Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Gesundheit

Eine Million Deckel gegen Polio

Münchauracher Schüler sammeln Plastik, um Impfungen gegen Kinderlähmung in der Dritten Welt zu finanzieren.
Tausende bunte Deckel wurden gewogen. Die Schüler in Münchaurach haben sie gesammelt, um Polioimpfungen zu finanzieren. Foto: Richard Sänger
 
von RICHARD SÄNGER
Die Aurachtaler Grundschule in Münchaurach unterstützt den 73-jährigen Herzogenauracher Hendrik Seegebarth beim Kampf gegen die Kinderlähmung in der Dritten Welt. Die Schüler beteiligten sich mit viel Engagement an der Aktion "Deckel gegen Polio", bei der es darum geht,  Flaschenverschlüsse aus Kunststoff zu sammeln. In der Aula der Münchauracher Grundschule konnte Seegebarth mehr als 30 000 Flaschendeckel mit einem Gewicht von 80 Kilogramm entgegennehmen.

Ein Verwerter zahlt für das Kilogramm 30 Euro und die Bill-Gates-Stiftung (Bill & Melinda Gates Foundation) legt nochmal zweimal 30 Euro drauf. "Durch euren Sammelfleiß können mehr als 6000 Kinder eine Schluckimpfung bekommen", lobte Seegebarth den Sammelfleiß der Grundschüler.

Von der Menge wurde selbst Schulleiter Alfred Sammetinger überrascht, aus allen Klassen brachten die Grundschüler gefüllte Plastikeimer oder Säcke in die Aula. Um die Deckel wiegen zu können, hatte Hausmeister Richard Zeilinger extra eine Waage mit einer Kette am Balkongeländer in der Aula befestigt. Schließlich wollten die Kinder und auch Hendrik Seegebarth wissen, was die gesammelten Flaschenverschlüsse wiegen.

Der Schulleiter dankte den Kindern und auch Lehrerin Iris Wulff, die die Kinder animiert hatte, möglichst viele Verschlüsse zu sammeln. Dafür gab es von Seegebarth eine Urkunde.

In die Münchauracher Schule hatte Seegebarth auch eine Sammelbox mitgebracht, und die Schüler können die mitgebrachten Deckel jeden Tag einwerfen. Er machte aber auch auf die Boxen in nahezu allen Supermärkten aufmerksam. Die Entsorgungsfirma Hofmann unterstützt die Aktion nicht nur mit der Sammelstelle auf dem Wertstoffhof, sondern übernimmt auch kostenlos den Transport zur Recyclingfirma.


Die Plastikdeckel auf Flaschen gehen so ohne Umwege durch die Untiefen der Supermarkt-Rückgabeautomaten direkt in die Wiederverwertung. Dort werden sie zu Granulat zerschreddert und zu neuen Produkten, wie Rohren, Gartenbänken oder neuen Deckeln, verarbeitet.


Krankheit nicht besiegt

"In den 1980er Jahren erkrankten pro Jahr etwa 350 000 Kinder", sagte Sammetinger. Polio gilt heute in Deutschland als nahezu ausgerottet. Jedoch sei Polio, das hauptsächlich noch in Afghanistan und Pakistan und weiteren Ländern der Dritten auftritt, noch nicht besiegt.

Dauerhafte Lähmungen und Verkrüppelungen sind die Folge dieser hochansteckenden, unheilbaren und zum Teil tödlich verlaufenden Virusinfektion, die vor allem Kleinkinder, aber auch Erwachsene befällt, erklärte Sammetinger. Eine Schluckimpfung könne lebenslangen Schutz vor Polio bieten. So braucht es etwa 500 Verschlüsse aus dem recyclingfähigen Kunststoff Polyethylen, um aus den Erlösen eine Impfung zu finanzieren.

Die jüngsten Krisen und Kriege sorgen dafür, dass sich Kinderlähmung wieder verbreitet. Deshalb sei es gerade jetzt wichtig sei, die Anstrengungen im Kampf gegen die Krankheit wieder zu erhöhen.

In letzter Zeit sammelte Seegebarth in Herzogenaurach und Umgebung in mehr als 20 Kindergärten, Schulen, Supermärkten, Gaststätten und Betrieben eine Million Deckel für die humanitäre Hilfe gegen Kinderlähmung. Gern würde Hendrik Seegebarth noch mehr Kisten aufstellen, in Geschäften, Institutionen, Schulen und Kindergärten. "Dort, wo ich die Kartons hinstellen kann, entsteht für niemanden ein Mehraufwand, denn ich schaue regelmäßig vorbei und hole die Deckel ab", erklärte Seegebarth. Der Kampf gegen Polio wird weltweit geführt und unter anderem von den Rotary Clubs unterstützt.

"Wenn andere Schulen auch so etwas tun könnten, wäre viel mehr Hilfe möglich", erklärte Seegebarth, der bei den Lehrern der Realschule und des Gymnasiums keine Unterstützung gefunden habe. "Ich bin überzeugt, die Kinder der Schulen sind dabei, schließlich geht es um Kinder und viel hilft viel", erklärte Seegebarth.
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.