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Verkehr

Das "Elterntaxi" - oft gut gemeint, aber gefährlich

Vor der Carl-Platz-Schule läuft eine besondere Aktion zur Verkehrssicherheit. Dabei wird auch beantwortet, dass das "Elterntaxi" für die Kinder große Gefahren birgt.
Flyer von den Kindern und Aufklärung durch die Polizei statt Strafzettel erhielten Eltern, die sich auf dem Schulweg mit dem Auto nicht ganz korrekt verhielten. Foto: Richard Sänger
 
von RICHARD SÄNGER
Man kann es jetzt wieder täglich beobachten: Vor den Schulen bricht allmorgentlich das Chaos aus. Das ist auch vor der Carl-Platz-Schule nicht anders. Rangierende Autos, zugeparkte Gehwege und in der Feuerwehrzufahrt stehende Autos. Doch was Mütter und Väter nicht ahnen: Die "Elterntaxis" gefährden die Kinder.


Lob vom Innenminister

Zum Beginn des neuen Schuljahres hat deshalb der Elternbeirat der Carl-Platz-Schule mit den Kindern und der örtlichen Polizeiinspektion die Aktion "Sicher zur Schule und auch wieder heim!" gestartet. Hierfür kommt ein Lob sogar von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Er spricht von einem hervorragenden Beispiel, "wie die Autofahrer für mehr Schulwegsicherheit sensibilisiert werden können".

Die Aktion vor der Herzogenauracher Grundschule findet noch bis morgen statt. Verteilt werden dabei Flyer an Autofahrer, die sich im Bereich der Schule nicht an die Verkehrsregeln halten. Die Eltern sollen lernen, in Zukunft ein besseres Vorbild zu sein. Die Schüler haben Bilder gemalt, wie sie die Verkehrssituation am Morgen und gegen Mittag an der Carl-Platz-Schule sehen. Sie sind mit eigenen Sprüchen und Verhaltenstipps der Polizeiinspektion Herzogenaurach im Flyer zu finden.


Kontrollen angekündigt

Von dem Chaos vor der Schule konnten sich auch Landtagsabgeordneter Walter Nussel (CSU) und der neue Schulleiter Markus Hahn überzeugen.

Insbesondere geht es darum, im Bereich von Schulen die Halteverbote zu beachten und nicht in zweiter Reihe zu parken. Vor allem sollen Eltern ihre Kinder nicht im absoluten Haltverbot ein- oder aussteigen lassen. Ganz besonders wichtig ist auch, dass die Schulkinder im Fahrzeug richtig gesichert sind. Außerdem sollen Autofahrer gerade in der Nähe von Schulen besonders vorsichtig fahren und unbedingt die Tempolimits beachten. Dies will die Polizei in den kommenden Wochen verstärkt kontrollieren.


"Vorsicht, liebe Kinder, hier fahren eure Eltern!"

Eine Schule in Hessen hat sogar ein Warnschild mit folgendem provokativen Warnhinweis aufgestellt: "Vorsicht, liebe Kinder, hier fahren eure Eltern!"

"Es ist sicher gut gemeint, wenn Eltern ihre Kinder bringen. Aber so gefährden sie aus Gedankenlosigkeit ausgerechnet andere", erklärte PI-Dienststellenleiter Tobias Kopseel. Die Polizeibeamten beließen es bei Ermahnungen, aber nicht alle zeigten sich einsichtig. Die Ausreden gingen von: "Ich lass' doch nur mein Kind aussteigen" über "Das ist das erste Mal" und "Das Kind muss so viel schleppen" bis zu "Ich stehe doch auf dem Gehsteig". Die Polizeibeamten mussten manchmal schmunzeln, manchmal konnten sie auch nur den Kopf schütteln.

Aber es gab auch patzige und aggressive Reaktionen. Ein junge Mutter aus dem Wohngebiet Herzo Base zeigte sich völlig uneinsichtig: "Ich lass' doch meine kleine Tochter nicht durch die Unterführung laufen, und wenn sie mit dem Bus fährt, muss sie stehen."


Pädagogisch sinnvoll

Aus Sicht der Pädagogen ist es wichtig, dass Kinder den Schulweg alleine meistern. Für viele Jungen und Mädchen ist es der erste selbstständig zurückgelegte Weg. Sie schließen Freundschaften zu anderen Kindern, bekommen ein Raum-Zeit-Gefühl und kommen auch mal zu spät, wenn sie zu sehr trödeln. Außerdem bewegten sie sich, so Konrektorin Heidi Forisch.

Laut Verkehrserzieher Bernd Lösch würden Eltern oft vergessen, dass sie ihrem Kind wichtige Erfahrungen vorenthalten, wenn sie sie zur Schule fahren. So lerne es, Gefahren einzuschätzen. "Gerade bei Grundschülern kann man immer wieder beobachten, wie gewissenhaft sie x-mal in jede Richtung schauen, bevor sie die Straße überqueren. Sie wollen alles richtig machen", berichtete Lösch aus seinen Erfahrungen.

"Wir hoffen, dass doch einige Eltern zur Einsicht kommen und sich den Flyer mal genau anschauen und die Wünsche und Forderungen der Kinder ernst nehmen", erklärte am Ende die Beamten der PI Herzogenaurach übereinstimmend.





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