

Keine "harten Sachen"

Die Organisation von Essen und Trinken war schnell geklärt: Die Feuerwehr wird nach der Zusage von Jürgen Völlner die Getränke übernehmen, Bratwürste und Steaks der "Brezen-Rudi" mit seinem Stand. Zwei junge Damen wollen Glühwein oder Hugo anbieten für den Fall, dass es sehr kalt ist. "Harte Sachen" wie Schnäpse sollen mit Rücksicht auf den Jugendschutz nicht verkauft werden.
Das närrische Spektakel soll sich am "Endziel" des Zuges auf dem Marktplatz abspielen. Dort wird es eine Bühne für die Musik geben und eine Fläche für tanzwütige Jecken. Dort kann nach dem Dafürhalten von Günter Schulz auch mit Luftschlangen und Konfetti geworfen werden. Während des Umzugs möchte er das lieber nicht, "da eine zu große Belastung für den Bauhof damit verbunden ist".
Der Ablauf und der Weg sind der gleiche wie bei früheren Faschingszügen: Aufstellung um 13.30 Uhr auf dem Festplatz, Beginn des Zuges um 14 Uhr mit Endziel Marktplatz. Dort wird gegen 15.30 eine "After-Zug-Party", Dauer etwa drei Stunden, stattfinden. Discjockey wird Bernd Riehlein sein.
War noch die Frage zu klären: "Was machen wir bei ganz schlechtem Wetter?" Dann findet die Veranstaltung im Saal statt, in diesem Fall in der Fortuna Kulturfabrik. Ein Zelt aufzustellen, wäre zu aufwendig. Zwei bis drei Tage vor dem Faschingsdienstag könne man in etwa abschätzen, wie das Wetter wird, und kurzfristig reagieren.
Susanne Gabler wünscht sich noch konkrete Rückmeldungen, wie viele Teilnehmer jede Gruppe mitbringt. Viele andere Fragen lassen sich aufgrund der Erfahrungen der Höchstadter Fosänachter beantworten. Ober-Fosänachter Andreas Hänjes erklärte sich sofort bereit, seine gesammelten Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Daran können sich die Veranstalter orientieren, ganz gleich ob es um die Anzahl der Bratwürste, um die Kilo-Masse an Bonbons oder um die Höhe des Stadttores geht.
Für ihren Gaudiwurm will die Stadt in den Medien und mit Plakaten ordentlich Werbung machen. Gehe es doch darum, auch Besucher aus dem Umland anzulocken und dem Titel der "Perle des Aischgrunds" gerecht zu werden, meinte Schulz. Die Wahl unter drei Plakatvorlagen fiel nicht schwer: Das bunteste entsprach den Vorstellungen am ehesten.

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