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Reformation (4)

"Entloffener Mönch" diente in Hannberg als Pfarrer

1527 sagten sich Puschendorf, Veitsbronn und Obermichelbach von Herzogenaurach los. Reformatorische Tendenzen gab es auch in Hannberg und Büchenbach.
Viele Pfarreien wurden im 16. Jahrhundert reformiert. Unser Archivfoto zeigt Kairlindach
 
Luther war in den Jahren 1511 und 1512 auf seinem Weg zum Augsburger Reichstag - wo er 1518 von Kardinal Cajetan vernommen wurde - auch in Nürnberg. Hier spendete der Augustinerprior Wg. Volprecht 1523 das Abendmahl. 1524 hielt er die Messen in deutscher Sprache, weswegen er mit dem Kirchenbann durch Bamberg belegt worden war, an den er sich jedoch nicht hielt.
Das Augustinerkloster, in dem sich Luther bei seinen Besuchen in der freien Reichsstadt aufgehalten hatte, war längst zum eigentlichen Zentrum der Reformation geworden. Hier wurden Luthers Thesen in der Urfassung und in deutscher Sprache gedruckt und unters Volk gebracht und somit war der Bruch mit der alten Kirche nicht mehr aufzuhalten, zumal der streitbare Prediger Osiander den Gang der Ereignisse beschleunigte.


Kein Halten mehr

Selbst der hochgebildeten Klarissin Caritas Pirckheimer, die sich bis zu ihrem Lebensende widersetzte, das Kloster aufzulösen und die sich von Osiander als "Unkraut, ... das man ausreutten... und von dannen schaffen müsse" bezeichnen lassen musste, gelang es nicht, eine Umkehr herbeizuführen.
Lediglich der bedeutende Humanist Philipp Melanchton war in der Lage, mäßigend auf den Gang der Ereignisse einzuwirken, so dass die Auflösung des Klarissenklosters, des letzten Bollwerks der alten Kirche, wenigstens bis zum Tod der letzten Klosterschwester 1596 hinausgezögert wurde.
Im benachbarten verschlafenen Erlangen, damals ein unbedeutendes zur Markgrafschaft Brandenburg-Kulmbach gehöriges Städtchen, sollten sich alle Priester von ihren Konkubinen trennen (1526). Pfarrer Wentler, der alten Lehre anhängend, bat jedoch darum, seine "Dienerin" behalten zu dürfen, "da sie ihn in vielen Jahren der Krankheit gepflegt hatte" und er auch jetzt im Alter auf sie angewiesen sei.
1528 hat ihn der Markgraf entlassen, weil Wentler die neue Lehre nicht verkündete. Überhaupt scheint sich die alte Lehre im Bereich Erlangen noch längere Zeit gehalten zu haben.
In Herzogenaurach zeigte der Ruf nach dem "frei lauter Wort" reformatorische Tendenzen. In Büchenbach wurde der Pfarrer 1525 von den Bauern davongejagt und in Hannberg hatte man einen "entloffenen Mönch" zum Pfarrer bestellt, was jedoch von der Bamberger Obrigkeit untersagt wurde.
Wesentlich gravierender waren die Einschnitte für die Pfarrei Herzogenaurach in ihren südlichen Filialen im heutigen Landkreis Fürth. 1527 reformierte ein evangelischer Prediger die Pfarrei Puschendorf, und in den folgenden Jahren sagten sich Obermichelbach (1528) und Veitsbronn (1530) von der Herzogenauracher Mutterpfarrei los.


Reihenweise Übertritte

Die kleinen Ritterschaften im heutigen Landkreis - wie Lonnerstadt oder Neuhaus - schlossen sich der neuen Lehre an, und 1543 schwor auch der Pfarrer von Hannberg den lutherischen Eid. In Weisendorf waren bis 1543 alle Linien derer von Seckendorff evangelisch, bereits 1539 hatte man die Pfarrei reformiert. In Kairlindach war der Gutsherr auf Neuenbürg mit dem Übertritt zum Luthertum vorausgegangen.
Daneben hatten "Wiedertäufer" für zusätzliche Unruhen in unserer Gegend gesorgt, bevor sie "sträflich eingezogen" worden waren. Sie hatten die Kindertaufe abgelehnt und die Erwachsenentaufe gefordert.
An eine friedliche Ausübung der Religion war somit in unserer Gegend in diesen unruhigen Zeiten nicht zu denken.
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