Herzogenaurach
Tagung

Die Jugend ist offen für Europa

150 junge Menschen des europäischen Jugendparlaments hielten ihre regionale Auswahlsitzung in Herzogenaurach ab.
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Bei der Teambildung kamen sich die Jugendlichen aus mehreren europäischen Ländern näher und formten aus dem Teilnehmern neun Ausschüsse.  Fotos: Europäisches Jugendparlament
Bei der Teambildung kamen sich die Jugendlichen aus mehreren europäischen Ländern näher und formten aus dem Teilnehmern neun Ausschüsse. Fotos: Europäisches Jugendparlament
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Christine Henninger zeigte sich stolz darüber, was in den vergangenen Tagen in Herzogenaurach geschehen ist: "Die Jugendlichen sollen die Möglichkeit haben, Europa zu erleben, und das nicht nur aus dem Schulbuch", sagte sie. Die Lehrerin bildete gemeinsam mit ihren Kolleginnen Andrea Kirchner-Seul, Karin Both-Kowalski und der Fachschaft Sozialkunde des Gymnasiums das Organisationsteam für das Europäische Jugendparlament in Herzogenaurach.

Von Donnerstag bis Sonntag tagten etwa 150 junge Menschen im Alter von 16 bis 19 Jahren in Herzogenaurach, um über die Zukunft Europas zu debattieren. Dabei handelt es sich um die regionale Auswahlsitzung Süddeutschlands. Als Gewinner sollen am Ende 33 Schuldelegationen und 33 Einzeldelegationen hervorgehen. Diese haben dann die Ehre, an der nationalen Auswahlsitzung in Wiesbaden teilzunehmen.

Freilich sind in der süddeutschen Auswahlsitzung keines Falls nur Deutsche anzutreffen: Um den europäischen Charakter noch zu steigern, reisten auch Schüler und Schülerinnen aus beispielsweise Armenien oder der Slowakei an. Ebenso europäisch sind die Debatten: Gesprochen wird hier nur auf Englisch, diskutiert nach den original Regeln des EU-Parlaments.

Die Probleme und ihre Lösungen waren von den Schülern vorher in Ausschüssen erarbeitet worden. Am Samstag wurden sie im Vereinshaus dann vorgestellt und diskutiert. Grundlage war die Weiterentwicklung einer fairen Wirtschafts- und Währungsunion: "Think global, play fair".


Vielfältige Themen

Die Themen der neun Komitees waren vielfältig über den gesamten Bereich Politik und Gesellschaft ausgebreitet. Man setzte sich mit vielfältigen Themen auseinander, zum Beispiel mit der Steigerung und Förderung der Wettbewerbsfähigkeit von Kultur- und Kreativwirtschaft, dem Schutz des Rechts auf geistiges Eigentum, der "Europäischen Grenz- und Küstenwache", dem Arbeitsschutz psychisch Erkrankter Bürger, den Arbeitsmöglichkeiten für Behinderte, Steueroasen und Offshore-Finanzplätzen, Vollzeitarbeit und Elternschaft sowie Menschenrechten und Umweltschutz im Kontext einer nachhaltigen Handelspolitik.

"Die Themen an sich waren unglaublich interessant und haben dazu geführt, wirklich weit zu denken - über Dinge, die man im Alltag einfach akzeptiert", berichtet Tamina Biermann, eine teilnehmende Oberstufenschülerin des Gymnasiums. Die Räumlichkeiten, um die Themen gründlich zu erarbeiten, stellte das Gymnasium, ebenfalls die Unterkunft und Verpflegung der Jugendlichen.


Arbeiten werden weitergeleitet

Der Schule lag es sehr am Herzen, das europäische Jugendparlament nach Herzogenaurach zu holen. "Wir haben uns Sorgen um Europa gemacht", erklärt Sozialkundelehrkraft Karin Both-Kowalski. Herzogenaurach als Stadt mit großem Wirtschaftswachstum sei für die Thematik gut beschaffen.

Und die Auswirkungen der hier beschlossenen Lösungen sollen groß sein: Die Arbeiten des nach der nationalen Auswahl feststehenden europäischen Jugendparlament werden an das europäische Parlament weiter geleitet, einige fanden in der Vergangenheit bereits Umsetzung.

Aber auch die Jugendlichen selbst profitieren: "Ich glaube, dass wir viel offener geworden sind und eine Vielfalt von Meinungen kennen gelernt haben, und auch gelernt haben, wie man mit ihr umgeht", betont Tamina Biermann. Besonders positiv lobt sie auch die Begegnungen mit anderen Jugendlichen, die zum Teil aus anderen Ländern kommen.

Zu Beginn der Veranstaltung fanden Aktionen zur Team-Building statt. Sie formten aus den fremden Jugendlichen tatsächlich neun Ausschüsse, die sich am Samstag voller Engagement in der Debatte einbrachten. Die Fachschaft Sozialkunde des Gymnasiums zeigte sich als Organisationsteam mehr als zufrieden.
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