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Jubiläum

Frauen blicken über den Tellerrand

Die Mitglieder des katholischen deutschen Frauenbunds in Herzogenaurach setzen sich seit 70 Jahren nicht nur für ihre Geschlechtsgenossinnen ein.
Besucherinnen betrachten die Stellwände mit der Geschichte des Frauenbunds. Foto: Manfred Welker
 
von MANFRED WELKER
Mit einem Festgottesdienst beging der katholischer deutsche Frauenbund (KDFB) sein 70-jähriges Bestehen in Herzogenaurach. Zum Jubiläum besann sich der Frauenbund auf die eigenen Wurzeln, die gegenseitige Unterstützung, das politisches Engagement und die Verbesserung der Bildung, kurz das Netzwerken in der Gesellschaft.
Der Rückblick sollte auch auf die Lebensumstände hinweisen, die zur Gründung des KDFB um 1900 geführt hatten, der mit seinen Aktivitäten das gesellschaftliche und politische Leben in Deutschland verändert hat. Da Deutschland das Privileg genießt, in Frieden zu leben, gelte es für den Frauenbund, neben dem Bewahren des Erreichten auch neue Ideen zu entwickeln, um das Leben in anderen Ländern zu verbessern. Das forderte die Vorsitzende Ille Prockl-Pfeiffer in ihrer Begrüßung.
Die Dialogpredigt erinnerte an die schwierige Situation in Deutschland nach dem Krieg, eine "Blütezeit des Glaubens". Das Gleichnis von der Witwe und dem ungerechten Richter aus dem Evangelium erbrachte die Schlussfolgerung, beharrlich für die Rechte der Frauen zu arbeiten und die Witwe als Vorbild zu nehmen. "Der Frauenbund wirkt segensreich in unserer Pfarrei", konnten die Beteiligten mit Selbstbewusstsein sagen.
Nach dem Gottesdienst fand eine große Festmatinee mit dem Titel "70 Jahre und mehr - Frauenbund Herzogenaurach - leidenschaftlich glauben und leben" im und um das Pfarrzentrum statt. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Glamouretten. Auf Stellwänden wurde der Brückenschlag von den Anfängen in die Gegenwart vollzogen.


Caritative Aufgaben übernommen

Kurz nach Kriegsende gründeten im Jahr 1946 neun Frauen mit Unterstützung von Stadtpfarrer Leonhard Ritter einen Zweigverein des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Den entscheidenden Anstoß gab Anna Geißler, die von Anna Bucher, Kunigunde Fink, Grete Fröhlich, Anna Schaffer, Eva Schmidt, Maria Schürr, Ursula Sieber und Regina Wirth unterstützt wurde. Nach der Zeit des Dritten Reiches, in der konfessionsgebundene Vereine und Verbände verboten waren, war die Freude über den Neubeginn natürlich groß.
Als Gründungsvorsitzende wurde 1946 Maria Schürr gewählt. Zu Beginn versammelten sich die Frauen einmal monatlich, Stadtpfarrer Leonhard Ritter referierte über religiöse Themen. Aber schon frühzeitig wurde der Aufgabenbereich um soziale und caritative Belange erweitert. Den Zeichen der Zeit folgend bedeutete dies, notleidende Familien mit notwendigen Gütern zu unterstützen.
Von 1959 bis 1967 war Anni Müller die Vorsitzende, Anni Simon zeichnete von 1967 bis 1988 für die Leitung verantwortlich. Es wurden auswärtige Referenten eingeladen, die über gesellschaftspolitische und kulturelle Themen referierten. Außerdem wurden Braut-, Ehe- und Erziehungsseminare organisiert. Es gab Besinnungstage und der Frauenbund gestaltete Gottesdienste mit. Zu den Aktivitäten zählten auch Freizeitwochenenden für alleinerziehende Mütter oder Fortbildungs- und Studientage. Auf Irene Hertwich (1988-1997) folgte Rosi Gehr (1997-2009) als Vorsitzende.
Die Engagierten im Frauenbund wollen gesellschaftliche Fehlentwicklungen erkennbar machen, die Probleme von Arbeitslosen, Flüchtlingen und Minderheiten. Sie engagieren sich für Belange der Ökologie oder die Armutsbekämpfung in vielen Ländern. Der Frauenbund ist in der Pfarrei verwurzelt, Pfarrfeste, Firmungen, Familienabende und Primizfeiern sind ohne den Frauenbund nicht denkbar.
Bei Unterschriftenaktionen engagieren sie sich gegen Gewalt im Fernsehen oder für das Diakonat der Frau. Zum Jahresprogramm gehören Bildungsfahrten und der Besuch des Kunigundentags in Bamberg. Mit dem Sammeln von Kräutern und dem Binden von Kräutersträußen gibt der Frauenbund dem Feiertag Mariae Himmelfahrt am 15. August einen würdigen Rahmen. Mit dem Equal-Pay-Day erinnern die aktiven Frauen alljährlich an eine wirtschaftliche Ungerechtigkeit, denn Frauen erhalten weniger Bezahlung für die gleiche Arbeit wie Männer. Auch das Altstadtfest in Herzogenaurach ist ohne die reichhaltige Kuchentheke und die Bewirtung mit Kaffee im Pfarrgarten undenkbar.
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