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Gewerbe

Einblick beim Pulverbeschichter in Höchstadt

In Höchstadt gibt es einen neuen Betrieb, der sich auf Pulverbeschichtung spezialisiert hat.
In Höchstadt gibt es seit Mitte des Jahres einen Betrieb, der sich auf Pulverbeschichtungen spezialisiert hat. Foto: Christian Bauriedel
 
von CHRISTIAN BAURIEDEL
Ohne den Feuerverzinker Wiegel gäbe es im Aischpark die Pulverbeschichtung Höchstadt GmbH (PBH) wohl nicht. Es ist eine wirtschaftliche Symbiose, die die beiden Unternehmen eingehen. Sie teilen sich nicht nur Hof und Zufahrt.

"Bei der Standortsuche war die Firma Wiegel ein großer Faktor", sagt Andreas Feilner, Betriebsleiter der PBH. In Großostheim bei Aschaffenburg gibt es bereits einen dieser Doppelstandorte aus Verzinkung hier und Beschichtung dort. Seit Juni läuft die Anlage des Pulverbeschichters in Höchstadt.

Die PBH gehört zur Hälfte der Firma Wiegel. Die andere Hälfte teilen sich die Gesellschafter Klaus Frey und Klaus Euler. Letzterer steht gerade in roter Arbeitshose in der Werkshalle. "Ich habe selbst als Schlossermeister angefangen", sagt der 51-jährige Unterfranke. Er habe damals oft das Problem gehabt, dass er mit Qualität, Preis und Termintreue anderer Beschichter nicht zufrieden gewesen war. "Dann haben wir entschieden, es einfach selber zu machen." Vor 15 Jahren hat er in Großostheim begonnen.

Etwa 3,4 Millionen Euro an Investitionen seien nun in den Betrieb in Höchstadt geflossen. Was vor allem die Handwerker in der Gegend freue, so Betriebsleiter Feilner. Denn die Aufträge des Partners Wiegel seien nur der eine Teil des Geschäfts. Auch kleinere Handwerker, aber auch Privatleute können bei PBH Metallwaren aller Art bearbeiten lassen.

Liebhaber lassen sich ihre metallernen Gartenmöbel pulverbeschichten. Aber auch Treppengeländer oder Zäune können so vor dem Verfall gerettet werden.

Ein anderes Beispiel hängt gerade in der PBH-Halle: eine mehrere Meter lange Metalldekoration, die einen Bischof darstellt. Ein Auftrag einer Kirchengemeinde. Das Metallkunstwerk soll bald an einer Fassade angebracht werden.

"Zur Zeit haben wir auch einen Kunden, der uns seine Hi-Fi-Anlage gebracht hat", sagt Feilner. Die Kühlrippen des hochwertigen, aber in die Jahre gekommenen Verstärkers sollen beschichtet werden.

"Eigentlich passiert beim Pulverbeschichten das Gleiche, wie bei einem Luftballon", erklärt Feilner bei einem Rundgang durch die nagelneue Halle das Prinzip. Die Partikel, die auf die Oberfläche aufgebracht werden, haften durch elektrostatische Aufladung. Ähnlich, wie wenn man an einem Ballon reibt.

Danach kommt das Stück in einen Ofen. Das Pulver wird bei 180 Grad eingebrannt und legt sich wie ein Kunststofffilm auf die Oberfläche. Das sei auch der Hauptunterschied zum Nasslackieren. Konkurrenz zu Lackierern sei man nicht, sagt der Betriebsleiter. Denn deren Spezialgebiet sei vor allem die Hochglanzoptik für Kfz-Teile.
Vor dem eigentlichen Beschichten mit dem Pulver werden die Metallteile noch geschliffen, Fehlstellen ausgebessert.

Dann geht es zum Sandstrahlen. Teils werden die Teile noch gewaschen oder entfettet, je nach Metallart. Feilner zeigt die eigene Wasseraufbereitungsanlage. Es werde kein belastetes Abwasser aus dem Betrieb abgeleitet. Das Wasser werde in der Halle gereinigt und wiederverwendet. Die PBH hat keine automatisierte Anlage, sondern alle Schritte werden von Hand erledigt. Dabei können Teile von mehr als sieben Meter Länge bearbeitet werden.


PBH sucht händeringend Arbeiter

Bisher gibt es sechs Mitarbeiter. Bis zu 30 sollen es im Zwei-Schichten-Betrieb einmal werden. "Wir suchen händeringend nach Leuten", sagt Feilner. Die Auftragslage sei sehr gut. Denn wenn es nebenan bei Wiegel läuft, dann ist auch bei PBH etwas zu tun. Wie das eben so ist bei einer Symbiose.
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