Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Blasmusik

Eine wohlklingende Familie

Die Adelsdorfer Musikanten gibt es erst seit 15 Jahren. Heidrun Völlner, eine passionierte Musikerin, war es, die den Anstoß zur Gründunggab. Heute ist das Orchester aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken.
Die Adelsdorfer Musikanten begleiten natürlich die Festlichkeiten im Ort. Foto: Johanna Blum
 
von JOHANNA BLUM
Die Geschichte der Adelsdorfer Musikanten ist eng verknüpft mit dem Namen der Vorsitzenden: Heidrun Völlner. Für sie war es unvorstellbar, dass es in Adelsdorf keinen Musikverein gibt, und nach sieben Jahren in der Gemeinde schritt sie zur Tat.

Anfang 2000 lud sie zu ersten Informationsabenden ein, und im Mai des gleichen Jahres fanden die ersten Musikproben im Foyer der Aischgrundhalle statt. Im Dezember 2001 stellten sich zwölf Musiker bei einem gelungenen Weihnachtskonzert vor. Am 1. Januar 2002 trat der Klangkörper in den Nordbayerischen Musikbund NBMB ein. Im Jahr 2006 waren die Adelsdorfer Musikanten schon lange nicht mehr aus dem kulturellen Leben der Gemeinde wegzudenken, und sie gründeten einen eigenständigen Verein: Adelsdorfer Musikanten e.V.

Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch vier Musiker aktiv dabei. Nach 15 Jahren spielen nun 35 Musiker, und "aus dem zarten Pflänzchen ist ein stattlicher Baum geworden", wie es der ehemalige Bürgermeister Armin Goß bereits bei der JHV zum fünfjährigen Jubiläum sagte. Nun ist man mit Erfolg dabei, eine Jungmusikantengruppe aufzubauen.

Unter Jungmusikanten verstehen die Adelsdorfer Musikanten junge noch in Ausbildung befindliche Musikerinnen und Musiker, aber auch junggebliebene Erwachsene, die den Mut finden, ihr bereits vor Jahren erlerntes Instrument wieder in die Hand zu nehmen, um zu musizieren.


Laute und leise Töne

Zu den Highlights der Auftritte gehören die jährlichen Sommerkonzerte im Schlossgarten sowie ein Weihnachtskonzert in der katholischen Kirche St. Stephanus. Der musikalische Besuch der Partnergemeinde Uggiate-Trevano (Italien) war für die Kapelle selbstverständlich und erlebnisreich. Auch eine "kleine Besetzung" der Adelsdorfer Musikanten war bei den Feierlichkeiten der Urkundenunterzeichnung für die Partnerschaft in der zweiten Adelsdorfer Partnergemeinde, Feldbach (Steiermark), anwesend. Mittlerweile sind die Musikanten ein fester, wichtiger Bestandteil der Gemeinde. Sie spielen bei kirchlichen Anlässen, bei Jubiläen, Feiern, Frühschoppen und vielen anderen Gelegenheiten. "Unsere Musikanten beherrschen die lauten und die leisen Töne", bemerkte Bürgermeister Fischkal einmal ganz stolz nach einem Konzert.

Die Gründerin der Adelsdorfer Musikanten Heidrun Völlner ist in Gößweinstein aufgewachsen. Mit acht Jahren bereits lernte sie Trompete und ihr Heimatverein war von da an der Musikverein Gößweinstein, bei dem sie heute noch passives Mitglied ist. Außerdem hat sie jahrelang beim MGV Frankonia Gräfenberg gespielt.

Im Jahr 1993 zog sie der Liebe wegen nach Adelsdorf. Dort vermisste die begeisterte Musikerin jedoch schmerzlich einen Musikverein. Da sie sich auf Dauer keinem anderen Verein anschließen wollte, gründete sie kurzerhand selber einen Musikverein. Es war viel einfacher, Musiker zu finden, als gedacht. Infoabende und ständige Werbung waren recht erfolgreich.

Auch wenn der erste Dirigent aus beruflichen Gründen schon vor der allerersten Musikprobe sein Amt niederlegte, entmutigte es die acht Musiker nicht. und das erste Weihnachtskonzert wurde mit zwölf Musikern ein Erfolg. Heidrun Völlner hat viel Herzblut in dieses Projekt gelegt. Ihr Mann Roland ist im Hintergrund immer dabei, und beide Töchter sind bereits im Orchester aktiv. Linda (18) spielt Trompete und Annika (14) Querflöte.
Das Völlnersche Familienleben wird sehr vom Verein dominiert und Arbeit gibt es genug. "Aber es macht Spaß und wenn alle am gleichen Strang ziehen, dann passt es!", so Frau Völlner zufrieden. Diese Musikantengruppe ist auch wie eine große Familie. Man trifft sich gerne außerhalb der Proben und Auftritte, im Sommer radelt man auf die Keller, spielt ab und zu Volleyball, und im Winter gibt es Spieleabende.


Konzertant und unterhaltsam - ein Doppel am Dirigentenpult


Seit einem Jahr stehen zwei Dirigenten abwechselnd am Pult des stattlichen Orchesters. "Geteilte Arbeit ist doppelte Freude!" Das könnten Jürgen Gölz und Jürgen Schatz mit Fug und Recht behaupten.

Die beiden sind seit dem Jahr 2008 aktiv bei den Musikanten. Jürgen Schatz spielt seit 40 Jahren Trompete und Jürgen Gölz seit 39 Jahren Posaune, Bariton und Tuba.

Schatz zog von München nach Adelsdorf, und dort landete er durch Zufall gleich bei Heidrun Völlner, und dann war es um ihn geschehen. Gölz fand sofort die Mischung aus konzertanter und volkstümlicher Mischung perfekt. Beide sind begeisterte Orchestermitglieder.

Als im Juli 2014 überraschend der Dirigentenposten frei wurde, übernahmen diese beiden sehr erfahrenen Musiker aus den eigenen Reihen den Dirigentenstab. "Ich war grundsätzlich schon immer anderer Meinung als der jeweilige Dirigent, was die Stückauswahl betrifft - als Dirigent habe ich nun direkten Einfluss!", so Gölz, der schon einmal ein Interimsdirigat absolviert hatte. Schatz hatte vor langer Zeit über den NBMB eine Ausbildung zum "Dirigent im Laienblasorchester" und einige Aufbaukurse absolviert. Nach einem Auslandsaufenthalt stieg er dann in Ulm in ein schwäbisches Blasorchester ein und war als "Plan B und C" am Dirigat beteiligt.


Viel Erfahrung mitgebracht

Gölz erteilte bereits mit 15 Jahren Trompetenunterricht, mit 23 Jahren gründete und dirigierte er die Jugendkapelle des M.V. Bissingen an der Teck, und im Laufe der Jahre dirigierte er weitere Jugendkapellen und eine Bigband.

Die Dirigier-Aufgaben der beiden sind einfach verteilt: Jürgen Gölz macht alles, was mit Unterhaltung zu tun hat. Jürgen Schatz ist mehr für die konzertante Musik zuständig und kümmert sich außerdem um die Nachwuchsarbeit der Jungmusikanten. Natürlich ist Dirigieren anders als mitzuspielen. Schatz vermisst es schon ab und zu, im Orchester zu sitzen und seine geliebte Trompete zu blasen. "Dafür wird man mit einem ganz großen Instrument, dem Orchester, entschädigt", meint er. Was für ihn nach wie vor da ist, ist die Aufregung vor dem Konzert. "Das ist ein wenig wie Bungee-Jumping, nur dass man vorher in der Probenarbeit das Gummiseil selbst zusammen geknüpft hat."

Für Gölz ist es positiv, die Stücke auswählen zu dürfen und die wöchentlichen Proben so zu gestalten, dass es ihm selbst und den Musikern Spaß macht. "Leider funktioniert das nicht immer, weil es teilweise sehr anstrengend und oft auch unmachbar ist, die musikalischen und sozialen Unterschiede innerhalb der Kapelle auszugleichen."

Beide Dirigenten kommen bestens miteinander klar, und es zählt das gemeinsame Ziel, zusammen Musik zu machen.


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.