Höchstadt a. d. Aisch
Porträt

Atze Bauer macht mächtig Druck

Der Höchstadter Musiker und Comedian leitet hauptberuflich ein Unternehmen mit 14 Mitarbeitern, in dem jährlich rund 130.000 Textilien bedruckt werden.
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Atze Bauer zieht ein T-Shirt von der Maschine ab, bevor es in den Trockner gelegt wird. Foto: Yannick Hupfer
Atze Bauer zieht ein T-Shirt von der Maschine ab, bevor es in den Trockner gelegt wird. Foto: Yannick Hupfer
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Seit 1990 gibt es den T-Shirt-Drucker in Höchstadt. Das Unternehmen ist mittlerweile zu einer festen Größe im T-Shirt-Druck geworden, doch auch Firmengründer Atze Bauer hat einmal klein angefangen. "Meine erste Siebdruckanlage habe ich selbst gebaut", erzählt er. Damals spielte der Musiker und Komiker in der Band Ois Zamorra. Gemeinsam mit seinen Bandkollegen wollte Bauer ein T-Shirt drucken lassen, auf dem der Bandname steht. In der kleinen Stückzahl war das für die jungen Musiker allerdings unbezahlbar, weshalb Bauer zur Selbsthilfe griff.
Schnell haben das auch andere Musikerkollegen mitbekommen, die den Höchstadter beauftragten, ebenfalls T-Shirts für sie zu drucken. "Irgendwann musste ich dann auch mal Rechnungen schreiben", erklärt Bauer weiter. So habe er sein Studium damals finanziert, das er kurz darauf allerdings abgebrochen hat. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", sagt der Musiker, der anschließend professionell T-Shirts bedruckte. Damals sei das eine Marktlücke gewesen, da Bauer auch in kleiner Stückzahl produzierte, die meisten Drucker allerdings nur Großaufträge annahmen.
Das macht das Unternehmen auch heute noch attraktiv. Mit dem altbewährten Siebdruckverfahren kann er sowohl kleine als auch große Mengen produzieren. Dazu stehen ihm rund 400 Quadratmeter Fläche zu Verfügung, auf denen 14 Mitarbeiter arbeiten. Er besitzt neben einer Handdruckmaschine auch einen großen Drucker. Eine runde Maschine, die zu allen Seiten hin offen ist. An einer Seite stehen zwei Mitarbeiter, die jeweils T-Shirts auf Platten auf- oder abziehen. Anschließend werden die Textilien in den Trockner gelegt.
Auf Messen probiert Atze Bauer regelmäßig das mit dem Siebdruck konkurrierende Digitaldruck-Verfahren aus. Das genügt allerdings nicht den Ansprüchen des Höchstadters. "Der Digitaldruck kommt beim Waschen nicht mit", sagt Bauer. Um den Aufdruck langfristig zu erhalten, müsse man das T-Shirt vor dem Waschen auf links drehen oder gar mit der Hand waschen. "Sobald die Auflage größer wird, ist Siebdruck günstiger als Digitaldruck", so der Unternehmer. Zwar brauche es für das Siebdruckverfahren viele Arbeitsschritte, aber allein die Farbe für einen Digitaldruck koste pro T-Shirt rund zwei Euro, die für den Siebdruck 20 Cent.
"Schwarze Shirts werden bei uns immer geordert", sagt Atze Bauer. Deshalb hat er rund 10 000 davon immer auf Lager. Das ist wichtig, da auch Express gearbeitet wird, also über Nacht. "Wenn eine Mannschaft Meister wird, müssen die jeweiligen T-Shirts sofort da sein", erklärt er weiter. So hat er schon mit vielen namhaften Mannschaften und Bands zusammengearbeitet. Die Brose Baskets Bamberg zählen genauso zu seiner Kundschaft wie das Musikhaus Thomann oder die Annafest-Organisatoren. So wurde vor 25 Jahren das erste Annafest-T-Shirt produziert, damals noch mit einer Stückzahl von 20. Heute sei das T-Shirt Kult. Bauer produziert aktuell jährlich rund 1000 Stück.
Doch neben T-Shirts verlangen Kunden weitaus mehr Textilien. Für Thomann produziert die Firma aktuell Regenschirme. Letztendlich könne man auf jedes Material produzieren. "Lieferbar sind alle Basic-Hersteller", sagt Bauer. Bei großen Sportmannschaften sei es meistens so, dass diese bereits ihren Ausstatter haben. Bauer druckt auf die vorgegebene Ware nur noch das entsprechende Motiv.
Werbung braucht der Höchstadter allerdings nicht zu machen. "Ich bin mein eigener Außendienstler", so der Musiker. In der Musikbranche, in der er tätig ist, wisse man, dass er auch noch ein zweites Standbein habe. "Es passiert viel im Netzwerk", sagt Bauer, der darauf anspielt, dass viele seiner Kunden in eben jener Musikbranche tätig sind. "Die Bereiche Event und Musik sind die größten Auftragsbereiche." Sport allerdings werde auch immer wichtiger.
Insgesamt bedruckt das Unternehmen jährlich rund 130 000 Textilien. Bestellt werden kann sowohl über das Internet als auch per Telefon. Innerhalb von 14 Tagen erhält der Kunde dann das gewünschte Produkt. Die Internetseite www.t-shirt-drucker.de werde aber bald generalüberholt. Dann werde es auch eine Mobilwebsite für Smartphones geben.
Auch eine zweite weitere Neuerung wird Atze Bauer bald anbieten. Er hat mit seinen Kollegen ein Verfahren entwickelt, bei dem Stoff auf das eigentliche T-Shirt aufgepresst wird. Das sei absolut haltbar und mache das T-Shirt atmungsaktiv. Allerdings seien solche T-Shirts nur in geringen Mengen produzierbar. In den nächsten Wochen möchte Bauer darauf ein Patent anmelden, da es weltweit aktuell das erste Verfahren sei. Ein T-Shirt mit diesem Verfahren würde den Kunden rund 20 Euro kosten.
Trotz des großen Erfolgs möchte Atze Bauer mit seiner Firma in Höchstadt bleiben. "Ich versuche, eine solide Geschichte zu machen", erklärt der Comedian. "Ich will in Höchstadt produzieren", sagt er weiter, denn expandieren sei nicht sein Ding. "Ich wüsste keinen Grund, den Standort zu wechseln."
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