Herzogenaurach
Zeitsprünge

Der Loritzhain am Freibad wuchs einst aus dem Sumpf

Bernhard Loritz hat es sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zum Ziel gesetzt, Herzogenaurach zu verschönern.
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Um 1946 entstand diese Aufnahme von Pulverturm und Brücklein im Loritzhain.  Foto: Archiv Heimatverein
Um 1946 entstand diese Aufnahme von Pulverturm und Brücklein im Loritzhain. Foto: Archiv Heimatverein
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Es war im Jahr 1895, als der 1859 in Lauingen an der Donau geborene Amtsrichter Bernhard Loritz nach Herzogenaurach versetzt wurde. Schon nach wenigen Jahren wurde er ein begeisterter und glühender Franke, ein "echter Herzogenauracher voller Engagement und Leidenschaft". Das hat Klaus-Peter Gäbelein, der schier ebenso unermüdliche Vorsitzende des jetzigen Heimatvereins, im FT vom 3. September 2016 niedergeschrieben. Loritz gilt quasi als sein berühmter Vorgänger, hat er doch den Historischen Verein, heute Heimatverein, im Jahre 1906 mitgegründet.

Der spätere Ehrenbürger der Stadt hatte damals den Ehrgeiz, Herzogenaurach mit seiner alten Bausubstanz attraktiver zu machen. Zusammen mit Herzogenaurachs bekanntem Baumeister Andreas Kurr regte er stets aufs Neue an, verputzte Fachwerkbauten freizulegen, so dass man bald von der "Stadt der Fachwerkbauten" sprach. Gäbelein schrieb weiter: "Und nicht selten griff er dabei in die eigene Tasche, um finanzielle Hilfestellung zu geben. Für Loritz lautete die Devise: Altes bewahren und Neues entsprechend einfügen."

Erst vor wenigen Tagen hat man einen Teil seiner Arbeit posthum gewürdigt. Der von Loritz ab 1909 erbaute Aussichtsfelsen, heute vor dem Schaeffler-Gelände am Buck, ist jetzt in die Liste der bayerischen Baudenkmäler aufgenommen worden (der FT berichtete).

Aber es gab noch andere Leistungen, die bis heute Bestand haben. Der nach ihm benannte Loritzhain am Freibad beispielsweise. Das Areal zwischen Ansbacher Tor und Bad war früher einmal der Stadtweiher. Eine Ansicht mit der Brücke und dem Türmchen um 1946 hat der Heimatverein als Aprilfoto seines Stadtkalenders 2017 ausgewählt.

Irgendwann muss das Gelände ein übles Sumpfloch gewesen sein, heißt es in dem Bericht über Bernhard Loritz. Der Neu-Herzogenauracher ließ das Gebiet trockenlegen, auffüllen und kanalisieren und das Ufer der Aurach mit einer Mauer befestigen. Auf diese Weise entstand der Loritzhain an der Tuchmachergasse. Ein unscheinbarer Gedenkstein erinnert noch heute daran.


Auf dem Weg zum Kurstädtchen

Bernhard Loritz wollte Herzogenaurach damals auch zu einem Kurstädtchen machen. "Die Eisenbahn war ja da, die Städter kamen ins Grüne", sagt der Heimatvereins-Vorsitzende Gäbelein im FT-Gespräch. An diese Zeit erinnert auch das frühere Monopol, das als echtes Kurhotel gebaut worden ist.

Für seine Verdienste um den Stadtausbau und die Stadtverschönerung wurde der Amtsrichter - das damalige Amtsgericht lag an der Stelle des heutigen Sitzungssaals des Rathauses - 1907 mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Er verbrachte seinen Lebensabend in München und wurde 1933 an der Seite seiner Frau und der schon kurz nach der Geburt verstorbenen Tochter unmittelbar gegenüber dem Eingang zur Friedhofskirche beigesetzt.
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